Alles eine Sache der Kommunikation: Mehmet und Lena Iyigün im neuen Café Glauburg.
Foto: Sascha Rheker
Alles eine Sache der Kommunikation: Mehmet und Lena Iyigün im neuen Café Glauburg.
Foto: Sascha Rheker
Einst sorgte das Café "Sahnesteif" in Frankfurt mit einem Zettel für Unruhe im Stadtteil Nordend. Darin stand, das Café sei kein Kinderhort. Eine laute Debatte in der Stadt folgte. Nun zieht mit „Glauburg“ ein neuer Laden ein. Kinder sind willkommen - und alle anderen auch.
Noch versperrt braunes Packpapier an den Scheiben die Sicht von außen ins ehemalige Café Sahnesteif. Seit Jahresbeginn wird dort fleißig gewerkelt, am Sonntag eröffnet der Nachfolger, das Café Glauburg. Alle sind willkommen, auch Kinder.
„Wir sind ein Nachbarschafts-Café und für alle da“, sagt Betreiber Mehmet Iyigün, der sich schon vor vier Jahren in das Haus verliebt hatte. Kostenloses W-LAN für Berufstätige, eine Sofaecke zum Zeitungslesen und Malblöcke, Bücher und Brettspiele für Kinder gibt es. „Dass es im Stadtteil so viele Kinder gibt ist super“, sagt Lena Iyigün, die ihren Mann bei der Organisation unterstützt.
Das Café ist kein Kinderhort
Die Betreiber des Café Sahnesteif, Eike Prediger und Hanne Tesch, sahen das anders. Im März vergangenen Jahres hatten sie eine Debatte um Kindererziehung losgetreten.
Da sie mit dem Benehmen von Eltern und Kindern nicht klar kamen, hängten sie einen Zettel ins Fenster des Cafés. Dass das Café kein Kinderhort und auch kein heimisches Wohnzimmer sei, sondern ein Rückzugsort für Erwachsene, stand darauf. Bei vielen Nordend-Müttern löste das eine Welle der Empörung aus.
Die Geschichte ums Café Sahnesteif
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Die Geschichte ums Café Sahnesteif
Das Café hatte in seinem Aushang moniert, dass sie kein Kinderhort und kein heimisches Wohnzimmer seien, sondern ein Rückzugsort für Erwachsene...
Foto: FR/Morgenstern
...die Betreiber hatte erregt, dass in aller Öffentlichkeit gewickelt, Spieldecken einfach ausgebreitet, Teile des Cafés mit Hockern als Krabbelecken abgetrennt und Scheiben mit Pudding beschmiert worden waren.
Foto: Boeckheler
Damit war die Debatte entfacht. Nach guter alter Frankfurter Tradition beschimpfet daraufhin jeder jeden, aber ein klares Feindbild kristallisierte sich schnell heraus: die Nordend-Mama, die latte- und proseccosaufend mit ihren Basic-Einkaufstüten zuerst ihr Revier absteckt und dann den Rest der Welt an der Selbstverwirklichung ihrer Sprösslinge teilhaben lässt – flankiert von anderen Mitgliedern der Nordend-Mütter-Mafia.
Foto: dpa
Bei vielen Nordend-Müttern löste das eine Welle der Empörung aus. Gerade hier im kinderreichen Nordend, so argumentierten sie, könne ein Café mit Kinderverbot nicht funktionieren.
Foto: Michael Schick
Kinderlose würden das alles nicht verstehen, meinten die Mütter, Kinder würden sich nun mal nicht wie Erwachsene verhalten. Sie würden sehr wohl Grenzen setzen und das Klischee der Latte-Macchiato-Mütter würden vielleicht ein paar, aber doch sicher nur wenige erfüllen.
Foto: FR/Rheker
Mitnichten, fand damals Stalburg-Theater-Besitzer Michi Herl. Er kenne seine Nordend-Klientel gut genug vom Stoffel im Günthersburgpark, wo er extra Security einstellen musste, um die Kinder vom Bühnengerüst zu pflücken. Eltern sprächen nur selten ein Machtwort im Nordend, meinte Herl und zählt sie zur "Bionade-Bourgeoisie".
