Als er am Mittwochmittag den Rückflug antritt in Berlin, zeigt sich Helmut Heuser ziemlich zufrieden. „Es hat sich etwas bewegt, wir haben etwas erreicht“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer Helmut Heuser, bevor er den Jet nach Frankfurt besteigt. Für wenige Stunden nur waren Heuser und Oberbürgermeisterin Petra Roth in die Bundeshauptstadt geeilt, um für ein großes Verkehrs-Projekt zu kämpfen: Die Lärmschutz-Einhausung der Autobahn-Ostumgehung A661. Sie würde viele Menschen vor den Emissionen der großen Verkehrsstraße schützen – kostet freilich auch eine dreistellige Millionensumme.
Roth und Heuser trafen sich mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) – und der schlägt die Tür für eine Einhausungs-Lösung nicht zu. Im Gegenteil: Ramsauer will „die Chancen auf eine Realisierung fachlich näher prüfen lassen“. Dabei gehe es auch um die zu erwartenden Kosten, sagt der Minister am Nachmittag.
Einhausung: Das ist das technische Unwort für einen großen Betondeckel über der Autobahn-Ostumgehung der A661. Nach den Untersuchungen könnte er auf einer Länge von 1100 Metern die Autobahn überdecken.
Es entstünden 27 Hektar Bauland, auf denen Wohnhäuser für mehr als 5000 Menschen gebaut werden könnten. Durch den Verkauf dieses Baugrunds ließen sich Einnahmen von bis zu 120 Millionen Euro erzielen. Die Kosten der Einhausung betrügen 220 Millionen.jg
Das von Stadtplaner Albert Speer entwickelte Konzept enthalte „eine spannende Vision für die Stadt Frankfurt am Main“. Die Ideen zeigten „einen städtebaulichen Anspruch auf, der Potenzial hat“. So könnten auf dem Betondeckel über der Autobahn Wohnhäuser gebaut und Grünflächen angelegt werden.
Der Bundesverkehrsminister stellt freilich eine klare Bedingung. Die Autobahn unter Beton verschwinden zu lassen mit all ihrem Lärm und ihren Abgasen – das lasse sich nur unter einer Voraussetzung verwirklichen: Mit einer „angemessenen Beteiligung des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt am Main“. Damit eröffnet Ramsauer die grundsätzliche Möglichkeit, dass auch der Bund in die Einhausung investiert. Die Oberbürgermeisterin und Fraktionschef Heuser zeigen sich denn am Mittwochnachmittag auch angetan vom Ausflug in die Bundeshauptstadt und seinem Ergebnis.
„Die zugesagte fachliche Prüfung macht das Interesse des Ministers an der städtebaulichen Entwicklung Frankfurts und an dem Lärmschutz der Bevölkerung deutlich“, meinen die beiden Berlin-Reisenden. Für das Konzept der Einhausung bedeute das eine weitere Runde: „Alle Chancen sind weiterhin gegeben“. Das alles sei doch sehr positiv.
Das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn hält es für das Recht der betroffenen Menschen, vom Bund Investitionen in den Lärm- und Schallschutz zu verlangen. Das Bundesverwaltungsgericht habe in einer Entscheidung von 2007 festgehalten, dass auch 30 Jahre nach der Planfeststellung ein Rechtsanspruch auf Schutz bestehe.
Der Sprecher des Aktionsbündnisses, Friedhelm Ardelt-Theeck, erinnert an die 4000 Unterschriften für eine Einhausung der Autobahn, die von der Bürgerinitiative schon im Jahr 2007 an die Oberbürgermeisterin übergeben worden seien.
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