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21. Mai 2015

Lohnbetrug: Bauarbeiter warten auf Löhne

 Von 
Bauarbeiter, die an der Hattersheimer Straße gearbeitet haben, warten auf ihre Löhne.  Foto: Christoph Boeckheler

Bauarbeiter haben für ihre Arbeit auf einer Baustelle im Europaviertel kein Geld gesehen. Ihr Arbeitgeber hat sich abgesetzt. Aus Sicht der Gewerkschaft ist jetzt der Generalunternehmer in der Pflicht

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Rund 20 Bauarbeiter stehen am Mittwochmorgen vor einer Baustelle im Europaviertel. Sie sind gekommen, um vom Generalunternehmer des Bauvorhabens an der Hattersheimer Straße „d&b Bau GmbH“, die Auszahlung ihrer Löhne zu fordern. Rundherum herrscht geschäftiges Treiben: Auf den Nachbargrundstücken wird der Aufbau des neuen Stadtteils betrieben. An der Hattersheimer Straße 21–37 sind die Arbeiten an vier geplanten Wohnhäusern mit insgesamt 182 Mietwohnungen nun erst einmal zum Erliegen gekommen.

Ion B. berichtet, dass er seit Anfang März für die Kaczor Bauunternehmen GmbH mit Sitz in Offenbach arbeite. „Der Geschäftsführer ist untergetaucht.“ Mit B. befürchten nun über 300 Bauarbeiter, die im ganzen Bundesgebiet im Auftrag von Kaczor arbeiten, um ihre Löhne betrogen zu werden. Weil Letitia Matarea-Türk vom DGB-Projekt Faire Mobilität und Johannes Schader von der IG BAU von den Problemen der Bauarbeiter erfuhren, sind sie nun mit den etwa 20 Männern an die Baustelle gekommen. „Der Arbeitgeber der Bauarbeiter ist abgetaucht und hat die Aprillöhne nicht bezahlt“, sagt Schader. Aus Sicht der Gewerkschaft ist nun der Generalunternehmer in der Pflicht.

Drohung mit Prozess

Nachdem Schader mit den Männern die Arbeitszeiten aufgelistet hat, weiß er auch, um wie viel Geld es geht: „Wir fordern von der ‚d&b‘ knapp 45 000 Euro an Nettolöhnen.“ Hinzu kommen weitere Unternehmen, die nach Ansicht des IG BAU-Manns gemäß des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes für den abgetauchten Subunternehmer haften müssen.

Neben der Baustelle im Europaviertel gibt es weitere in Frankfurt, Offenbach und Oberursel, auf denen Bauarbeiter für Kaczor gearbeitet haben. Zunächst vertritt die IG BAU nun rund 40 Männer. „Wir haben ‚d&b‘ eine Frist bis zum 27. Mai gesetzt“, sagt Matarea-Türk. Falls „d&b“ nicht zahle, werde man notfalls vor Gerichtgehen.

Auf Nachfrage bei „d&b“ erklärt der kaufmännische Leiter, Helmut Stadel: „Wir dürfen gar nicht für Forderungen an das von uns beauftragte Subunternehmen aufkommen.“ Wie Stadel sagt, habe man das mittels Werkvertrag beauftragte Unternehmen, die Kaczor Bauunternehmen GmbH, bezahlt. In der Pflicht sieht Stadel sein Unternehmen daher nicht. Außerdem vermutet er, dass Schader sein Vorgehen nicht mit der Gewerkschaftsleitung abgesprochen habe. Diese habe sich ihm gegenüber irritiert gezeigt, dass Schader eine Protestaktion vor der Baustelle organisiert habe. Das wiederum hält Schader für „glatt gelogen“. Bei ihm habe sich bisher keiner seiner Vorgesetzten gemeldet.

Vielmehr geht Schader davon aus, dass „d&b“ zahlen wird. Ansonsten seien weitere Protestaktionen möglich, wie er ankündigt. Eine gerichtliche Auseinandersetzung sei hingegen für die Betroffenen unbefriedigend: „Der Aufwand ist sehr hoch und der Ausgang ungewiss.“ Da viele der Männer die Löhne eigentlich ihren Familien in die Heimat schicken wollten, kommt es diesen auf eine möglichst schnelle Einigung an. Am heutigen Donnerstag wollen sie erneut vor der Baustelle protestieren.

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