Foto: FR/Müller
Eine Debatte um antiautoritäre Erziehung und Laissez-faire-Eltern war losgebrochen. Der ehemalige Nordend-Ortsvorsteher Jörg Harraschain sah in dem ganzen einen "Klassenkampf", der tobte. Durch die Gentrifizierung des Nordends habe sich das soziale Gefüge des Stadtteils verändert. Der alteingesessene Szene-Nordendler wolle keine schnuckeligen Cafés haben und keine neuen Schichten, meinte Harraschain. Nun kämpfe das „Sponti-Lager“ gegen das neue Nordend. Und das Sahnesteif repräsentiere mit seinem gehobeneren Angebot dieses neue Nordend.
Foto: FR/Kraus
Die Ortsvorsteherin des Nordends, Karin Guder, rief damals ruhesuchende Nordendler und Eltern zu einem Forum "Leben mit Kindern im Nordend - wie weiter?" zusammen. Der Konflikt sollte dort geschlichtet werden, aber es fanden sich zur Diskussion vor allem Politiker und Lobbyisten ein.
Foto: Bernd Fickert
Nun hat das Café Sahnsteif Anfang Dezember dicht gemacht. Ob ihnen die Diskussion geschadet hat? Man weiß es nicht.
Foto: Boeckheler
Hat nun geschlossen, das Café Sahnesteif in Nordend.
Foto: Boeckheler
Und so endet die Geschichte vom Café Sahnesteif wie sie begann: mit einem Zettel.
Foto: Sandra Busch
Es war ein einfacher Zettel, der im Frühjahr für Aufregung im Nordend sorgte: Das Café Sahnesteif an der Glauburgstraße bat per Aushang um gutes Benehmen der Kinder - und entfachte eine Riesendebatte um Kindererziehung.
Foto:
FR/Morgenstern
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Am ersten Dezember schloss das Café Sahnesteif aus unbekannten Gründen. „Eine stillende Mutter ist kein Problem, eine benutzte Windel mitten auf dem Tisch schon“, sagt Mehmet Iyigün, der seit 15 Jahren in der Gastronomie tätig ist. Doch dafür gebe es ja schließlich auch einen Wickeltisch auf der Toilette. „Manchmal ist es nur eine Sache der Kommunikation.“
Vom Sahnesteif ist nicht viel übrig geblieben
Viel erinnert nicht mehr an das Café Sahnesteif, nur die Kaffeemaschine und die Kuchentheke sind geblieben.
Das Nordend in Bildern
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Lange Zeit war die Pary am Friedberger Platz Diskussionsthema Nummer eins im Stadtteil. Bis sie am 27. Mai städtischerseits quasi als beendet verordnet wurde, weil der Wochenmarkt an gleichem Ort auf den Mittwoch wechselte. Doch erst nervte die Anwohner die Party, jetzt das Verschwinden des Freitagsmarkts zur Wochenmitte hin. Auch wenn der Markt im November wieder auf Freitag zurückverlegt wurde, er bleibt weiterhin in der Debatte.
Foto: FR/Rolf Oeser
Was tatsächlich sogar viel auf der Party stört, ist der Müll für den nächsten Morgen. Am Friedberger Platz wird aber nunmal zwangsweise ordentlich vorgeglüht , damit die Nacht so recht abgeht. Eher ein Problem des Umgangs mit Alkohol denn ein Problem des Friedberger Platzes.
Foto: FR/Michael Schick
Ansonsten ist der Friedberger Platz alles mögliche - nur kein Problem.
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Aber das Bild, das alle Welt vorm Nordend kennt, sieht in aller Regel so aus:
Foto: FR/Rolf Oeser
Und in Sachen Belebt sieht es eher so aus. Das Schöne daran: Es handelt sich hierbei um eine Aufnahme vom Fest der unteren Berger Straße. Bewohner wie gelegentliche Besucher schwören Stein und Bein, das sei dort Bornheim. Ist aber Quatsch. In 90 Prozent aller Fälle ist etwas, das für Bornheim gehalten wird, tatsächlich Nordend. Der Rest ist Ostend. Bornheim ist ganz woanders.
