Demenzfreundliches Quartier heißt ein neues Projekt, das die Leiterin des Begegnungs- und Servicezentrums Heddernheim Sybille Vogl ab diesem Herbst im Frankfurter Nordwesten realisieren will. Die diplomierte Pflegewirtin hat sich auf Altenpflege und Demenz spezialisiert. Sie möchte die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und erreichen, „dass wir für Menschen mit Demenz nicht nur sorgen, sondern mit ihnen leben“.
Aus der eigenen Familie hat sie gute Beispiele von hochbetagten Frauen, die an Alzheimer erkrankten: „Ich empfand es gar nicht so schlimm, sie waren sehr umgänglich und hatten Freude am Leben.“
Der Gesprächskreis für Menschen mit Gedächtnisschwäche beginnt am 29. Oktober von 10 bis 11.30 Uhr mit einer neuen Gruppe in Heddernheim.
Das Leben mit Demenz ist Thema des Filmes „Eines Tages“, der am 28. September um 17 Uhr gezeigt wird.
Der Erste-Hilfe-Workshop Demenz vor allem für Dienstleister und Funktionsträger im Frankfurter Nordwesten beginnt am 12. Oktober um 18 Uhr und dauert bis 20.30 Uhr. (Anmeldung).
Heddernheimer Runde für Menschen mit Demenz, Angehörige und Freunde mit Pflegebegleitern zum Austausch und für Unternehmungen.
Treffpunkt für die kostenfreien Angebote ist das Begegnungs- und Servicezentrum Heddernheim des Frankfurter Verbandes an der Aßlarer Straße 3, Telefon für nähere Informationen und Anmeldung 069/577131. ssl
Noch im September soll das zunächst auf ein Jahr angelegte Projekt starten. Sybille Vogl hat aus den Fördermitteln der Stadt für innovative und trägerübergreifende Projekte 6000 Euro beantragt und erhalten. Ihr geht es vor allem um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Professionellen und bürgerschaftlichen Initiativen, die sich um alte Menschen kümmern.
Ausgehend von der Überlegung „wenn es den Nachbarn trifft, bin ich eher bereit, etwas zu tun“, lädt Vogl für den 12. Oktober zu einem „Erste-Hilfe-Workshop Demenz“ ein. Er richtet sich an Einzelhändler ebenso wie an Mitglieder von Kirchengemeinden, Sozialpflegerinnen, Mitarbeiter von Feuerwehr und Polizei oder Banken und Apotheken. Denn sie sind oft die Ersten, denen auffällt, wenn ein älterer Mensch stark abbaut. Sie sollen sich in dem Workshop über das Krankheitsbild Demenz informieren und lernen, wie sie „einfühlsam und angstfreier “ mit dementiell veränderten Menschen umgehen können. Zumindest Menschen mit Demenz im Frühstadium und pflegende Angehörige sollen mit einbezogen werden. Denn es geht in dem Projekt auch darum, „die Stimme von Menschen mit Demenz hörbar zu machen“, sagt Vogl.
Eine Zukunftswerkstatt ist für Februar 2011 geplant. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, wie ein demenzfreundliches Quartier aussehen könnte und „etwas zu entwickeln und zu erproben, was vielleicht auch Vorbild für andere Stadtteile werden kann“. Es ist „ein langer Weg, den wir anstoßen und testen wollen“, sagt Vogl. So sei es beispielsweise möglich, das Thema Wohnen im Alter mit Demenz anzugehen und zu prüfen, ob sich eine Dementen-Wohngemeinschaft im Quartier realisieren ließe: „Die Wohnungsbaugesellschaften müssten mitmachen.“
Im September sollen auch regelmäßige Demenz-Sprechstunden gemeinsam mit dem Verein Leben mit Demenz beginnen.

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