Museumsuferfest am Samstag: Darf's auch ein bisschen Museum sein?
Tag zwei des Frankfurter Kulturfestivals hat begonnen. Auf die Besucher des Museumsuferfestes warten fliegende Boote auf dem Main, Klänge im Kloster, Partyzonen am Wasser - und nicht zu vergessen die Museen. Da kommt das Fest schließlich her.
Am Freitagabend war's schon richtig schön voll auf dem Museumsuferfest. Foto: Boeckheler
Am Freitagabend war's schon richtig schön voll auf dem Museumsuferfest. Foto: Boeckheler
Eines ist ja wirklich praktisch am Museumsuferfest: Regenschauer können dem Besucher schnurzpiepegal sein. Denn das Kulturfestival ist ja schließlich kein herkömmliches Open-Air-Event, bei dem man sich bei einem ordentlichen Guss unter Markisen und Vordächern der Stände quetschen muss. Nein, beim Museumsuferfest rettet sich ein jeder ganz einfach vorm runterprasselnden Nass: ins nächste Museum. Und vielleicht ist das Angebot dort dann so gut, dass die nächste Wolkenlücke schlichtweg verpasst wird.
Und das ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. Schließlich haben die Ausstellungshäuser ein Extra-Programm fürs Fest auf die Beine gestellt. Im Museum für Kommunikation gibt es beispielsweise über den Samstag verteilt Kurzführungen: „Do it yourself – die Mitmachrevolution“ - und von 11 bis 12 Uhr sogar eine Führung auf Italienisch: „L’evoluzione della comunicazione: Dal messaggero all’internet – Die Überwindung von Zeit und Raum“.
Das Filmmuseum bietet zwischen 11 und 19 Uhr schon einmal einen Vorgeschmack auf das für September geplante Kinderfilmfestival Lucas an: mit Kurzfilmen, Quiz und „Trickboxx“. Ernst May ist im Architekturmuseum an allen drei Tagen der Mittelpunkt mit Ausstellung und Führungen und das Kinder Museum präsentiert am Samstag von 11 bis 20 Uhr Mitmach-Stationen in der Ausstellung „Schatten und Licht“.
Führungen und Satire
Das Historische Museum – ist zurzeit weg. Wegen Umbau. Und Neubau. Es macht aber trotzdem mit und bietet Führungen an. Etwa um 14 und um 16 Uhr wandeln die Besucher auf den Spuren der Gebrüder Treuner, die das berühmte Frankfurter Altstadtmodell schufen. Oder um 18 Uhr: „Die Nitribitt und das Frankfurt der 1950er Jahre“. Infos dazu gibt es im Zelt des Historischen Museums am Eisernen Steg.
Mit viel Rumms beim Tagfeuerwerk eröffnet das Museumsuferfest 2011. Anbieter mit Schirmunterständen sind häufig en vogue in diesem Jahr. Ein Rundgang in Bildern über das Frankfurter Traditionsfest.
Foto: dpa
Mit viel Rumms beim Tagfeuerwerk eröffnet das Museumsuferfest 2011. Anbieter mit Schirmunterständen sind häufig en vogue in diesem Jahr. Ein Rundgang in Bildern über das Frankfurter Traditionsfest.
Foto: Boeckheler/Rheker/dpa
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Mit viel Rumms beim Tagfeuerwerk eröffnet das Museumsuferfest 2011. Anbieter mit Schirmunterständen sind häufig en vogue in diesem Jahr. Ein Rundgang in Bildern über das Frankfurter Traditionsfest.
Foto: Sascha Rheker
Mit viel Rumms beim Tagfeuerwerk eröffnet das Museumsuferfest 2011. Anbieter mit Schirmunterständen sind häufig en vogue in diesem Jahr. Ein Rundgang in Bildern über das Frankfurter Traditionsfest.
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Mit viel Rumms beim Tagfeuerwerk eröffnet das Museumsuferfest 2011. Anbieter mit Schirmunterständen sind häufig en vogue in diesem Jahr. Ein Rundgang in Bildern über das Frankfurter Traditionsfest.
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Mit viel Rumms beim Tagfeuerwerk eröffnet das Museumsuferfest 2011. Anbieter mit Schirmunterständen sind häufig en vogue in diesem Jahr. Ein Rundgang in Bildern über das Frankfurter Traditionsfest.
Mit viel Rumms beim Tagfeuerwerk eröffnet das Museumsuferfest 2011. Anbieter mit Schirmunterständen sind häufig en vogue in diesem Jahr. Ein Rundgang in Bildern über das Frankfurter Traditionsfest.
Schirn und Museum für Moderne Kunst organisieren reichlich Führungen durch ihre aktuellen Ausstellungen „Geheimgesellschaften“ und „20 Jahre Gegenwart“. Und für alle, die schon immer mal Hebräisch lernen wollten: Das Museum Judengasse zeigt um 14 Uhr am Stand am Nordufer, wie es geht – in nur zehn Minuten. Zumindest kann dann jeder seinen Namen schreiben. Viele Satiriker aus dem Titanic-Universum sorgen auf der Bühne des caricatura Museums auf der nordmainischen Seite zwischen Alter Brücke und Eisernem Steg für Lacher. Wiglaf Droste bittet am Samstag um 18 Uhr zum ersten Aufgalopp der Komik. Der Dichter und Poet liest aus seinem Buch „Auf Sie mit Idyll! – Die schöne Welt der Musenwunder“, in dem er sich beim Monopolyspielen mit seiner Mutter über den „Restgast“ streitet und dem Zahlenteufel Auslauf gewährt. FIL, der seit Jahrzehnten für das Berliner Stadtmagazin Zitty Comics zeichnet, erzählt von 20 Uhr an von den fliegenden Flippern und dem Haifisch Sharkey.
