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Historisches Museum: Licht im Basalt

Die Stadt präsentiert den endgültigen Entwurf für den Neubau. Das Langhaus wird dem Römerberg ein neues Aussehen geben.

Computer-Impression: So etwa könnte das neue Museum hinter der Nikolaikirche wirken.
Computer-Impression: So etwa könnte das neue Museum hinter der Nikolaikirche wirken.
Foto: Lederer / Ragnarsdottir / Oei

Fast ein Jahr Arbeit. Der Architekten, der städtischen Fachleute. Und nun hat der Entwurf für das neue Historische Museum am Römerberg seine endgültige Gestalt gefunden. Und die Kosten sind in einer Bau- und Finanzierungsvorlage fixiert: 45 Millionen Euro – einschließlich der Museografie, also der Innenausstattung.

Seit das Stuttgarter Architekturbüro Lederer, Ragnarsdóttir, Oei vor einem Jahr den Wettbewerb gewann, ist viel geschehen. Es lässt sich am großen Modell im Maßstab 1:50 ablesen, das Kulturdezernent Felix Semmelroth und Museumsdirektor Jan Gerchow im Rathaus präsentieren.

Geschichte ganz neu

Das neue Historische Museum soll den Beton-Altbau am Römerberg ersetzen, der aus dem Jahre 1971 stammt. Gegen seine Anmutung war über die Jahre hinweg vielfache Kritik laut geworden.

Das Gebäude schließt an die vier historischen, denkmalgeschützten Altbauten an, den Rententurm am Main, den Bernusbau, den Burnitzbau und die Saalhofkapelle. Die Stadt Frankfurt bekennt sich zu dem Ziel, dass der jetzt geplante Neubau „für einen wesentlich längeren Zeitraum“ als sein Beton-Vorgänger existieren soll; so sagt es Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). (jg)

Das sogenannte Langhaus des neuen Museums, das künftig südlich der Nikolaikirche steht, ist um knapp zwei Meter kürzer geworden. Jetzt öffnet sich der Blick ungehindert vom Römerberg zum alten Rententurm am Mainufer. Das neue Haus ist transparenter geworden gegenüber dem ersten Entwurf. Es gibt nun große Fenster über zwei Stockwerke in den Schmalseiten. Aus dem obersten Stockwerk werden durch zahlreiche Luken Panoramablicke über die Stadt möglich.

An der nördlichen und an der südlichen Fassade gibt es je zwölf Nischen. An der Nordseite werden Skulpturen stehen, an der Südseite einzelne Spolien präsentiert, Fundstücke der untergegangenen Frankfurter Altstadt, die nahebei rekonstruiert werden soll. „Wir werden aber auch die Fassade selbst leuchten lassen“, sagt Gerchow stolz. Dazu dienen kleine Lichtelemente, die in den roten Basaltstein aus dem Odenwald eingesetzt sind. Der Basalt wird aufgeraut, entfaltet je nach Lichteinfall und bei Regen eigenen Glanz. Die Fassade ist nicht vorgehängt, wie das in Frankfurt bei vielen Gebäuden üblich geworden ist, sondern massiv gemauert, zwölf Zentimeter tief.

Kindermuseum im Keller, Stadtlabor im Dach

Im Keller des neuen Hauses zieht wieder das derzeit an der Hauptwache untergebrachte Kindermuseum ein, darüber ist Platz für die 2000 Quadratmeter große Dauerausstellung und die Sonderschauen, für die 1000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Direkt unter den großen Fenstern des Daches liegt künftig das sogenannte Stadtlabor.

Nicht von ungefähr gibt es diese 1000 Quadratmeter großen Räume. Dort sind Veranstaltungen zur Gegenwart und zur Geschichte der Kommune geplant. „Hier sollen sich die Bürger mit der Entwicklung der Stadt auseinandersetzen können“, verspricht Gerchow – in Zeiten großen Protests gegen Großprojekte nötiger denn je.

Eine große Freitreppe führt künftig vom Römerberg auf einen öffentlichen Platz zwischen dem neuen Langhaus und den historischen Altbauten. Am 27. März 2011, dem Tag der Kommunalwahl, schließt der heutige Beton-Museumsbau endgültig. Im Laufe des Jahres wird er abgerissen, Anfang 2012 öffnet sich die Baugrube, von Mitte 2012 bis Mitte 2014 wächst der Neubau.

Im Frühjahr 2015, hofft Direktor Gerchow, steht das neue Haus erstmals den Besuchern offen. Früher beginnt das neue Leben in den für weitere 19,8 Millionen Euro sanierten Altbauten. Besonders stolz ist Gerchow auf das Stifter-und Sammlermuseum in den vier Geschossen des Burnitzbaus.

Autor:  Claus-Jürgen Göpfert
Datum:  4 | 11 | 2010
Kommentare:  2
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