Die Stimme von Peter Fischer klang am Freitag sehr nach Reibeisen. Entsprechend grimmig war auch der Ton seiner Philippika in Richtung der städtischen Politik. „Die können dann prima Konzerte und was weiß ich sonst noch in der Arena veranstalten.“ Fußball, jedenfalls solchen, wie ihn die Eintracht-Mannen spielen, wird es nach 2018 im Stadtwald-Stadion nicht mehr geben – wenn es nach dem Präsidenten von Eintracht Frankfurt geht.
Der Boss des Gesamtvereins will Ernst machen mit seinen Plänen, dem Klub ein eigenes Stadion hinzustellen. Was Peter Fischer sagt, klingt nicht nach einem verfrühten April-Scherz. Der schillernde Vereinsboss hat die Nase voll, „von den politischen Akteuren, die sich gerne im Licht der Bundesliga-Profis sonnen, sich als Eintracht-Fans auf der Tribüne feiern lassen, aber der Abteilung der Berufsfußballer in der ersten Liga zehn und in der zweiten Liga fünf Millionen an Stadionmiete abknöpfen“.
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20 Millionen Euro mehr als im Finanzplan veranschlagt, hat die Stadt Frankfurt nach Angaben von Peter Fischer seit dem Stadionbau 2006 eingenommen, weil vor allem in der ersten Liga das Stadion sehr oft ausverkauft war.
Im Schnitt, so der Eintracht-Präsident, zahlen andere Bundesligisten, die kein eigenes Stadion haben, aber nur 2,5 bis drei Millionen Euro Miete.
Kaiserslautern zum Beispiel hat dem ortsansässigen 1.FCK für vier Jahre eine Million Euro jährlich erlassen. In der 1. Liga zahlen die Pfälzer wieder die volle Miete von 3,2 Millionen Euro.
Das ruiniert nach Ansicht des Präsidenten die Wettbewerbsfähigkeit der Eintracht gegenüber den anderen Profi-Clubs, die oft nur ein Drittel der genannten Summen zahlen müssen. „Ich habe keine Lust, denen die Party weiter zu finanzieren.“
Arena mit 44.000 Plätzen
Einer von „denen“ ist auch Boris Rhein, der Oberbürgermeisterkandidat der Frankfurter CDU. Der Noch-Innenminister von Hessen und bekennende Eintracht-Fan hat in einem Gespräch mit der FR nur milde gelächelt, als die Frage kam, ob die Eintracht Aktiengesellschaft denn auf den so oft geforderten Rabatt hoffen könnte, wenn er im Sommer in den Römer einziehen sollte. „Ganz sicher nicht“, hat Rhein zunächst kurz und knapp geantwortet , um dann ein wenig weiter auszuholen.
Ein derartiges Entgegenkommen sei den vielen Amateurvereinen, die sich ja ebenfalls an Hallenmieten und Sportplatzinstandhaltung beteiligen müssten, „nicht vermittelbar“. Rhein hat dann noch kühl an den bis 2018 bestehenden Vertrag mit der Eintracht AG erinnert.
Dem Vernehmen nach soll sich Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen am Dienstag mit Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath getroffen haben, um den angedachten Wechsel von Patrick Helmes an den Main zu verhandeln. „Wir wissen ja gar nicht, zu welchen Bedingungen der Felix den Spieler abgeben würde“, sagte Bruchhagen der FR nach der Aufsichtsratssitzung am Montag.
