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14. März 2016

Luminale Frankfurt: So schön ist die Luminale

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Auch der Tausend-Mark-Schein ist zu sehen. Das passende Titel für das Projekt von Tom Groll: „Scheinbares“.  Foto: Michael Schick

Die Luminale erhellt Frankfurt. Kurator Helmut Bien erwartet bis zum 18. März mehr als 200 000 Besucher zu den über 200 Lichtinstallationen.

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Zunächst funkeln sie wie kleine Sterne am Himmel, dann breiten sich die Buchstaben in Windeseile im Innenraum der Katharinekirche aus und erleuchten das Gotteshaus an der Hauptwache strahlend hell. „Oh, das sieht aber toll aus“ oder „Da hat sich das Warten aber gelohnt“, lauten die positiven Urteile, die viele der über hundert Besucher am gestrigen Eröffnungstag der achten „Luminale – Biennale der Lichtkultur“ äußern. „Das sieht schöner aus, als ein Feuerwerk“, sagt ein Mann und knipst mit seinem Fotoapparat fleißig drauf los. Mehr als 200 000 Besucher zu den über 200 Lichtinstallationen erwartet Kurator Helmut Bien bis zum 18. März.

Staunende Besucher sind auch am Roßmarkt zu beobachten. Während mystische Klänge ertönen, erscheint das Konterfei von Johannes Scheyring an der Fassade der Deutschen Bank. Der Magdeburger Dompfarrer zierte von 1964 bis 1992 den Tausend-Mark-Schein und ist Teil des Projekts „Scheinbares“ vom Künstler Tom Groll. „Wir leben in einem Zeitalter, wo Geld für viele Menschen zur Religion geworden ist“, sagt er. Dass Scheyring-Bild von Lucas Cranach, der unter anderem das Porträt von Martin Luther gemalt hat, sei ein gutes Beispiel für die Verflechtung zwischen Religion und Geld. Das Interessante und spannende an der Lichtshow sind die Übergänge zwischen den Zeichen und Symbolen. „Die Verführung das nicht Greifbare und das Formverändernde“, erklärt Groll – wenn plötzlich im Adler ein Kopf von einem Geldschein erscheint.

Veränderung ist auch eines der zentralen Elemente von Tatjana Buschs Lichtinstallation in der Naxoshalle. „Meine Arbeit wächst wie ein Baum“, erklärt die 53-jährige Künstlerin aus München. Im Zentrum steht eine versilberte Aluminiumfigur, die von Scheinwerfern angestrahlt wird und die Farben reflektiert. Das Licht reagiert dabei auf eine eigens komponierte Melodie. „Der Betrachter wird Teil eines fließenden Prozesses“, erklärt Busch.

Musikalisch wird es nur wenige Meter weiter beim „Geodesic Sound“, einer Arbeit der Fachhochschule Trier. Eine vier Meter große Kuppel, bestehend aus einer zwei Millimeter dünnen Polyethylen-Platte, die wie ein Iglu aussieht hat an den Außenseiten zehn Sensoren. „Die messen über Ultraschall die Entfernung der Besucher“, erklärt Daniel Gilgen, Professor für Medienräume an der FH Trier. Dadurch werden verschiedene Klänge sowie Lichter zwischen den Farbtönen weiß und türkis erzeugt. „Wenn alle mitmachen glüht und blinkt es“, sagt Gilgen. „Es ist ein kollaboratives, interaktives Exponat.“

Unkomplizierter klingt nicht nur die Installation von Ingo Wendt, sondern ist es auch. „Mein Projekt ist eine Gegenposition zu den ganzen digitalen Arbeiten“, erklärt der freischaffende Künstler. In Sichtweite zum Iglu hat er eine Leinwand aufgebaut, auf der kleine Rechtecke aneinandergereiht durchschwimmen. Dabei handelt es sich ganz schlicht um Seifenblasenzellen, die über eine Aquariumpumpe in Bewegung gesetzt werden und von einem Overhead-Projektor an die Wand geworfen werden.

Bewegung ist auch bei einer Mitmach-Installation auf der Südseite des Hauptbahnhofs nötig. Und das geht so: Zwei Fahrräder sind gegenüber des neu entstehenden Parkhauses aufgestellt und mit einem Computer verbunden. Am Parkhaus sind rund 100 Scheinwerfer aufgebaut, die beim Startsignal anfangen zu schwenken. „Man fährt um die Wette, muss Geldmünzen einsammeln und Autos ausweichen“, erklärt Sebastian Oschatz von der Digitalfirma Meso.

In 90 Sekunden müssen die Radler, der eine wirft einen roten, der andere einen grünen Punkt auf das Parkhaus, die aufpoppenden gelben Lichter treffen und so die Münzen einsammeln. Gleichzeitig müssen sie darauf achten, den blauen Lichtern – den Autos – mit Lenkbewegungen auszuweichen. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) versucht sich am Samstagabend bei der Generalprobe – und verursacht in 90 Sekunden gleich zehn Crashs. „Fahradfahren kann ich, aber für Computerspiele habe ich kein Gespür“, sagt Majer.

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