Foto: FR/Monika Müller
Überhaupt, das Nordend und seine Feste. kann sein, dass die alle irgendwie von autonomen Studentenfeten in Altbauwohnungen herrühren, aber längst ist das Quartier jenes mit der größten Dichte an Festen in Frankfurt - abgesehen vielleicht von der Innenstadt. Im Nordend muss man allerdings alles zusammenzählen: von der bestorganisierten Mega-Party wie auf der Berger bis wohnzimmerähnlichen Fußballgucken von fünf Leuten draußen vor einer Kneipe.
Foto: FR/Michael Schick
Stichwort Fußball: Eine nennenswerte Kickertradition hat das Viertel nicht (dafür schickt man die Kids nach Bornheim). Aber es hat DAS Backstage. DIE Eintracht-Fußballkneipe (meinen viele). Wenn die Eintracht spielt, ist die Stimmung nicht unbedingt immer die beste - eher schon wie auf unserem Bild. Ist halt so bei den Adlern. Aber bei einer WM gibt es in der Stadt kaum ein besseres "Fußballzentrum" als das backstage. Dort wird dann selbst der hartgesottenste Schlabbegigger zum vehement internationalistischen und gut gelaunten Ultra der Nationalelf von Kamerun, oder Trinidad, oder Algerien, oder...
Foto: FR/Petra Welzel
Und für das alltägliche Abhängen, Chillen, Bierchen oder vergleichbares empfiehlt sich neben unzähligen anderen Kneipen beispielsweise das Feinstaub an der Friedberger Landstraße, dort, wo diese Form der Umweltbelastung erfunden wurde. Glauben zumindest die Nordendler. Und die kennen ihre Friedberger.
Foto: picture-alliance/ dpa
Nimmt man den Friedberger Platz als Dreh- und Angelpunkt der schwer belastenden und belasteten Landstraße, findet sich am unteren Ende tatsächlich etwas richtig alte Historie. Immer noch im Nordend. Seinerzeit, Ende des 18. Jahrhunderts, aber gerade vor den Toren der Stadt stellten sich hessische Soldaten gegen die französische Revolutionsarmee - und wurden zusammengeschossen. Das Denkmal mit dem Schild und der Löwenhaut erinnert an diese Fußnote der Napoleonade.
Foto: FR/Rolf Oeser
Zurück zum Hier und Jetzt: Des Nordends Kneipen. Sie erzählen vielleicht am markantesten von der jüngeren Historie des Stadtteils. Oft durch so manche alternative Hände seit den End-70ern gegangen, haben sich viele ein Art linker oder libertärer Wohnzimmer-Atmosphäre bewahrt, die von Stammkunden auch gerne vehement verteidigt wird.
Foto: Sascha Rheker/attenzione
Weit über die Wohnzimmer-Atmo hinaus geht dagegen das "Größenwahn". Der Name sagt es ja... Der einstige Homo-Treff ist lange schon eine der ersten Abendadressen auch für Heteros aus dem Nordend und sonstewo. Dort, wo unter anderem Mitbetreiber Hans-Jürgen Heine das Regiment führt, kommt immerhion jetzt schon die Oberbürgermeisterin vorbei, um gleich Lesungen zu halten. Wenn das nicht Entwicklung ist...
Foto: FR/Rolf Oeser
Kuschelige Kneipen sind das eine, aber so richtig erst zu sich kommt der gemeine Nordendler erst im Freien. Am besten ist es dann, wenn die Kneipe ebenfalls ins Freie transferiert. Eine bessere Argumentation für Straßenfeste gibt es kaum. Außer für das Rotlintstraßenfest. Das ist quasi grünes Inventar. Und gottseidank sehr viel mehr als strickende Frauen auf Parteitagen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Mit seinem ständigen Hin und Her zwischen draußen und drinnen hat der Nordendler im übrigen eine Daseinsform erreicht, die man sonst höchstens am Ufer der Seine in Paris findet. Dort wie hier (in diesem Fall wieder auf dem Friedberger Platz) versinkt man in sich selbst, greift zu Sartre und liest "Geschlossene Gesellschaft".
Foto: FR/Monika Müller
Man merkt also: Die eigentliche Lebenszeit im Nordend ist der Feierabend. und das Wochenende. Wen wundert es dann da, dass der Wochenmarkt am Friedberger Platz zu so einem Erfolg bar jeder Kontrolle wurde?
