Elektromobilität ist ein Schlagwort, das wir immer öfter lesen. Der Markt für E-Bikes und Pedelecs wächst rasant, die wirtschaftliche Bedeutung ist nicht zu unterschätzen. Auch ich habe meinen Beitrag zu diesem Wachstum geleistet. Hier meine Erfahrungen und Einschätzungen.
Die Entfernung zwischen meinem Wohnort und meinem Arbeitsplatz beträgt etwa 23 Kilometer. Bislang habe ich diese Strecke meist mit Bus und Bahn zurückgelegt, gelegentlich mit dem Auto und manchmal auch per Fahrrad, was auf dem Weg zur Arbeit in der Regel kein Problem war – ich bin ein Morgenmensch und liebe die Frische des frühen Tages. Anders die Fahrt mit dem Fahrrad zurück. Nach einem acht- bis zehnstündigem Arbeitstag schienen mich meine Kräfte so manches Mal auf halbem Wege zu verlassen, die Strecke zog sich wie Kaugummi, danach wollte ich nur noch die Füße hochlegen.
An solchen Abenden dachte ich immer öfter an das Pedelec meiner Mutter. Ich machte einige Probefahrten und fragte mich, warum ein solches Fahrrad eigentlich nur was für ältere Menschen sein soll und nicht auch eine prima Alternative zum Auto. Seit einigen Wochen bin ich stolze Besitzerin eines solchen Fahrrads mit Elektrounterstützung und kann die erhofften Vorteile nicht nur bestätigen – nach meiner Erfahrung sind mehr Vorteile damit verbunden, als ich vorher geahnt habe.
Beim Kauf des Pedelecs habe ich mich für den leistungsstärkeren Akku entschieden, immerhin gibt es einige heftige Steigungen auf meinem Weg. Er unterstützt leise summend bis etwa 25 km/h das Treten je nach Einstellung schwach-mittel-stark und kann auch ganz ausgeschaltet werden, wobei ich die Reichweite noch gar nicht ausgetestet habe. Mir kommt es mehr darauf an, dass ich das Ladegerät nicht mitführen muss, denn selbst bei starker Zuschaltung reicht der Akku für Hin- und Rückfahrt gut aus und hat dann noch immer eine stattliche Reserve. Doch was die Hauptsache ist: Der Weg von und zur Arbeit ist mir seither zu einer wahren Freude geworden.
23 km lang an der frischen Luft
Ich bewege mich täglich gut zwei Stunden bei mittlerer Pulsfrequenz an der frischen Luft – Zeit, die ich bei Nutzung des Autos oder Bus/Bahn kaum zusätzlich aufbringen könnte. Da mein Fahrweg durch ländliches Gebiet verläuft und ich weitgehend Radwege und befestigte Feldwege benutzen kann, genieße ich das tägliche Naturerlebnis, freue mich mit den Landwirten, wenn endlich das Wetter gut ist, und bin mit so manchem Hasen und einigen Rehen inzwischen per du. Manchmal fahre ich sogar kleine Umwege, um Neues zu entdecken, und da ich meine Kleidung den Umständen anpasse, machen Wind und Wetter wenig aus. Und auf dem Rückweg befreie ich mich von der Arbeit im Büro, komme gelöst und entspannt zu Hause an.
Besonders schätze ich die Flexibilität des Pedelecs. Die starren Abfahrtszeiten bei Bus und Bahn sind für mich passé, auch die relativ hohen Fahr- und Benzinpreise lassen mich kalt. Die Stromkosten für die knapp 50 km betragen etwa 7 Cent, und das ist nicht mal Atomstrom, da wir längst auf Ökostrom umgestiegen sind. Freilich gelingt diese umweltbewusste Art der Mobilität nur, wenn es ausreichend Radwege und ein ausgeschildertes Radwegenetz gibt. Hier geht mein Appell an die Kommunen und Kreise, sich für deren Ausbau noch stärker zu engagieren. Auch mehr Rücksicht der Autofahrer wäre angebracht. Schließlich schone ich auch ihre Umwelt, nehme ihnen keinen Parkplatz weg und verursache keine Staus. Und nicht zuletzt braucht es gute und sichere Abstellmöglichkeiten für das wertvolle Gefährt; der Arbeitgeber sollte nicht nur Parkplätze, sondern auch überdachte Fahrradabstellplätze bereithalten. Durchtrainierte, gesunde Mitarbeiter sind für jeden Betrieb Gold wert, Bewegung ist essentiell für kreatives Schaffen und sollte unterstützt werden.
Mein Fazit: Das Pedelec ist eine zukunftsweisende Alternative zur Erhaltung der Mobilität bei gleichzeitiger Schonung von Umwelt und Ressourcen. Ein probates Mittel zur Gesundheitsvorsorge ist es außerdem.

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