Dabei schien schon alles eingetütet. Bereits während des Hessen-Cups in der Ballsporthalle am 6. Januar sprach Sportmanager Bruno Hübner mit seinem Wolfsburger Kollegen über den Helmes-Transfer. Sollte Bruchhagen mit seinem alten Kumpel Magath den Deal perfekt machen, er den vom Aufsichtsrat festgelegten finanziellen Korridor nicht verlassen, könnte alles ganz schnell gehen. Danach sieht es aber nicht aus. Das Gefeilsche hat gerade erst begonnen. Das Transferfenster schließt am 31. Januar. (hu)
Zahnschmerzen an sich sind ja schon blöd, im Urlaub noch mehr und auf der arabischen Halbinsel erst recht. Doch genau das war Erwin Hoffer passiert. Schon zu Hause hatte er leichte Probleme mit den Beißerchen gehabt, in Doha wurden die Schmerzen plötzlich so stark, dass er zum Zahnarzt musste. Prompt musste er sich einen vereiterten Weisheitszahn ziehen lassen. „Ich hoffe, er hat damit nicht seinen Biss verloren“, sagte Lizenzspielerbetreuer Rainer Falkenhain.
Beim Treppenlaufen am Morgen hat sich Pirmin Schwegler den großen Zeh angeschlagen. Die Kapsel des großen Onkels links war in Mitleidenschaft gezogen, nichts wirklich Schlimmes, aber beim Nachmittagstraining im großen Stadion musste der Kapitän kürzertreten.
Am Montag, auf der Aufsichtsratssitzung in Frankfurt, fällt womöglich die Entscheidung darüber, ob Stürmer Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg zur Eintracht wechselt. Manager Bruno Hübner ist von den Räten eingeladen worden. Ihm schwebt ein Leihgeschäft bis zum Ende der Saison vor. Ein finanzieller Drahtseilakt ist die Personalie allemal, es sei denn Hübner kriegt andere Spieler von der Gehaltsliste.
Immerhin ist jetzt endlich klar, dass die Eintracht in der Wüste trainingshalber auch Spiele bestreitet. Zumindest ein Testspiel ist fix, am Mittwoch, 18. Januar, treffen die Frankfurter gegen auf die Olympia-Auswahl Katars. Anstoß ist um 18.30 Uhr. Sofern die Verantwortlichen, wer immer das auch sein mag in Katar, einen geeigneten Rasenplatz zur Verfügung stellen. Und womöglich finden die Hessen in den Weiten der arabischen Halbinsel noch einen Gegner von Format. Sicher ist das nicht.
24 Spieler hat Trainer Armin Veh zwar mit nach Doha genommen, doch beim ersten Üben am Sonntag standen ihm nur 19 zur Verfügung. Bamba Anderson und Mohamadou Idrissou können ohnehin wegen ihrer überstandenen Operationen nur eingeschränkt Reha machen. Idrissou klagte zudem über Kopfschmerzen. Dazu blieben Oka Nikolov, Ümit Korkmaz (beide Wadenblessur) und Stefan Bell (Innenbandanriss) gleich im Hotel. Verpasst haben die fünf nicht viel.
Am Flughafen Frankfurt, am Samstagnachmittag: Die Mannschaft von Eintracht Frankfurt ist zum Einsteigen bereit, da nähert sich ein grün uniformierter Mann vom Zoll, am Gürtel die Dienstpistole. Hatte da jemand was nicht verzollt? Entwarnung. Der Mann sammelte nur fleißig Autogramme. (kil)
Bis dahin, das weiß auch Fischer, müssen er und die Profi-Riege die Zähne zusammenbeißen. Bis dahin soll nun die reine Fußball-Arena mit 44.000 Plätzen stehen. Gemeinsam mit einem „Partner, der sich bei uns angeboten hat,“ hat Fischer bereits einen Standort ausgeguckt. Über Ort und Co-Investor spricht Fischer nicht, „wir haben Verschwiegenheit vereinbart“, der Präsident ist sich aber sicher, dass das Projekt trotz klammer Clubkasse zu stemmen ist. 5,6 Millionen Euro jährlich, sieht der Zins- und Tilgungsplan für die nach Mainzer Vorbild (64 Millionen Euro teuer, bei 32.000 Sitzplätzen) zu errichtende Arena vor. Das würde die Eintracht geradezu dazu verdammen, nie mehr abzusteigen.
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