Auch auf dem Main ist was los
Nicht direkt auf dem Festgelände, aber knapp daneben fällt am Samstag der Startschuss zur dritten Runde des BMW Sailing Cups. Um 12.15 Uhr wird Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) das Signal zum Lossegeln geben: am Theodor-Stern-Kai, westlich der Friedensbrücke. Der Wettbewerb ist nach Veranstalterangaben die weltweit größte Amateur-Regattaserie für ambitionierte Freizeitsegler. 90 (bereits angemeldete) Teilnehmer in 18 Booten fahren in einem abgesteckten Gebiet den Main auf und ab um die Wette, bis gegen 17.30 Uhr der Gewinner feststeht.
Doch das sind nicht die einzigen, die sich beim Museumsuferfest auf dem Wasser tummeln Traditionell darf natürlich auch das Drachenbootrennen nicht fehlen. Auf der Rennstrecke zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteg messen sich wieder Hobbyteams in den drei Rennkategorien „Mixed“, „Open“ und „Damen“. Während die Damenteams bis auf den Steuermann - der wird von der Agentur Dream gestellt - nur aus Frauen bestehen, ist die Besetzung im Open-Cup völlig offen. Die Mixed-Teams wiederum müssen mit mindestens sechs Frauen besetzt sein. Der Damencup beginnt am Samstag um 14.40 Uhr mit den Vorläufen. Das Finale ist ab 19 Uhr. Die Vorläufe des Open-Cup starten am Samstag um 16 Uhr. Die Sieger werden im Finale um 19.20 Uhr ermittelt. Die Mixed-Rennen sind dann für Sonntag angesetzt.
Musikalisch hat das Kultur-Event natürlich auch einiges zu bieten: In Sachsenhausen die Treppe am Eisernen Steg hinunter und dann ein paar Schritte Richtung Westen – da steht wie gewohnt die Bühne der Frankfurter Rundschau und der Mainova. Mit Perlen der Rock- und Popszene aus Frankfurt und der Welt. Um 14 Uhr wartet die Band Verlen beispielsweise mit Indie-Rock auf, ab 18.30 Uhr gehört die Bühne Printhaus - sie spielen Blues und Rock. Und ab 22.30 Uhr widmen die Fight Footers sich der Musik von - na klar - den Foo Fighters.
Alte Musik im Karmeliterkloster
Und dann sind da noch die vielen anderen Bühnen, die sich zwischen Eisernem Steg und Holbeinsteg links und rechts des Mains aneinanderreihen. Auf der Frankfurter Bühne auf der Nordseite des Mains präsentieren sich um 13 Uhr Folklore- und Musikgruppen aus aller Welt: von Indien bis Schottland, von Brasilien bis Griechenland. Ein paar Meter weiter gibt's Salsa bis zum Abwinken beim Latino-Treff und auf der Feinstaub-Bühne am Sachsenhäuser Ufer tritt um 20 Uhr die Band "A Tribute to Johnny Cash" auf. Jazzmusik ist dagegen im Garten des Museums für Angewandte Kunst angesagt: Um 18.30 Uhr spielen die vier Musiker von "The Soul Jazz Dynamiters" in klassischer Soul Jazz-Besetzung.
Das Festival für „Alte Musik“ gastiert schon seit 14 Jahren während des Museumsuferfestes im Karmeliterkloster. Da Italien das diesjährige Gastland ist, stehen alle Konzerte unter italienischen Vorzeichen. Die Ensembles „Il piglio Barocco Frankfurt“, „Aquila Ensemble“ und „Duo Fortepiano“ veranstalten am Samstag von 11 bis 18 Uhr zu jeder vollen Stunde Konzerte. Die Karten für die Abendkonzerte kosten 10 Euro, der Eintritt zu den Tageskonzerten ist mit dem Museumsuferfest-Button frei. Dieser MUF-Button gewährt auch freien Eintritt in allen teilnehmenden Museen. Erhältlich ist er direkt in den Museen, im Frankfurt Forum am Römerberg 32 und in den Tourist Informationen Hauptbahnhof und Römer.
Alle reden vom Museumsuferfest – die Verkehrsgesellschaften bringen die Gäste hin. U- und Straßenbahnen werden mit erweitertem Angebot anrollen, S-Bahnen und Nachtbuslinien planen zusätzliche Fahrten ein, teilen RMV, VGF und Traffiq mit.
Im Einzelnen: Die U-Bahn linien 1 bis 5 und 8 und die Straßenbahnen 15 und 16 bekommen fürs Wochenende einen dichteren Takt und sind länger unterwegs. Der 30er Bus fährt bis Betriebsende über den Börneplatz hinaus bis zum Hainer Weg. Nachtbusse starten an der Konstablerwache in fast alle Richtungen: Samstag- und Sonntagfrüh zwischen 1.30 und 3.30 Uhr, zusätzlich auf den Linien N1, N4, N5, N7, N8 um 1.45 und 2.15 Uhr. In Offenbach starten die Nachtbusse 65 und 66 dann erst um 2.05 in Richtung Ober-Roden, um Anschluss an die S-Bahn8 zu halten. Einen Umweg wie zu Flohmarkt-Zeiten fährt die Museumsufer-Buslinie 46 bis Montag; dafür aber zwischen Europaviertel und Mühlberg am Samstag und Sonntagmorgen bis 1 Uhr früh.
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