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03. März 2013

Neueröffnung Moon13: Underdressed im Moon13

 Von Patrick Schlereth
Tänzerinnen heizen das Publikum am Eröffnungswochenende des Moon13 in Frankfurt ein.  Foto: Peter Jülich

Auf den ersten Blick hat sich im Vergleich zum Cocoon nicht viel verändert: Ein paar schicke Möbel, kleinere Preise und ein vielseitiges Musikangebot locken am Samstag ein bunt gemischtes Publikum in den Moon13-Club. Das Konzept hinterlässt einen gemischten Eindruck beim Publikum.

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Etwas underdressed fühlt man sich schon, wenn man am Freitagabend in Jeans und Turnschuhen beim neuen Moon 13 im Fechenheimer Industriegebiet aufkreuzt. Aber die Türsteher sind kulant, schließlich soll es zur Eröffnung richtig voll werden.

Um 22 Uhr ist noch nicht viel los, über den roten Teppich geht es schnell am netten Begrüßungskomitee vorbei zur Kasse. Zehn Euro kostet der Eintritt in die Räume des ehemaligen Cocoon Club in der Carl-Benz-Straße 21. Schnell noch die Jacke an der Garderobe abgeben und los geht der Rundgang durch den 3300 Quadratmeter großen Club, der rund 1600 Gästen Platz bieten soll.

"Cocoons" in den Wänden sind noch da

Auf den ersten Blick hat sich im Vergleich zu Sven Väths Riesendisko, die nach acht Jahren und vier Auszeichnungen als bester Technoclub Deutschlands im vergangenen September Insolvenz anmeldete, nicht viel verändert. Im Rundgang um den Main Floor herum fühlt man sich orientierungslos wie eh und je. Die in die Wände eingelassenen grünen Cocoons oder wie die Sitzwaben nach der Neueröffnung auch immer heißen, sind noch da und wurden lediglich frisch bezogen. Beibehalten wurde auch die Kanzel im Hauptraum, auf der zur Eröffnung die House-DJs von Envy my Music um Marco Sönke stehen, dem Resident des ehemaligen Cocoon Club. Neu ist das inselartige Podest, das rund 30 Besucher auf Augenhöhe mit dem DJ bringt. Außerdem bietet der Club einen neuen vierten Floor, einige zusätzliche Bars, neue LED-Leinwände und schicke Möbel.


Foto: peter-juelich.com

Der große Hauptraum füllt sich nur langsam, also zurück in den langen Rundgang und ab zur ersten Bar in Sichtweite. Mit einem Longdrink für acht Euro in der Hand betritt man die Raucherlounge Orbit, wo die Party mit DJ Katch schon in vollem Gange und die Musik deutlich lauter als im Hauptraum ist. Laut der Internetseite des Clubs werden hier „Mash-Up und Urban Beats in entspannter Atmosphäre“ gespielt. Der Laie würde vielleicht sagen, hier läuft Hip Hop und RnB in einem großen Wohnzimmer mit hübschen Schirmlampen in den Ecken. Die Gäste auf der Tanzfläche und den Sofas im Orbit sind lässiger angezogen als in den restlichen Räumen des Clubs. Der liberale Dresscode verwundert nicht: Bereits bei einem Vorab-Besuch der FR im Februar verriet Manager Pius Schmidt, dass alle Gäste im Moon 13 willkommen sind.

Würstchen und Burger statt teurer Kost

Um dieses Motto umzusetzen, setzen die Betreiber auf ein vielseitigeres Musikangebot und etwas niedrigere Preise. Teure Kost vom Sternekoch Mario Lohninger wie im Restaurant Silk des ehemaligen Cocoon Club wird es im Moon 13 nicht mehr geben, Burger und Würstchen stehen im neuen Restaurant Luna auf der Karte. Das Konzept des Moon 13 hinterlässt einen gemischten Eindruck beim Publikum: Armin, der im Orbit das Tanzbein schwingt, freut sich, dass „im neuen Club irgendwie alles beim Alten geblieben ist.“ Anders sieht es Alex im Nebenraum The Bar: „Im Cocoon war mehr los, hier geht es nur um Sehen und Gesehen werden.“


Foto: peter-juelich.com

Irgendwann gegen zwei Uhr ist die Party auf ihrem Höhepunkt, aber das Portemonnaie mit dem abgezählten Budget ist leer. Auf dem Weg zum Nachtbus klingeln noch die Ohren von der ohrenbetäubend lauten Musik im Orbit. Und es bleibt die Frage, ob man eine Neueröffnung oder eine Wiedereröffnung besucht hat.

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