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21. März 2013

Main-Weser-Bahn Bahnlärm: Güterverkehr soll nicht zunehmen

 Von Fabian Scheuermann
Licht ins Dunkel der Ausbauplanungen wollte die Bahn mit ihrer Infoveranstaltung bringen.  Foto: Boeckheler

Die Deutsche Bahn informiert die Anwohner der Main-Weser-Bahn im Frankfurter Norden über den Ausbau der umstrittenen Strecke. Die Stimmung ist gereizt. Kritiker bezeichnen die Informationsveranstaltung der Bahn als „reine PR“.

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Rund 20 Besucher mussten den Dienstagabend im Bonameser Saalbau Nidda stehend verbringen, denn mehr als 250 Stühle konnte der Hausmeister nicht auftreiben. Der Andrang war groß bei der Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn zum viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn. Konkret ging es um den ersten Bauabschnitt zwischen Bockenheim und Bad Vilbel, für den nach jahrelangen Planungen nun Baurecht vorliegt. In zwei Jahren sollen die mehrjährigen Bauarbeiten beginnen. Gegner des Projekts werfen der Bahn vor, dass der Ausbau nicht, wie behauptet, der S6, sondern in Wahrheit dem Güterverkehr zugute komme.

Die Stimmung war schon vor der Veranstaltung gereizt. Erst hatte die Bahn die Teilnahme an einem vom Ortsbeirat 9 initiierten Infoabend im November abgesagt – dann den eigenen Termin angekündigt, den Kritiker umgehend als „reine PR“ bezeichneten. „Es kommen keine unabhängigen Experten zu Wort“, bemängelte etwa Klaus Funk von der Eschersheimer Bürgerinitiative 2statt4 und FDP-Mitglied im Ortsbeirat 9. Dass die Bahn nun Veranstalter sei, bezeichnete Funk als „unfair“. Michael Hub von der Bürgerinitiative Bahnane sprach von einer „andauernden Desinformationspolitik der Bahn“.

Neuer Halt in Ginnheim

Die Vertreter der Bahn – allen voran Klaus Vonhusen, der Bevollmächtigte des Konzerns für Hessen – versuchten dann auch alles, um den Eindruck zu zerstreuen, man halte Informationen zurück. Man wolle im weiteren Verlauf der Planungen „Transparenz“ walten lassen und mit den Bürgern „in einen Dialog treten“.

Detailliert listete Gisbert Brauner, Leiter Vertrieb und Fahrplan der DB Netze, die Vorteile des Ausbaus auf. So führe ein eigener Gleiskörper für die S-Bahn dazu, dass diese keine Fernverkehrszüge mehr vorbeilassen müsse – demnach also pünktlicher und schneller sei. „Das ist momentan ein tägliches Ärgernis für Reisende“, so Brauner.

Des Weiteren könne man nach dem Ausbau einen 15-Minuten-Takt fahren und einen neuen Halt in Ginnheim einrichten. Die Bahnhöfe entlang des Planungsgebiets sollen barrierefrei ausgebaut und die Bahnübergänge in Unterführungen umgewandelt werden. Mehr S-Bahnen sollen aber nicht fahren. „Wir haben nichts zu verbergen“, so Brauner. Eine Chance sah Klaus Vonhusen darin, dass im Zuge des Ausbaus auch Schallschutzwände – bis zu sechs Meter hoch – entstehen. „Der Schallschutz wird um Dimensionen besser sein als heute“, freute er sich. Die Befürchtung, dass nach dem Ausbau mehr laute Güterzüge rollen würden, sei unbegründet. Denn Güterzüge verkehrten meistens nachts – und da sei die Strecke selbst heute noch nicht ausgelastet. Für 2015 rechnet die Bahn mit täglich 294 Personen- und 61 Güterzügen – laut einer Prognose von 2003.

Keine Infos zu Baukosten

„Die babbeln uns tot“, beschwerte sich eine Ginnheimerin während der anschließenden Fragerunde. Ihrem Sitznachbarn waren die Antworten „viel zu schwammig“. Es habe auch keine Infos zu Erschütterungen oder Baukosten gegeben.

Während manch einer deshalb schon „Frankfurt 21“ witterte, bezichtigten andere die Bahn der blanken Lüge. So geht Michael Hub davon aus, dass nach dem Ausbau „mindestens 200 Güterzüge pro Tag“ auf der Strecke fahren werden. Robert Lange (CDU), Ortsvorsteher des Zehners, verließ die Veranstaltung nach viereinhalb Stunden „enttäuscht“. Die Auswirkungen auf seinen Ortsbezirk seien kaum berücksichtigt worden. Immerhin gibt es mit info-S6@deutschebahn.com nun eine E-Mail-Adresse für Anregungen und Beschwerden. Vonhusen versprach zudem weitere Infoveranstaltungen.

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