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07. November 2012

Luftfahrtmesse Frankfurt Airtec: Leben unter den Drohnen

 Von 
Eine Drohne auf der Luftfahrtmesse in Frankfurt.  Foto: Martin Weis

Ein breites Bündnis protestiert gegen die Präsentation von militärischen Fluggeräten auf der Airtec. Sie machen darauf aufmerksam, wie viele Zivilisten in den vergangenen Jahren bei Drohnen-Angriffen umgekommen sind.

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Ein breites Bündnis protestiert gegen die Präsentation von militärischen Fluggeräten auf der Airtec. Sie machen darauf aufmerksam, wie viele Zivilisten in den vergangenen Jahren bei Drohnen-Angriffen umgekommen sind.

Am Morgen dieses ersten Messetages ist Matthias Blöser selbst hingefahren, er hat sich am Haupteingang postiert und Flugblätter verteilt. Die Besucher der Airtec hat der Friedensarbeiter bei Pax Christi in der Bistumsstelle Limburg so darauf aufmerksam gemacht, wie viele Zivilisten in den vergangenen Jahren umgekommen sind bei Drohnen-Angriffen, wie wenig kontrolliert also das Töten ist beim Einsatz der unbemannten Flugobjekte, die doch dem gezielten Töten von Feinden dienen sollen. So richtig erfolgreich sei die Aktion nicht gewesen, sagt Blöser. Aber immerhin habe er auch keine extreme Ablehnung erfahren.

„Einen Krieg mit Drohnen zu führen bedeutet, keine Kontrolle zu haben, keine Kriegserklärung, nichts. Man fliegt hin und tötet Menschen. Das ist ein Geheimkrieg“, sagt Blöser. Schon am Montag hat Pax Christi in einem Bündnis mit dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac, mit der Deutschen Friedensgesellschaft und dem Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche vor der Katharinenkirche an der Frankfurter Hauptwache protestiert. Es gehe dabei nicht um die Airtec als solche, sagt Blöser, die Messe habe ja durchaus ihre Berechtigung. Es gehe darum, dass dort auch militärische Drohnen präsentiert würden.

Aktivisten lassen Tauben aufsteigen

Vor der Katharinenkirche haben die Aktivisten deshalb Friedenstauben aufsteigen und anschließend „zivile Papierflieger“ vom Kirchturm segeln lassen – als Signal. „Die betroffene Bevölkerung leidet unter den Drohnenangriffen, sie wird durch die andauernde Bedrohung verbittert und radikalisiert“, sagt Blöser. Weil etwa im „Krieg gegen den Terror“ in Pakistan fortwährend Angriffe mit Drohnen erfolgten, ohne dass es eine Kriegserklärung gebe, sei der Krieg völkerrechtswidrig. Außerdem senkten Drohnen insgesamt die Schwelle zum Krieg, weil sie das Risiko des Kriegsführenden minimierten und der Gegner anonym bleibe, sagt Blöser.

Das Bündnis beruft sich in seinem Protest vor allem auf eine Studie der Universitäten in Stanford und New York, nach denen die Wirkung des Einsatzes von Drohnen fatal ist. Demnach sind allein in Pakistan seit Juni 2004 bis zu 881 zivile Opfer durch Drohnenangriffe ums Leben gekommen, bis zu 1362 wurden verletzt. Die Angriffe prägten massiv den Alltag der Menschen in den pakistanischen Stammesgebieten, die nicht wüssten, wann Gefahr drohe und deshalb größere Versammlungen mieden. Sie trauten sich nicht mehr, auf dem Markt einzukaufen, ihre Kinder in die Schule zu schicken oder in die Moschee zu gehen.

Bauern haben Angst, auf Feldern zu arbeiten

In der Studie berichtet etwa ein Bauer, er würde kaum noch auf seinem Feld arbeiten, weil er Angst habe, sich draußen aufzuhalten. Die Bevölkerung werde außerdem daran gehindert, ihre Konflikte zu lösen, weil auch Treffen von Stammesältesten in den Bergen, bei denen solche Konflikte gelöst werden, bereits Ziele von Drohnenangriffen wurden. Seitdem finden sie seltener statt.

Nichtsdestotrotz wolle auch die Bundeswehr Kampfdrohnen anschaffen, sagt Blöser. Bislang unterhält sie nur drei Aufklärungsdrohnen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat schon einmal Sympathie für die Gerätschaft bekundet.

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