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12. Februar 2016

Nachtleben: Tanz und Kunst beim durchgeknallten Cousin

 Von 
Alex Horn und Corinna Bimboese unter einem Werk von Dirk Baumanns.  Foto: peter-juelich.com

Für dreieinhalb Monate gastiert der Pop-up-Club Eulenhorst im ehemaligen King Kamehameha. Und Kunstinstallationen in Form einer Qualle aus Drähten, Röhren und flackerenden LED-Bändern gibt es auch.

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Eine Dame, die durchaus Ähnlichkeit mit einer etwas jüngeren Version der Queen aufweist, schaufelt mit Hilfe eines Softeis bunte Eulen in ihren Mund. Die witzige Animation auf Facebook wirbt für den Eröffnungstanz am heutigen Samstagabend im neuen Pop-up-Club „Eulenhorst“. Für dreieinhalb Monate wird nämlich in den Räumen des ehemaligen King Kamehameha auf dem Uniongelände wieder getanzt. Und Kunstinstallationen gibt es auch. Hoch über der Tanzfläche schwebt dann eine Art Qualle aus Drähten, Röhren und flackerenden LED-Bändern des Städelschul-Absolventen Oliver Tüchsen.

Eröffnung

Der Pop-up-Club Eulenhorst eröffnet am heutigen Samstag mit der Ausstellung des Künstlers Oliver Tüchsen von 20 bis 23 Uhr. Im zweiten Stock gibt es eine schillernde Skulptur von Künstler Dirk
Baumanns. Danach wird an der Hanauer Landstraße 192 getanzt.

Der Eintritt zur Vernissage ist frei. Wer sich bis 22 Uhr ein Bändchen holt, zahlt zehn Euro, danach kostet es 13 Euro. Am DJ-Pult stehen unter anderem Anthony Rother, Sascha Dive und Amin Fallaha. Alle anderen Veranstaltungen werden auf der Facebook-Seite des Eulenhorst angekündigt.

Wenig erinnert gerade noch an die schnieken Räume des Anfang der 2000er Jahre gefeierten Kingkas auf der Hanauer Landstraße. Vor fast einem Jahr zogen nach nur sechs Monaten Spielzeit die Macher des Nachfolge-Clubs namens Freiheit 2112 nach einem großen Eklat mit dem Vermieter Ardi Goldman aus. Nur die Bar lässt erahnen, dass hier mal ein Club war. Ansonsten sieht es irgendwie mehr nach Baustelle als nach Tanzclub aus.
„Genau diesen roughen Baustellencharakter mag ich sehr“, sagt Alexander Horn. Der 32-jährige DJ und Partyveranstalter ist der Macher vom Eulenhorst. Eigentlich hat er vor wenigen Monaten seinen Club „Graf Kauz“ im Atelierfrankfurt in der Schwedlerstraße gestartet. Schon da entwickelten die Künstler des Hauses Rauminstallationen für seine Elektropartys.

Wasserschaden in den Räumen

Aber nun gab es vor wenigen Wochen ausgerechnet in dem Teil des Atelierfrankfurts, in dem die Ausstellungsräume und das Graf Kauz untergebracht sind, einen Wasserschaden. „Das Atelierfrankfurt ist ein gemeinnütziger Verein mit begrenzten finanziellen Mitteln, deswegen wird es dauern, bis dieser Teil des Gebäudes wieder nutzbar ist“, sagt Corinna Bimboese, Direktorin des Atelierfrankfurt. Sie kuratiert am Eröffnungsabend die Ausstellung „Tentacles Paradise“ von Oliver Tüchsen. Auch Zeichnungen von ihm werden zu sehen sein. Außerdem eine Installation von Dirk Baumanns. Weitere Ausstellungen sind geplant. „Wie schon im Graf Kauz soll sich das Publikum mischen. Die 20-Jährigen wollen wir für die Kunst begeistern und die Ü-20-Jährigen für die Clubszene“, sagt Bimboese.
Und wie kamen sie zu den Räumen? Der Immobilienunternehmer und Besitzer des Gebäudes Ardi Goldman bekam die missliche Lage mit. „Als Goldman von unserem Wasserschaden hörte, hat er uns die Räume für eine faire Miete angeboten. Das war sehr freundlich von ihm“, erzählt Bimboese.

Sie sitzt ein paar Tage vor der Eröffnung auf einem Sofa unweit der Bar, an der gerade das Team von Alexander Horn ziemlich laut Metallstücke zusammenschweißt.
„Ich mag diese Standard-0815-Clubs, wie es sie zu 90 Prozent gibt, überhaupt nicht. Alles sieht zu steril aus: Alle Wände sind verputzt, die Lichtanlage ist von der Stange, es wird kein Wert auf Deko gelegt und somit haben sie keinen individuellen Charakter. Bei uns ist alles selfmade“, sagt Horn, der studierter Maschinenbauingenieur ist.

Ein bisschen wie in einer Kommune

„Meine Mitarbeiter und ich legen sehr viel Wert darauf, alles selber zu bauen. Ich entwerfe selbst das Lichtdesign, ein Freund entwirft und baut die Sound-Anlage, ein anderer schweißt das DJ-Pult. Ein bisschen ist es bei uns wie in einer Kommune, wo jeder etwas beisteuert“, sagt er und lacht. Sein Team umfasst 30 Mitarbeiter: „Vom Schweißer bis zum Garderobemädchen“, sagt Horn . „Wir wollen nun im Eulenhorst mehr auf Techno eingehen. Bislang hatten wir den härteren Sound seltener im Programm gehabt.“ Im März bespielt die Hip-Hop-Partyreihe „Black is the new black“ für einen Abend das Eulenhorst. „Das ist aber keine typische Hip-Hop-Party. Es ist eine Mischung aus House und Hip-Hop-Publikum“, betont Horn. „Auch in Richtung Diskofunk mit Elektro wollen wir etwas ausprobieren“, sagt Horn.

Mehr dazu

Vor vier Jahren ist er ins Nachtleben-Geschäft eingestiegen: „Mit 28 Jahren habe ich mich noch nicht bereit gefühlt, für jemanden anderen acht Stunden am Tag zu arbeiten.“ Also begann er mit der Partyreihe „Frühsport“. „Die war ein voller Erfolg, weil es bislang da keine Partys tagsüber gab“, so Horn. Außerdem organisiert er auch in diesem Jahr das Kuddelmuddel-Festival: Über 20 Veranstalter und Clubs aus dem Rhein-Main-Gebiet feiern dann in der „Kommune 2010“ in Offenbach. Im Eulenhorst wird es am 28. Mai eine Kuddelmuddel-Afterparty geben.
Aber warum eigentlich der Name Eulenhorst? „Wir wollten einen Namen, der Bezug zum Graf Kauz hat. Der Eulenhorst ist der durchgeknallte Cousin vom Graf Kauz“, sagt Horn und lacht. „Außerdem klingt Eulenhorst wie Adlerhorst, unser Nest.“
Ein Übergangsnest. Denn irgendwann geht es zurück ins eigene Nest, ins Atelierfrankfurt, in ihren Graf Kauz. Dafür ist er dankbar: „In Frankfurt wird immer alles gleich abgerissen und neu bebaut. Es gibt so also kaum coole, alte Gebäude, die man sich als kleiner Clubbetreiber leisten kann und die auch noch den Charme haben, den man sich wünscht“, so Horn.

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