Auch für schicke Köpfe ist etwas auf der Modemesse Stilblüten dabei.
Auch für schicke Köpfe ist etwas auf der Modemesse Stilblüten dabei.
Von wegen Frankfurt hat nur Banken und Flughafen zu bieten. Auf der Modemesse "Stilblüten" zeigen die Kreativen der Stadt ihr Können: Ausgefallene Kleidung, Schmuck und vieles mehr.
Paris, Mailand, New York, Frankfurt? So ganz mag diese Auflistung noch nicht überzeugen. Doch wer am Wochenende bei den „Stilblüten“ war, weiß, dass sich in der Frankfurter Modeszene einiges tut. Das Modefestival soll Frankfurt als Stadt der Mode bekannter machen. „Bei Frankfurt denken immer alle gleich an Banken und den Flughafen, aber nicht an die Kreativen“, sagt Gründerin Stella Friedrichs.
Stoffgeraschel, verzückte Ausrufe, Hunde, die zwischen den Ständen hin- und herhuschen und Kinder, die durch die Gänge toben. Die Stilblüten sind eine etwas andere Verkaufsmodemesse. Das zeigt schon die Location. Nicht in einer „anonymen Messehalle“, sondern in der alten Stadtbibliothek auf der Zeil findet das Festival statt.
Modemesse Stilblüten
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...110 Aussteller aus Deutschland und Österreich verwandelten am Wochenende die Stadtbücherei in eine vorweihnachtliche Design-Meile.
Auf 2000 Quadratmetern gab es Außergewöhnliches aus den Bereichen Mode zu sehen.
Stilblüten wurde 2005 von Stella Friedrichs gegründet, um Modemacher und Designer aus dem Rhein-Main Gebiet zu unterstützen und ihre Arbeiten öffentlich zu machen.
Von der Schürze bis zum Abendkleid, von Accessoires über Schmuck...
...über Hüte und Taschen ist auf der Modemesse alles zu finden.
Weitere Impressionen von der Modemesse folgen.
Stilblüten heißt das Festival für Mode und Design in Frankfurt...
Fotostrecken Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
„Off-Locations haben einfach einen ganz besonderen Charme“, so Friedrichs. Es ist alles etwas runtergekommen, in mühevoller Kleinarbeit haben Friedrichs und ihre Partner Lampen angebracht und Kabel verlegt.
Was als Spaßprojekt begann, ist mittlerweile über Frankfurts Grenzen hinaus bekannt. Aus Berlin, Hamburg und Österreich pilgern die Designer nach Frankfurt, um ihre Kreationen vorzustellen. „Das hat sich einfach so entwickelt“, sagt Friedrichs, die 2005 mit acht Designern eine erste kleine Ausstellung organisierte. An diesem Wochenende strömten rund 5000 Besucher zum Festival. Das müdegekaufte Publikum kann bei Kaffee und Kuchen entspannen und Kraft für die nächste Runde sammeln. Kinder können in einem eigenen Spielbereich untergebracht werden. „Ich habe meinen Mann gleich mit dorthin geschickt“, sagt Besucherin Nina Ikic, die seit drei Stunden fröhlich einkauft. „Hier gibt es einfach ausgefallene Dinge zu entdecken.“ Lederfäustlinge, bei denen Daumen und Zeigefinger jeweils in einem einzelnen Fach stecken, Schmuck aus alten Ziffernblättern und neu aufgearbeitete alte Stühle, die von ihren alten Besitzern vor die Tür gestellt wurden.
Die Trends der Modemesse Stilblüten
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Die Trends der Modemesse Stilblüten
TREND 2: GEHT NICHT, GIBT'S NICHT
Wolle, Leder, Seide, alles ist erlaubt, und zwar zusammen! Denn in diesem Winter ist das Modemotto Materialmix. Der Griff nach der schweren Lederjacke des guten Bekannten ist in der Discoverschnaufpause nicht mehr letzte Notlösung für die bibbernde Schönheit im Hängerkleidchen, sondern Stylemuss. Besonders gerne toben sich Designer materialmäßig an College-Jacken aus, aktuell mit Lederarm und Wollrumpf.
Das findet auch Heidi Flügel, die mit ihren Kleidern Frauen gerne einen unkomplizierten Selbstverständlich-Look an den Leib schneidert – das gilt auch für Brautkleider. Die Rheinländerin hat erst die Werkstatt Schnitt+Design in Sachsenhausen mitbegründet, bis sie nach zehn Jahren den mutigen Sprung über den Main hin zu einem eigenen Label HE:IDI und dem Atelier LOOK twice in der Rotlintstraße wagte.
www.heidi-fluegel.com
Foto: Veranstalter
TREND 3: AUF DIE PISTE
Da sage noch mal einer, Strampler seien nicht sexy: Der eng geschnittene Skianzug ist zurück, aber ohne Schnee, dafür mit Kunstpelz und Wintersport-Einfluss aus früheren Dekaden. Das ist kein Kokolores, sondern Coco Lores, zu finden in der Koselstraße, Frankfurt. Hinter dem Label verbergen sich die drei Designerinnen Iris Becker, Olivia Dahlem und Claudia Frick, die jedes Jahr ein neues Kollektionsthema haben. 2008 gab es „Krimi Fashion“ mit viel Schwarz. 2009 folgte „Büro Couture“, 2010 die Kollektion „Voyage Voyage“, inspiriert von Metropolen dieser Welt. 2011 verkünden die Designerinnen den „club d’amour“ für Frauen, die sich nicht zwischen sinnlicher und seriöser Kleidung entscheiden wollen. Und weil ihre Mode so besonders ist, wurde die neue Kollektion auch an einem besonderen Ort fotografiert: Das Seven Svans ist das schmalste Haus Frankfurts.
www.coco-lores.com
TREND 4: FIFTIES FOREVER...
