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21. März 2013

Laichgründe im Main: Pro Familia für den Fisch

 Von 
Kuckuck, Frau Karpfen.  Foto: Hauer/dpa

Die Stadt richtet Ruhezonen im Main ein, damit Forelle, Wels und Nase sich wohlfühlen und dort laichen können. Dass einige von ihnen später in der Kleinmarkthalle landen, wird natürlich nicht verraten.

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"Man kann ja Fische aus dem Main heute durchaus wieder essen“, sagt Rainer Zimmermann vom Frankfurter Umweltamt. In der Kleinmarkthalle werden sie beispielsweise angeboten, aus dem Schaubecken von Franz-Georg Burkard frisch geschlachtet auf den Tisch. Aber es könnte den Fischen im Main trotzdem ein wenig besser gehen. Dafür will die Stadt nun etwas tun: Sie richtet ihnen spezielle Ruhezonen ein.

An fünf Stellen in Frankfurt lässt das Umweltamt im Main Steine aufschütten, hinter denen die Fische ihre Ruhe haben: am Griesheimer und am Nieder Ufer, am Klärwerk Griesheim, westlich der Friedensbrücke und unter der Ignatz-Bubis-Brücke.

Kann man das sehen? „Ja“, sagt Zimmermann, „die Steinschüttungen werden etwa einen Meter über die Wasseroberfläche ragen“. So hoch muss das sein, sonst würde der Wellenschlag der Schiffe womöglich einfach drüberschwappen. Die Steinhaufen sollen schließlich Wellen und Mainströmung abmildern, damit Forelle und Karausche, Karpfen und Zander, Nase, Wels und mehr als 30 weitere Arten dahinter ihren Laich sicher ablegen können. Verlässlichkeit ist für die Familienplanung eine wichtige Sache. Und dann? „Den Rest macht die Natur“, sagt Rainer Zimmermann. „Wir schütten die Steine hin, das besiedelt sich dann ganz von selbst.“ Und zwar mit Pflanzen, aber auch mit Schnecken, Würmern, Muscheln und Larven.

        

Guten Tag, Herr Zander.
Guten Tag, Herr Zander.

„Es ist wichtig, dass die Fische Nahrung vorfinden“, mahnt das Planungsteam im Umweltamt, zu dem auch Hans-Georg Dannert zählt. Darauf hat die Frankfurter Fischer- und Schifferzunft ein waches Auge, die sehr an der Hilfe für den Mainfisch interessiert ist. „Wir halten das für absolut sinnvoll“, lobt der Zunft-Vorsitzende Wolfgang Burck: „Es gibt viel zu wenig Fischlaichplätze in Frankfurt wegen der hohen Kaimauern“. Auch für den jährlichen Fischbesatz gebe es kaum geeignete Stellen, sagt Burck. Die jungen Aale etwa, dünner als ein kleiner Finger, verschwinden am liebsten gleich in den Ritzen – wenn sie denn welche finden: „Die brauchen Verstecke, die brauchen Uferbewuchs“. Mit dem Umweltamt ist die Zunft deshalb das ganze Jahr über im Gespräch. Hans-Georg Dannert ist auch beim Fischbesatz dabei. „Der kennt sich gut aus“, sagt Burck.

        

Grüß Gott, Frau Karausche.
Grüß Gott, Frau Karausche.

Den Anstoß gab die Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000: Sie trug den EU-Ländern auf, ihre Gewässer in einen besseren Zustand zu bringen. Die Frankfurter sprachen daraufhin mit dem zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt in Aschaffenburg, befuhren den Main und hatten 2009 ein Konzept parat, das nach Voruntersuchungen 39 Maßnahmen vorschlug. Neun davon wurden jetzt ausgewählt, von Sindlingen bis Fechenheim, und dazu zählen die Fischfamiliengründungsschutzzellen. Pro Familia für den Fisch sozusagen.

Sobald das Regierungspräsidium Darmstadt den Plänen zugestimmt hat, soll der Auftrag vergeben werden; Investoren sind willkommen, denn besonders billig wird das alles nicht – von einer Millioneninvestition ist die Rede. In Fechenheim sind Rückzugsgebiete im Altwasser oder ein Zugang zu einem Altarm angedacht, auch Ausbuchtungen zum Land hin oder kleine Tümpelchen sind denkbar. Mehr als 20 Kilometer lang fließt der Main auf Frankfurter Gebiet. Viel Platz für die Fische und wenig Rückzugsraum bisher. Aber die Stadt arbeitet dran. Im Mai soll es losgehen.

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