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Mieten zu hoch: Eintracht-Präsident will neues Stadion bauen

Eintracht-Präsident Peter Fischer beklagt die hohe Miete für die Profifußballer im Stadtwald-Stadion. Er plant eine reine Fußball-Arena mit 44.000 Plätzen. Denn auf Miet-Rabatte kann die Eintracht nicht hoffen: OB-Kandidat Boris Rhein (CDU) lehnt eine finanzielle Erleichterung jedenfalls ab.

Eintracht-Präsident Peter Fischer sind die Mieten im Stadion zu hoch.
Eintracht-Präsident Peter Fischer sind die Mieten im Stadion zu hoch.
Foto: Alex Kraus

Die Stimme von Peter Fischer klang am Freitag sehr nach Reibeisen. Entsprechend grimmig war auch der Ton seiner Philippika in Richtung der städtischen Politik. „Die können dann prima Konzerte und was weiß ich sonst noch in der Arena veranstalten.“ Fußball, jedenfalls solchen, wie ihn die Eintracht-Mannen spielen, wird es nach 2018 im Stadtwald-Stadion nicht mehr geben – wenn es nach dem Präsidenten von Eintracht Frankfurt geht.

Der Boss des Gesamtvereins will Ernst machen mit seinen Plänen, dem Klub ein eigenes Stadion hinzustellen. Was Peter Fischer sagt, klingt nicht nach einem verfrühten April-Scherz. Der schillernde Vereinsboss hat die Nase voll, „von den politischen Akteuren, die sich gerne im Licht der Bundesliga-Profis sonnen, sich als Eintracht-Fans auf der Tribüne feiern lassen, aber der Abteilung der Berufsfußballer in der ersten Liga zehn und in der zweiten Liga fünf Millionen an Stadionmiete abknöpfen“.

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Zur Sache

20 Millionen Euro mehr als im Finanzplan veranschlagt, hat die Stadt Frankfurt nach Angaben von Peter Fischer seit dem Stadionbau 2006 eingenommen, weil vor allem in der ersten Liga das Stadion sehr oft ausverkauft war.

Im Schnitt, so der Eintracht-Präsident, zahlen andere Bundesligisten, die kein eigenes Stadion haben, aber nur 2,5 bis drei Millionen Euro Miete.

Kaiserslautern zum Beispiel hat dem ortsansässigen 1.FCK für vier Jahre eine Million Euro jährlich erlassen. In der 1. Liga zahlen die Pfälzer wieder die volle Miete von 3,2 Millionen Euro.

Das ruiniert nach Ansicht des Präsidenten die Wettbewerbsfähigkeit der Eintracht gegenüber den anderen Profi-Clubs, die oft nur ein Drittel der genannten Summen zahlen müssen. „Ich habe keine Lust, denen die Party weiter zu finanzieren.“

Arena mit 44.000 Plätzen

Einer von „denen“ ist auch Boris Rhein, der Oberbürgermeisterkandidat der Frankfurter CDU. Der Noch-Innenminister von Hessen und bekennende Eintracht-Fan hat in einem Gespräch mit der FR nur milde gelächelt, als die Frage kam, ob die Eintracht Aktiengesellschaft denn auf den so oft geforderten Rabatt hoffen könnte, wenn er im Sommer in den Römer einziehen sollte. „Ganz sicher nicht“, hat Rhein zunächst kurz und knapp geantwortet , um dann ein wenig weiter auszuholen.

Ein derartiges Entgegenkommen sei den vielen Amateurvereinen, die sich ja ebenfalls an Hallenmieten und Sportplatzinstandhaltung beteiligen müssten, „nicht vermittelbar“. Rhein hat dann noch kühl an den bis 2018 bestehenden Vertrag mit der Eintracht AG erinnert.

Aktuelles aus dem Eintracht-Trainingslager
Gefeilsche um Helmes

Dem Vernehmen nach soll sich Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen am Dienstag mit Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath getroffen haben, um den angedachten Wechsel von Patrick Helmes an den Main zu verhandeln. „Wir wissen ja gar nicht, zu welchen Bedingungen der Felix den Spieler abgeben würde“, sagte Bruchhagen der FR nach der Aufsichtsratssitzung am Montag.

Dabei schien schon alles eingetütet. Bereits während des Hessen-Cups in der Ballsporthalle am 6. Januar sprach Sportmanager Bruno Hübner mit seinem Wolfsburger Kollegen über den Helmes-Transfer. Sollte Bruchhagen mit seinem alten Kumpel Magath den Deal perfekt machen, er den vom Aufsichtsrat festgelegten finanziellen Korridor nicht verlassen, könnte alles ganz schnell gehen. Danach sieht es aber nicht aus. Das Gefeilsche hat gerade erst begonnen. Das Transferfenster schließt am 31. Januar. (hu)

Bis dahin, das weiß auch Fischer, müssen er und die Profi-Riege die Zähne zusammenbeißen. Bis dahin soll nun die reine Fußball-Arena mit 44.000 Plätzen stehen. Gemeinsam mit einem „Partner, der sich bei uns angeboten hat,“ hat Fischer bereits einen Standort ausgeguckt. Über Ort und Co-Investor spricht Fischer nicht, „wir haben Verschwiegenheit vereinbart“, der Präsident ist sich aber sicher, dass das Projekt trotz klammer Clubkasse zu stemmen ist. 5,6 Millionen Euro jährlich, sieht der Zins- und Tilgungsplan für die nach Mainzer Vorbild (64 Millionen Euro teuer, bei 32.000 Sitzplätzen) zu errichtende Arena vor. Das würde die Eintracht geradezu dazu verdammen, nie mehr abzusteigen.

Autor:  Jürgen Ahäuser
Datum:  14 | 1 | 2012
Kommentare:  14
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