Marylin Monroe, Brigitte Bardot und Audrey Hepburn sind die Ikonen der 50er-Jahre-Mode, in der nach dem Krieg endlich wieder die Weiblichkeit gefeiert werden darf. Weit schwingende Petticoat-Röcke und Corsagen gehören hier zum guten Ton wie Pfennigabsätze und das Bild einer glücklich jauchzenden Marylin Monroe auf dem U-Bahn-Schacht. Und dann kommt auch noch Elvis und der Rock ’n’ Roll.
Weil Designer aber nicht jeden Modetrend wiederholen, sondern Inspiration für den eigenen Stil suchen, lockert die Wiesbadenerin Birgit Fligge noble Tüllröcke mit sportlichen Baumwoll-Sweatshirts auf.
Mit ihrem Label meelbiin feiert die Schneidermeisterin, die auch Nähkurse anbietet, seit 2002 Erfolge. Zu finden ist ihre leger-mondäne Kollektion deutschlandweit in ausgewählten Läden oder online.
www.meelbiin.de
TREND 5: ODER DOCH LIEBER GOLDEN TWENTIES?
Beim 20er-Jahre-Look wird dick aufgetragen: von Zigarettenspitzen über Schluppen-blusen, Perlenketten und Federboas darf Frau sich mit allem umgeben, was sie glamourös und auf-gar-keinen-Fall-pferdestehl-artig aussehen lässt. Und weil wir uns alle ein wenig Glamour in unserem schnöden Alltag wünschen, haben sich in diesem Jahr besonders viele Designer von der Swing-Ära inspirieren lassen. Zum Beispiel die Designerin Maxie Rosenkranz, die ihre Kollektion zusammen mit der belgischen Hutdesignerin Laurence Leleux ausstellt. Auch Janet Seifert und Kai Unger von Vecona Vintage aus dem rheinland-pfälzischen Wallertheim nehmen Bezug auf die Swing-Ära der 20er. Und weil es für jeden
erhabenen Auftritt auch edler Handschuhe bedarf, hat sich darauf die estländische Designerin Evelyn Toomistu spezialisiert.
www.evelyntoomistu.com, www.maxierosenkranz.com, www.vecona-vintage.com
Pulli, Hose oder warme Socken: Den siebten Platz belegte in diesem Jahr Bekleidung.
TREND 1: ICE, ICE, BABY!
Der Rapper Vanilla Ice hat schon in den neunziger Jahren gewusst: Wer en vogue sein möchte, braucht die Farben der Eisprinzessin: Von Petrol über Knalltürkis, Eisgrau, Tauben- oder Cobaltblau ist in diesem Winter alles erlaubt, Hauptsache, beim Anblick gefriert der Blick und im Ohr groovt es nur noch: Ice Ice Baby / Too Cold/Ice ice baby/ Too cold to cold!
Für den Sichtschutz der abgebildeten Dame zeichnet das Label „Corrente“ verantwortlich, hinter dem sich eine Liebesgeschichte zwischen Frankfurt und New York verbirgt. In Brooklyn verguckte sich vor ein paar Jahren die Frankfurterin Pia Dorfmüller in die femininen Taschen von Corie Humble aus italienischem Leder, die in jeder Kollektion von einem neuen Thema inspiriert sind.
20 Handtaschen später ist aus dem flüchtigen Verliebtsein eine innige Geschäftsbeziehung geworden, in der Kollektionen wie „unvollendete Geometrie“ oder „Olympias Garten“ lanciert werden. Im August dieses Jahres eröffnete ein Flagship Store in New York, und in Frankfurt soll es auch bald so weit sein.
Wer so lange nicht warten möchte, stöbert auf der Homepage nach Taschen wie „la garconne briefcase“ oder „nairobi“, geht zu Coco Lores – oder fliegt endlich mal (wieder) nach New York, um lässig die Lower East Side entlangzuschlendern.
www.shopcorrente.com
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Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Was auffällt ist, dass die Männer in der Unterzahl sind – sowohl bei Ausstellern als auch bei den Besuchern. „Frauen kaufen auch einfach viel mehr“, sagt Ikic. Neben Söhnen und Ehemännern gibt es nur wenige, die sich auf der Jagd nach besonderen Stücken ins Getümmel stürzen. Das kann Maximilian gar nicht verstehen. „Hier sind so viele hübsche Frauen.“ Maximilian ist sechs. Vielleicht wird er einmal ein ganz Großer. „Ich will, dass später alle Frauen zu mir kommen, weil ich sie mit meinen Kleidern noch schöner mache.“ Genäht hat Maximilian allerdings noch nie.
Als Nachwuchsdesigner ist er aber schon mal am richtigen Ort. Die Stilblüten haben sich nämlich auch die Förderung des kreativen Nachwuchses auf die Fahnen geschrieben. Als „Talentblüten“ werden die acht Designer, die sich in einem gemeinsamen Bereich vorstellen, bezeichnet. Eine besondere Auszeichnung ist der mit 1000 Euro dotierte Designpreis, der seit 2008 verliehen wird. In diesem Jahr wurde der Preis erstmals geteilt. Neben Heidi Flügel, die mit ihrem Label HE:IDI schon ein alter Hase im Geschäft ist, bekam auch Nachwuchsdesignerin Frauke Behme aus Hannover die Auszeichnung verliehen.
Auch im kommenden Jahr wird es wieder modisch in Frankfurt. Wo das Festival stattfinden soll, weiß Friedrichs noch nicht. „Es ist unglaublich schwierig, geeignete Räume in der Innenstadt zu finden.“ Sie wünscht sich mehr Unterstützung von der Stadt.