Foto: FR/Andreas Arnold
Aber das Nordend könnte nicht so urban sein, wenn es nicht massiv viel Grün um sich herum und in sich hätte (damit ist nicht die singuläre Dominanz einer gewissen Partei gemeint). Fokus aller grüner Gedanken ist der Günthersburgpark. Da arbeiten die Uhren ganz ganz anders.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Und so lässt es sich Jung wie Alt im grünen Nordend frei nach Monets "Le Déjeuner sur l'herbe" gerne so oft wie es geht gutgehen.
Foto: FR/Monika Müller
Wenn genug Gruppendynamik und Individualismus geherrscht haben, dann kommt das Nordend auch gerne zum großen Wir-Gefühl. Bei der rechten Wetterlage geht das kaum besser als wenn im Günthersburgpark das größte Martinsfeuer der Stadt vom Abenteuerspielplatz nebenan organisiert wird.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Der Park liefert überhaupt alle lebensnotwendigen Kontraste. Und sein Wasserspiel ist eh der Hit. Wenn's denn mal angeworfen wird.
Foto: Arne Dedert/dpa
Und weil das Nordend auch noch so unheimlich kinderfreundlich ist (aber für Eltern und Sozialarbeiter und Kita-Leute natürlich niiiiie kinderfreundlich genug) und der Günthersburgpark auch immer ein Magnet für die Jugend sein wird, dokumentieren wir an dieser Stelle das hoffentlich weltletzte Foto einer Hüpfburg.
Foto: FR/Rolf Oeser
Für die Älteren (okay, auch für die Jüngeren) gibt's statt Hüpfburgen im Park jeden Sommer "Stoffel", das "Stalburg Offen Luft" - das Freilichtspektakel des Stalburgtheaters. Oft gut und immer unterhaltsam. Manchmal sogar kuschelig.
Foto: FR/Rolf Oeser
Manchmal erscheint das Nordend (hier nochmal der Günthersburgpark) eh wie ein Kinderparadies. Wenn da nur nicht immer Mama und Papa wären, die sind immer so übervorsichtig...
Foto: FR/Rolf Oeser
Es gibt ja auch sooo viel zu entdecken im Nordend. Im Bethmannpark beispielsweise.
Foto: FR/Renate Hoyer
Verwunschenes Grün und Rot und Wasser hat der Bethmann auch...
Foto: FR/Renate Hoyer
Und einen chinesischen Garten auch noch!
Foto: FR/Renate Hoyer
Das Nordend ist aber natürlich nicht nur ein Hort vieler Möglichkeiten, die Seele baumeln zu lassen. Bewegung und Action gibt's auch en masse. Und nicht nur auf der Friedberger Landstraße.
Foto: FR/Chris Hartung
Was man im Nordend - mit Kindern wie auch ohne - alles erleben kann, weiß auch kaum jemand besser als FR-Mitarbeiterin Sandra Busch, Nordend-Bewohnerin durch und durch, immer bereit, jede Lanze für ihr Viertel zu brechen.
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Das ist der "König des Nordends", Ex-Ortsvorsteher Jörg Harraschain, der sich das Quartier zur bunten, reichen und spannenden Lebensaufgabe gemacht hat.
Foto: FR/Rolf Oeser
Es lässt sich ja aber auch immer was im Viertel entdecken. So wie die ehemalige katholische Kirche St. Michael, von manchen ganz blasphemisch "die Zigarette" genannt. Aber tatsächlich ein beeindruckendes Stück Architektur.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder die einstmals ganz vornehm und großbürgerlich gedachten Grünstreifen in den Alleen und Straßen des Viertels. Nimmt heute kaum noch wer war... auf der ewigen Suche nach Parkplätzen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder wie die Ortsbeiräte vom Nordend, von Bornheim und vom Ostend zusammen Boule spielen.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Oder die Glauburgschule, die aussieht, als hätte sie für Modeleisenbahnhäuschen Pate gestanden, aber wirklich ein imposanter wilhelminischer Bau ist, der aber viel verwunschener wirkt denn protzig.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Oder plötzlich so anders erleuchtete Landmarken wie der Turm der Lutherkirche, wenn mal wieder Luminale in der Stadt ist.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder wenn plötzlich der Bund Geld gibt, damit im Nordend ausprobiert wird, ob herumtragbare Sitzmöbel im öffentlichen Raum funktionieren.
