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25. September 2013

MMK im Taunus-Turm: Museum zieht ins Bankenviertel

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Dem Pfeil nach geht's zur Kunst in der zweiten Etage: Modell des Ensembles "Taunus-Turm", von der Wallanlage aus gesehen.  Foto: Alex Kraus

Ab Januar stellt der Investor Jerry Speyer dem Museum für Moderne Kunst (MMK) eine Etage im Taunus-Turm zur Verfügung. Kostenfrei wird auf 2000 Quadratmetern ein Teil der ständig wachsenden Sammlung des Kunsthauses präsentiert.

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Frankfurt am Main –  

Wenn im Januar an der grünen Wallanlage das neue Hochhaus Taunus-Turm eröffnet, zieht auch das Museum für Moderne Kunst (MMK) dort ein. Bauherr Jerry Speyer stellt der Gegenwartskunst in der zweiten Etage 2000 Quadratmeter Raum zur Verfügung – auf 15 Jahre, und ohne Miete oder Nebenkosten zu verlangen. Auch die Betriebskosten für die Museums-Dependance sind zum Großteil durch Stiftungen oder Partner gesichert.

Investor Jerry Speyer entstammt einer alten Frankfurter Familie. Doch sein Vater musste 1939 als Verfolgter von hier in die USA emigrieren. Speyer baut seit 25 Jahren in der Stadt; das erste Gebäude war der Messeturm. Die „hohe internationale Nachfrage“ nach Räumen im neuen Taunus-Turm bestätige ihn, sagte Speyer am Dienstag im Rohbau des Bürohauses. Für ihn sei Frankfurt „die zukunftsfähigste Stadt in Deutschland“, erklärte er sein Engagement für das Bankenviertel als Museumsstandort. Wie man hier „mit Geschäftsleuten arbeitet“, das sei für ihn „einmalig“.

Wachsende Sammlungen

In diesem Fall eines 170-Meter-Turms plus angrenzendem knapp halb so hohem Wohnhochhaus hat sich Planungsdezernent und Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) die Arbeit gemacht. Ihm war wichtig, den Taunus-Turm in den Alltag zu integrieren, „den öffentlichen Raum zu beleben“. Genauso wichtig aber sei ihm: „Was spielt sich drinnen ab?“ Bars, Clubs, Läden, Aussichtsterrassen, alle möglichen Nutzungen seien bereits etabliert worden: „Der Einzug einer Kulturinstitution ist uns noch nicht gelungen.“ Aber jetzt. Denn seit dem gescheiterten Versuch, das MMK im Neubau „Turm-Carree“ am Eschenheimer Turm unterzubringen, blieben die Raumprobleme des Museums ungelöst. Mehr als zehn Prozent der als außergewöhnlich angesehenen und naturgemäß ständig wachsenden Sammlung moderner Kunst kann nicht präsentiert werden, wiederholte Direktorin Susanne Gaensheimer immer wieder.

Kunst-Turm

Der Taunus-Turm, bestehend aus zwei Bauteilen (Bürohaus und Wohnhaus), wurde entworfen vom Architekturbüro Gruber+Kleine-Kraneburg.

Für den Neubau an der Neuen Mainzer Straße ist ein schlichtes Bürohaus der Nachkriegszeit abgebrochen worden.

Eine der Etagen wird dem Museum für Moderne Kunst (MMK) ab 2014 kostenfrei überlassen – für 15 Jahre. clau


Erstmals vor zwei Jahren konnte sich das MMK in einem Abbruchhaus auf dem früheren Degussagelände am Main einrichten. „Das hat Bewegung gebracht“, glaubt die Museumsleiterin. Und es hat die Popularität der Institution erhöht. Der Einzug ins Bankenviertel ist für Mitte 2014 geplant. Die vorgesehene Etage zieht sich von der Grünanlage bis zur Neuen Mainzer Straße durch das Gebäude. Im Erdgeschoss des Anbaus sollen Museumscafé und ein Buchladen eröffnen. Zweimal jährlich will das Museum im Taunus-Turm „die Sammlung und Wechselausstellungen dialogisch präsentieren“. Dagegen sollen „die Klassiker“ der MMK-Bestände, beispielsweise die Werke von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Rosemarie Trockel, Gerhard Richter oder Blinky Palermo, dauerhaft im Stammhaus an der Domstraße zu finden sein.

Speyers Zwiegespräch

Für die Zukunft des MMK haben sich viele Institutionen und Bürger eingesetzt, wurde berichtet. Als Partner des Museums war der Unternehmer Stefan Quandt aktiv – besonders darin, weitere Zusagen zur Übernahme der Betriebskosten zu gewinnen. Außerdem engagieren sich Hessisch-Thüringische Landesbank (Helaba) und die Ernst Max von Grunelius-Stiftung. Jerry Speyer war beeindruckt von der „einmaligen Kooperation“, wie er sagte.

Irgendwann sei er daraufhin mit sich selber in ein Zwiegespräch eingetreten, was es eigentlich rechtfertige, für „art and business“ in Frankfurt „und nicht in den USA“ Geld zu geben. Die Antwort, die ihm gekommen sei, brachte er auf die Formel: „Kunst kennt keine Grenzen.“ Womit er sagen wollte, dass es gleichgültig sei, wo man Kunst unterstütze. Hauptsache, man unterstütze sie.

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