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12. Februar 2016

Nachtleben: Der Yachtklub kommt zurück

 Von 
Hans Romanov ist seit 1987 in Frankfurt. Seine Partys und Clubs sind legendär.  Foto: peter-juelich.com

Die Clubmacher-Legende Hans Romanov öffnet im April wieder sein Bootshaus. Der Yachtklub unter der Alten Brücke war fünf Sommer lang extrem beliebt, dann musste er es im November 2012 aufgeben.

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Hans Romanovs Hosenträger hängen nicht wie bei den Hipstern herunter, als er ins Café „The Holy Cross Brewing Company“ in der Fahrgasse tritt. Das hat er nicht nötig. Die grüne Baseball-Cap betont seine Augen. Der 58-Jährige war schon Hipster, bevor das Wort überhaupt erfunden wurde. „Am 1. April bin ich wieder mit meinem Yachtklub zurück. Das wird schon einen kleinen Aufruhr am Sachsenhäuser Ufer geben“, erzählt die Klubmacher-Legende. Das dürfte untertrieben sein. Denn sein Bootshaus Yachtklub unter der Alten Brücke war fünf Sommer lang extrem beliebt, ob zum Partymachen oder Kuchenessen. Und die Fangemeinde trauerte, als er es im November 2012 aufgeben musste.

„Ich selbst habe den Yachtklub nicht vermisst. Aber immer wieder wurde ich von Gästen angesprochen, für die der Yachtklub so etwas wie ein Stück Heimat war.“ Seine Nachfolger, die das Boot „D3 am Main“ nannten, mussten sich gegen den Romanov-Hype behaupten. Zudem soll es Streit zwischen ihnen gegeben haben. Auf jeden Fall bekam Romanov am 11. Dezember, zwei Tage vor seinem Geburtstag, einen Anruf von Klaus Unkelbach, Inhaber des Offenbacher Clubs Robert Johnson. „Hallo Hans, darf ich dir den Yachtklub zurückkaufen?“, habe der zu ihm gesagt. Unkelbach selbst war das Boot zum Kauf angeboten worden. Aber er habe gewusst, dass nur Romanov das Boot rocken könnte. Der überlegte nicht lang und griff zu. „Da war mir das Glück wieder ganz und gar hold. Denn ich selbst hätte nicht die erforderlichen Monetas dazu.“

Vergrößert um 150 Quadratmeter

Seinen alten Yachtklub, der momentan im Osthafen überwintert, hatten die D3-Leute vergrößert: „Die 150 Quadratmeter große Terrasse hin zur Alten Brücke haben sie angebaut. Deswegen kommt mir der alte Teil des Boots jetzt so klein vor.“ Er lacht. Den alten Teil hat er nun in „Kleiner Yachtklub“ umgetauft. Das Boot will er „atmosphärisch zurückbauen“: „Ich will Kanadier- und Ruderboote unter die Decke hängen.“ Das passt gut: Ehrenamtlich arbeitet Romanov als Trainer für den Ruderverein von 1865. Auch die Vereinsleute sollen hier Boote lagern und an- und ablegen können. „Dafür werden Pontons in den Terrassenteil des Bootes integriert. Durch diese Auflage können auch Gäste ihre Füße zumindest in den Main halten. Gerne auch mehr“, sagt er und lacht. Auch sollen Schnupperkurse in Standup-Paddling von SUP-Frankfurt angeboten werden. Diesen Teil des Yachtklubs nennt Romanov: „Elbe Flussbad“. Warum Elbe? „Ach, es gibt doch schon wirklich genug Namen in der Stadt, die mit Main anfangen“, sagt Romanov.

Mehr dazu

Dann sagt er, dass es jeden Sommer die Diskussion um ein Badeschiff auf dem Main gebe. „Das Elbe Flussbad geht in diese Richtung. Aber eigentlich ist es mehr meine Art der Demonstration für ein Badeschiff.“ Auch eine Fotoausstellung des Instituts für Stadtgeschichte über die Mainbäder ist geplant, die zwischen 1800 und 1950 nicht nur dem Planschen dienten, sondern auch der Hygiene. Und wie früher wird es das übliche „Indie-Programm“, also Partys und Live-Bands, Tanztheater und Ausstellungen geben. Das großflächige Wellblechdach sollen Künstler bemalen.
Romanovs alternative Clubs und Partyreihen sind schon ewig legendär. Angefangen hat alles, als der gebürtige Berliner mit 30 Jahren nach Frankfurt kam. Er fand damals, dass die Clubszene sich an „fünf bis sieben Fingern“ abzählen lassen konnte. Nicht genug für ihn. Der gelernte Industriekaufmann verdiente sein Geld als Masseur, bis er 1987 in der Innenstadt im Club „No Name“ mit der Partyreihe „Thursday’s Child Night Club“ sein erfolgreiches Debüt als Szenegröße hinlegte.

Kurt Cobain vor seinem Durchbruch

„Damals gab es das Vogue, das Cooky’s, das Plastik oder die Batschkapp zum Weggehen. Und, ach ja, das Negativ in Sachsenhausen. Da habe ich mal einen Auftritt von Kurt Cobain gesehen. Kurz vor seinem Durchbruch.“ Romanov könnte ein Buch verfassen übers Frankfurter Nachtleben, seine Clubs im Rotlichtviertel oder den einstigen Ostklub auf der Hanauer Landstraße. „Alle meine Klubs schreiben sich mit „K“, betont er. Manche lebten eine Nacht, manche Jahre.
„Aber ich schreibe nicht so gern. Das kann gerne jemand anderer für mich übernehmen.“ Er liest lieber. Und zwar Sachbücher: „Naturwissenschaftliche Texte und Geschichte interessieren mich sehr.“ Bis zur Eröffnung des Yachtklubs veranstaltet er noch den „Berliner Flughafen Klub“ donnerstags in der ZouZou-Bar in der Innenstadt.

Der Club

Romanovs Yachtklub am Sachsenhäuser Ufer unter der Alten Brücke eröffnet am Freitag, 1. April.

Bis dahin veranstaltet Romanov immer donnerstags den „Berliner Flughafenklub“ in der ZouZouBar, Berliner Straße 72.

In der alternativen Clubszene, in der er sich bewegt, sei es schwer, das große Geld zu machen. „Man muss schon ideelle Motive haben. Ich habe das Gefühl, dass die Leute, die zu meinen Veranstaltungen kommen, konsequent seit 20 Jahren immer weniger Geld in der Tasche haben. Umso mehr mag und muss ich darauf achten, dass das Geschäft sich trägt, und zugleich moderate Preise beibehalten.“ Die Clubentwicklung in Frankfurt findet Romanov positiv: „Es gibt heutzutage viel mehr junge Leute, die Clubs, aber auch coole Bars und Restaurants eröffnen. Als ich anfing, war ich mit 30 immer der Älteste in Bezug auf meine Gäste, aber unter den Partybetreibern war ich damals tatsächlich der Jüngste.“ Romanov lacht.

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