Foto: FR/Monika Müller
Dann kann es auch mal passieren, dass plötzlich wieder Glauburgplatzfest ist vorm alten Hochbunker, jetzt ein Museum - und dann tritt eine Band namens "Nordend 19" auf. man könnte glauben, da mag wer seinen Wohnort.
Und dann gibt es wieder Sachen, die sind so wunderbar normal. So normal wie ein Trommelworkshop für Jugendliche, den es in jedem Stadtteil geben kann. Aber hier üben Schüler der Integrierten Gesamtschule für die Parade der Kulturen.
Foto: FR/Andreas Arnold
Oder man geht einfach mal zum Bäcker - Huch, das ist aj auch wieder sowas Nordend-typisches: Familienbetrieb Kronberger in der Vogelsbergstraße. Da kauft gefühlt das ganze Nordend Baguette.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder mal schnell ein Buch kaufen? ja, aber dann nicht im Internet, sondern im Nordend, so echt eben. Beispielsweise im "Land in Sicht" an der Rotteckstraße. Sieht aus, wie ein Buchladen auszusehen hat.
Foto: FR/Rolf Oeser
Und dann gibt es wieder so Momente, an denen man weiß, dass es einfach nur gut ist, in einer Stadt zu leben. In der Grün auch dann noch Freude bereitet, wenn es nicht mehr grün ist.
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo es plötzlich aussieht, als hätte ein Guerilla-Künstler sich nachts über die Gehwege hergemacht (auch wenn es dann doch nur ganz offizielle genehmigte "Gehwegnasen" sind, damit die Autos langsamer fahren).
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo plötzlich zwei pfiffige Typen einen Waschsalon neu aufmöbeln und DJs einladen, ab und an mal bei ihnen aufzulegen: After-work-wash mit Chillen.
Foto: FR/Alex Kraus
Oder andere schlaue Menschen ihren Inneneinrichtungsladen wie eine perfekt abgestimmte Nordend-Wohnung aufbauen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Und wo man beim alljährlichen Weiherputz im Holzhausenpark plötzlich das Schwert Excalibur findet. Ja, wirklich, ungelogen, so isses!
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Wo das Individuum immer quer zu allem sein wird, was Stadt ausmacht. Und das alles doch irgendwie nicht stört.
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo die Leute plötzlich merken, dass sie ohne bildschöne Gaslaternen vor den Häusern nicht wirklich auskommen wollen. Und das lautstark klarmachen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo man irgendwann ziemlich zufrieden in die Federn sinken kann udn der Mond freundlich über den Dächern wacht. Im Nordend.
Foto: FR/Rolf Oeser
Die Verteuerung der Mieten im Frankfurter Nordend - ein Paradebeispiel der Gentrifizierungsgegner.
Foto:
FR/Rolf Oeser
Fotostrecken Frankfurt
Blockupy Frankfurt
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Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
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Die Wände sind in oliv und beige gehalten, eine Wand aus Backstein, eine andere schmückt eine grün-goldene Vliestapete. Davor stehen Möbel, die das Ehepaar aus „zahlreichen Frankfurter Trödelmärkten“ zusammengetragen hat. „Wir wollten weg vom sterilen Weiß“, sagt Lena Iyigün. Die 28-Jährige ist für die Speisekarte verantwortlich.
Belegte Brote, Salate und Kuchen soll es geben, mittags ein Tagesgericht. „Klein aber fein“, sagt Iyigün, die dabei auf regionale Produkte setzt: Rindswurst von Gref-Völsing, Biomüsli aus Bornheim, Brot aus Rödelheim, Kaffee von Wacker, Senf aus Dreieich.
Einiges, wie Grüne Soße und Käsekuchen, machen sie selbst. „Nach dem Rezept der Schwiegermutter.“ Iyigün hat einiges vor: Catering und kulinarische Themenabende mit Lebensmittelherstellern aus der Region, um „den Leuten mal zu zeigen, was es in und um Frankfurt alles Tolles zu essen und zu trinken gibt“.
Das Café Glauburg, Glauburgstraße 28, eröffnet am Sonntag, 29. Januar, mit einem Brunch von 10 bis 15 Uhr. Ab Montag hat das Glauburg regulär geöffnet, montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr.