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17. Januar 2012

Neue Betreiber: Aus Sinkkasten wird Zoom

 Von Laura Wagner
Eva Daniels, Nina Kreusel, Klaus Schaefer, Sinisa Vrdoljak.  Foto: Hartung

Der Traditionsclub Sinkkasten schloss an Silvester nach vier Jahrzehnten seine Türen. Im März öffnet der Laden wieder: unter neuer Leitung und mit dem neuen Namen "Zoom". Doch auch Altes bleibt erhalten.

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Der Traditionsclub Sinkkasten schloss an Silvester nach vier Jahrzehnten seine Türen. Im März öffnet der Laden wieder: unter neuer Leitung und mit dem neuen Namen "Zoom". Doch auch Altes bleibt erhalten.

Nach 40 Jahren endete an Silvester die „Ära Sinkkasten“. Am 1. März macht der Club unter dem Namen „Zoom“ wieder auf. Noch ist der Spielstätte die baldige Neueröffnung nicht anzusehen. Die alten Toiletten und Waschbecken stehen mitten im Raum, die Theke ist herausgerissen. Es riecht nach Farbe, an den Wänden zeichnen sich helle Flecken ab, wo vorher Bilder hingen.

Das neue Betreiberteam will den Club in der Brönnerstraße als eine „Mischung aus Tanz- und Konzertclub“ weiterführen. Auch Lesungen und Comedy soll es dort geben. Vorher gibt es einiges zu tun. Der Boden vor der Bühne wird befestigt, die Theke neu angelegt, neue Sanitäranlagen eingebaut, das Café in der Stiftstraße abgetrennt. Doch auch Altes bleibt erhalten. Drei rote Kinosessel neben dem Eingang und die schwarzen an der Wand. An der Bühne und der Raumaufteilung wird nichts verändert. „Die Bühne ist von überall toll zu sehen“, sagt der neue Geschäftsführer Klaus Schaeffer, der in den 80er Jahren die Batschkapp geleitet hatte.

Seit Ende Mai der Insolvenzantrag publik wurde, ließ Schaeffer die Idee, den Sinkkasten zu übernehmen, nicht mehr los. „Ich wollte irgendwie diese Lokalität erhalten“, so Schaeffer. Aber nicht alleine. „Das würde ich mir nicht zutrauen.“ Er holte sich Unterstützung. Nina Kreusel, die schon im Sommer 2010 wesentlich zur Verjüngung des Publikums im Sinkkasten beigetragen hatte, ist für das Club-Programm verantwortlich. Zielgruppe sind die 20- bis 40-Jährigen. „Samstags gibt es Elektro, freitags Abwechslung“, sagt Kreusel. Die Konzerte organisiert Veranstalter Siniša Vrdoljak. Er will „guten lokalen Bands“ im Zoom bei einer lokalen Musikreihe unter dem Namen „homegrown“ eine Bühne bieten. Für die Lesungen und Comedy-Auftritte ist Eva Daniels verantwortlich, die außerdem Geschäftsführerin ist.

Bedenken, den Club zu übernehmen, hätten sie keine gehabt. „Wir sind keine allein herrschenden Platzhirsche, bringen vielfältige Kompetenzen mit“, beschreibt Vrdoljak die Stärke des Teams mit einer Altersspanne von 32 bis 60 Jahren. „Wir trauen uns das zu.“ Ob Rudi Link, ehemaliger Geschäftsführer des Sinkkastens, weiterhin Veranstaltungen machen wird, ist noch offen. „Wir haben ihm angeboten, eine Sinkkasten-Classics-Reihe zu machen“, so Schaeffer.

Das neue Team will sich einen Namen in der Musikbranche erarbeiten, nationale und internationale Künstler auf die Bühne holen und die traditionsreiche Live-Musik-Lokalität erhalten. Dafür gab es auch eine einmalige Unterstützung von der Stadt. Mit dem Namen Zoom knüpfen die Betreiber an eine alte Tradition an. 1955 eröffnete in der Brönnerstraße 5-9 das Zoom, in dem alles auftrat, was in der Musikbranche Rang und Namen hatte. „Hier spielten Genesis ihr erstes Deutschlandkonzert“, sagt Schaeffer. Den Namen Sinkkasten wollten sie nicht behalten. „Der Sinkkasten war eine Ära, und die ist vorbei.“

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