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19. Januar 2016

Naturschutz durch Jäger: Jagd auf Kaninchen in Frankfurt

 Von 
Jagdbares Wild: Kaninchen in der Anlage.  Foto: Andreas Arnold

Natürliche Feinde müssen Kaninchen in Frankfurt kaum fürchten - dafür aber etwa 20 Jäger, die derzeit im Auftrag des Grünflächenamtes in städtischen Parks und Erholungsgebieten unterwegs sind. Grund für die Aktion sei eine "Überpopulation" der Tiere.

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In Frankfurt kann man eine Menge Abenteuer erleben. Aber dass einem Jäger begegnen, auch noch ganz zentral, in der Friedrich-Ebert-Anlage nahe der Messe – das hat Christian Haffner dann doch sehr gewundert. Er beobachtete am Montag, wie die Jäger Kaninchen einfingen. Und staunte noch mehr darüber, was ihm die Männer zu sagen hatten: „Es hieß, sie seien vom Grundstückseigentümer beauftragt, die Kaninchen zu töten“, berichtet der Arzt mit Praxis im Westend. Die Tiere würden dann im Kochtopf landen, und als nächste seien die Nilgänse an der Reihe.

Im Auftrag des Grundstückseigentümers – das ist eindeutig die Stadt. Lässt sie dort jagen? Jawohl, heißt es aus dem Umweltdezernat, das Grünflächenamt sei da zuständig. Und in der Tat: „Kaninchen sind jagdbares Wild“, bestätigt Bernd Roser, im Grünflächenamt dafür zuständig, dass die Parks und Erholungsgebiete in Schuss bleiben. „Die Kaninchenjagd wird hier schon jahrelang betrieben, mindestens seit 2008.“

Grund sei eine „Überpopulation“ der Tiere, weil natürliche Feinde fehlen. Wo kein Wolf ist, kein Tiger und nur äußerst selten der Fuchs, da buddelt das Langohr ungebremst den Frankfurter Untergrund durch – und: „Wir hatten schon Winter, in denen die ganz massiv an die Rinde alter Bäume gegangen sind“, klagt Roser. Außerdem drohe, wenn es zu viele Kaninchen gebe, die Gefahr einer Epidemie mit Myxomatose, der sogenannten Kaninchenpest. Sie führe zur Erblindung. „Dann hoppeln sie orientierungslos durch die Grünanlagen.“

Keine Jagd auf Nilgänse

Um das zu verhindern, gibt es eine Liste von etwa 20 privaten Jägern, die die Genehmigung haben, im Stadtgebiet den Hopplern nachzusetzen. Ihre Methoden: Frettchen, Reusen, Greifvögel. Zwischen Ende Oktober und Mitte März dürfen sie jagen, weil dann weitestgehend auszuschließen sei, dass junge Kaninchen hilflos zurückbleiben. Auch beispielsweise im Bethmann-, Rothschild- und Ostpark müssen die Hasenartigen mit Verfolgung rechnen. „Wir wollen sie ja nicht ausrotten“, sagt Roser, „aber wir müssen einfach die Schäden an unseren Grünflächen begrenzen.“

Tierfreunden kommt regelmäßig das kalte Grausen, wenn sie erfahren, dass die flauschigen Langohren systematisch umgebracht werden. Auch Mediziner Haffner möchte sich nicht damit abfinden, „wie sich der Mensch hier über das Tier stellen kann und zum Schutz der Pflanzen töten lässt“. Bernd Roser hält entgegen, andernfalls hätten die Kaninchen längst alles Grün in der Stadt vernichtet.

Und die Nilgänse? „Die werden zurzeit in unserem Auftrag nicht gejagt“, sagt der Grünflächenunterhaltungschef. Es gebe zwar „neuralgische Punkte“ wie den Ostpark und das Mainufer mit besonders vielen dieser forschen Neu-Frankfurter. „Aber das ist insgesamt noch nicht die Ansiedlungsdichte, wo wir sagen: Da muss man tätig werden.“ Was die Jäger auf eigene Faust tun, sei allerdings ihre Sache. Nilgänse dürften genauso gejagt werden wie die Kaninchen – „aber zurzeit nicht in unserem Auftrag und nicht in unseren Grünanlagen“.

Dann ist die Gans also gut beraten, sich bis auf weiteres in der Innenstadt zu tummeln.

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