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Pixomondo - Spezialeffekte in "Hugo": "Hugo Cabret" - ein Oscar geht nach Frankfurt

Blick auf die grüne Wand: Erst am Computer wird der Bahnhof, in dem Hugo Cabret (gespielt von Asa Butterfield) viel Zeit verbringt, zu einem vollständigen Gebäude.
Blick auf die grüne Wand: Erst am Computer wird der Bahnhof, in dem Hugo Cabret (gespielt von Asa Butterfield) viel Zeit verbringt, zu einem vollständigen Gebäude.
Foto: dapd

"Überglücklich und stolz" sind sie im Frankfurter Osten: Für die Oscar-prämierten Spezialeffekte des 3D-Films "Hugo Cabret" ist maßgeblich das Firmennetzwerk Pixomondo verantwortlich.

Frankfurt –  

Das Unternehmen Pixomondo in Frankfurt am Main freut sich über den Oscargewinn für die besten visuellen Effekte. „Wir sind überglücklich und stolz, nach unserer Arbeit für 'Hugo Cabret' nun den Oscar in Händen zu halten“, sagte Pixomondo-Geschäftsführer Chris Vogt. In der Nacht zum Montag wurde der Film, an dessen visuellen Effekten die Firma maßgeblich beteiligt war, in Los Angeles mit der Auszeichnung geehrt. Zwei amerikanische Mitarbeiter des Unternehmens nahmen die Trophäe auf der Bühne entgegen.

Pixomondo wurde im Jahr 2010 von Hollywood-Regisseur Martin Scorsese mit der Umsetzung der visuellen Effekte für den 3D-Film beauftragt. Über die Spezialeffekte hinaus gewann „Hugo Cabret“ - ein Film über das Paris der 1930er Jahre - vier weitere Oscars in den Nebenkategorien Kamera, Szenenbild, Tonschnitt und Tonmischung.

Und so sehen sie aus, die Spezialeffekte in "Hugo": Langsam schweben dicke Schneeflocken vom Himmel, bleiben auf Hausdächern und Straßen liegen. Die Flocken landen auf einem dampfspuckenden Zug, der mit ordentlichem Tempo in den Pariser Bahnhof Gare Montparnasse einfährt. Im Paris der Dreißigerjahre beginnt die Eröffnungsszene des Scorsese-Films. Es ist ein einziger minutenlanger Kameraschwenk: Vom Himmel zum Zug und mit einer rasanten Fahrt in den Bahnhof, wo die Kamerafahrt am Ziffernblatt einer riesigen Bahnhofsuhr endet. Dahinter hockt der Waisenjunge Hugo Cabret und beobachtet das bunte Treiben im Bahnhof. So etwas filmen kann kein Kameramann.

"Hugo Cabret"- Ein Oscar für Frankfurt

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Im Osten Frankfurts, wo viele Kreative ihre Büros haben, sitzen die Effektkünstler am Hafen in einem Lofthaus. Am Eingang des Großraumbüros ist eine Küchenzeile aufgebaut mit großem Tisch, dahinter sitzen die Pixelprofis an ihren Rechnern.

Die Geschichte des Waisenjungen Hugo Cabret, der mit einer metallenen Aufziehpuppe im Pariser Gare Montparnasse lebt und sich dort um die Uhren kümmert, ist ein fantasievolles Märchen. Diese Welt ist in den Köpfen der Effektkünstler und an deren Rechnern entstanden. 62 Minuten des Films mit einer Laufzeit von knapp zwei Stunden hat Pixomondo mit visuellen Effekten versehen, insgesamt 854 Einstellungen.

Bahnhof aus dem Computer

Der Pariser Bahnhof ist im Film voller Leben. Menschen wuseln durcheinander, es ist laut und voll. Während der Dreharbeiten waren es aber nur ein paar einzelne reale Menschen, die vor knallgrünen Wänden über das Filmset spazierten. Alle anderen stammen aus dem Computer. Ebenso der eindrucksvolle Bahnhof aus Glas und Stahl, die Züge und deren dicke Dampfwolken. „Wir haben nicht den Anspruch einer fotorealen Umgebung“, sagt Vogt. Man wolle eine eigene Welt erschaffen.

Oscars 2012 - Die Gewinner

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Das wird auch durch die Kameraführung deutlich. Scorsese spielt mit dem 3D-Effekt und durch die ungewöhnliche Kameraarbeit erhalten die Bilder eine besondere Tiefe.

Am Rechner verschmelzen die errechnete Welt und die reale am Filmset bis ins kleinste Detailmiteinander. In einer Szene wird Hugo fast von einem Zug überrollt. Was auf der Leinwand im Kino dramatisch aussieht, ist beim Dreh weit unspektakulärer. Der Schauspieler Asa Butterfield sitzt auf einer grünen Kiste vor einem grünen Hintergrund. Der Zug wird nachträglich eingesetzt, ebenso die Umgebung. Die Farbe Grün markiert die Leerstellen, die mit am Computer generierten Szenen gefüllt werden. Grün ist der menschlichen Haut am unähnlichsten, sagt Vogt, und deshalb gut geeignet um als Platzhalter zu dienen.

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Autor:  Laura Wagner
Datum:  27 | 2 | 2012
Seiten:  1 2
Kommentare:  1
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