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13. Mai 2014

Mekka Shop in Frankfurt: Salafist betreibt Islam-Laden

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Neben Öl und Büchern gibt es auch traditionelle Bekleidung.  Foto: peter-juelich.com

Ein neuer „Mekka Shop“ eröffnet in der Frankfurter Innenstadt. Der umstrittene Salafistenprediger Abdellatif Rouali verkauft in der Stiftstraße traditionelle islamische Bekleidung, Bücher und Duftöle.

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Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der bekannte Salafistenprediger Abdellatif Rouali mitten in der Frankfurter Innenstadt ein islamisches Geschäft eröffnet. In der Stiftstraße nahe der Zeil verkauft Rouali, der lange als Kopf des vor einem Jahr vom Bundesinnenministerium verbotenen Missionsnetzwerks „DawaFFM“ galt, bereits seit einigen Wochen traditionelle islamische Bekleidung, religiöse Bücher und Duftöle. In einem gesonderten Verkaufsraum mit dem Namen „Pearl of Islam“ bietet er außerdem konservative Kleidung für Frauen und Mädchen an. Auf verschiedenen salafistischen Websites und in entsprechenden Szene-Foren wird Roualis „Mekka Shop“ bereits als besuchenswerte Neueröffnung empfohlen.

In letzter Zeit war es um Rouali, der eine besonders strikte, wörtliche Auslegung des Koran predigt, etwas ruhiger geworden. Jahrelang war der ehemalige Hausmeister in Frankfurt, aber auch bundesweit als salafistischer Prediger aufgetreten, hatte für „DawaFFM“ regelmäßig Islam-Vorträge im Internet veröffentlicht und sich mit seiner einfachen Sprache und seinen lebensnahen Themen – Ehe und Partnerschaft, Bekleidung und Alltagsverhalten, aber auch heikle Themen wie Masturbation – vor allem an jugendliche Muslime gerichtet, die er in seinem Sinne zu beeinflussen suchte.

Förderer der salafistischen Koran-Verteilaktion

Rouali war zudem von Beginn an ein Förderer der salafistischen Koran-Verteilaktion „Lies“, die Ende 2011 von dem Kölner Prediger Ibrahim Abou-Nagie gestartet wurde und das Ziel verfolgt, möglichst viele Menschen zum fundamentalistischen Islam zu bekehren. Mit Abou-Nagie und den radikalen Predigern aus dessen Netzwerk „Die wahre Religion“ ist Rouali ebenso gut vernetzt wie mit anderen Köpfen der Szene – wie etwa dem Prediger und Konvertiten Pierre Vogel.

In politischen Fragen, etwa wenn es um die Haltung zur Gewaltanwendung geht, hat Rouali sich in der Vergangenheit eher zurückhaltend geäußert. Doch es gibt deutliche Hinweise, dass er auch mit dem militanten Dschihadismus kokettiert, wie er in der Szene derzeit vor allem in Bezug auf die Beteiligung am syrischen Bürgerkrieg diskutiert und praktiziert wird: Bevor der Berliner Dschihadist und Ex-Rapper Denis Cuspert alias „Deso Dogg“ im vergangenen Jahr nach Syrien ausreiste, um sich dort einer islamistischen Terrorgruppe anzuschließen, trat Rouali mehrfach gemeinsam mit ihm bei Islam-Seminaren auf, auf denen Cuspert vor Jugendlichen offen für den „Heiligen Krieg“ warb.

Täglich geöffnet: der Mekka Shop in der Stiftstraße.  Foto: peter-juelich.com

Auch an anderer Stelle bekannte Rouali sich indirekt zur Gewaltanwendung: Nachdem radikale Salafisten im Mai 2012 am Rande einer Kundgebung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW in Bonn Polizisten angegriffen hatten, nahm er in einem Video zu den Vorfällen Stellung. Dabei sagte Rouali, er hoffe, dass die Angreifer nach ihrem Tode „die beste Stufe im Paradies“ erhalten würden. Dass sie Polizisten angegriffen hätten, sei verständlich, schließlich habe Pro NRW „diese Brüder richtig provoziert“ – durch das Zeigen von Mohammed-Karikaturen.

Ob der Mekka Shop in der Stiftstraße zu einem Treffpunkt hessischer Salafisten werden wird, ist bisher nicht abzusehen. Am vergangenen Wochenende war in der Innenstadt jedenfalls zu beobachten, wie verschiedene junge Männer zwischen Roualis Geschäft und einem „Lies“-Infostand auf der Zeil hin- und hergingen. Die Koran-Aktion wird von den Sicherheitsbehörden beobachtet, weil sie für viele junge Muslime am Beginn ihrer Radikalisierung steht. Mindestens drei der vier jungen Frankfurter, die in den letzten Monaten im syrischen Bürgerkrieg gestorben waren, hatten sich zuvor an „Lies“-Ständen beteiligt.

Beim hessischen Verfassungsschutz hieß es auf Anfrage, der Mekka Shop sei bereits bekannt. Da der Geschäftsführer Rouali eine bekannte Figur der Salafistenszene im Rhein-Main-Gebiet sei, gehe man davon aus, „dass auch Angehörige der salafistischen Szene das Geschäft aufsuchen“.

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