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25. April 2014

Nordend: Kämpfen mit Respekt

 Von Judith Köneke
Vorkämpferin Sunny Graff.  Foto: Michael Schick

Beim Verein "Frauen in Bewegung" sind die Mädels unter sich. Seit März gibt es mehr Platz, demnächst wird auch Hausaufgabenhilfe angeboten.

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Laute Schreie ertönen aus dem Hinterhof des Baumwegs 8. Folgt man ihnen, gelangt man in einen großen mit Matten ausgelegten Raum. In schwarzen oder weißen Anzügen, mit Gürteln in unterschiedlichen Farben wird dort getreten und geschlagen – ohne Körperkontakt. Die Frauen trainieren Taekwondo. Vorne steht Sunny Graff, Leiterin und Gründerin des Vereins „Frauen in Bewegung“. Geübt wird für eine Vorführung am Tag der offenen Tür am Sonntag, 27. April.

Seit März ist der Verein für Kampfkunst und Bewegung von der Gaußstraße um die Ecke in den Baumweg umgezogen. Graff freut sich über die größere Fläche, „fast zehn Jahre habe ich nach geeigneten Räumen im Viertel gesucht“. Nun gibt es nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Programm. Ab Mai bietet der Verein eine Hausaufgabenhilfe an. Die älteren Mädchen helfen den Jüngeren. Unterstützt wird die Aktion von der Sportjugend Hessen. Auch Yoga sowie Gymnastik für Mütter und ihre Babies sind neu.

Offen für alle

Das Credo des Vereins ist jedoch seit seiner Gründung vor 29 Jahren gleich geblieben. „Wir wollten von Anfang an offen für alle Nationalitäten und Religionen sein, für Frauen mit und ohne Behinderung“, sagt Sunny Graff, Ex-Taekwando-Weltmeisterin. Werte wie Toleranz und Respekt seien genauso wichtig wie Feminismus und Antirassismus. Neben Taekwondo, Selbstverteidigung oder Lapunti (Stockkampfkunst) lernen die rund 350 Mitglieder ihren eigenen Körper zu fühlen und ihre Stärken kennen.

Manche Frauen seien seit vielen Jahren dabei, erklärt Graff, für sie sei der Verein zum sozialen Mittelpunkt geworden. Andere kämen nur, um Sport zu treiben. Annette Cramer (46), die sich gerade ihren Anzug anzieht, gehört zur ersten Gruppe. Seit sieben Jahren trainiert sie hier Taekwondo. „Mir gefällt die Atmosphäre, jeder wird herzlich aufgenommen, es herrscht ein tolles Gruppengefühl.“ Auch außerhalb des Trainings trifft sie sich mit ihren Sport-Kolleginnen. Zeynep Mescigid (26) begann als Ausgleich zu ihrer Arbeit als Bürokauffrau und kämpft nun seit drei Jahren. „Ich finde es gut, dass wir hier ohne Männer trainieren, das würde ich nicht wollen – wegen meiner Religion.“

Denn Männer dürfen nur bis zur Türschwelle und auch beim Training nicht zuschauen. Das gilt nicht für Vorführungen und Prüfungen. „Natürlich wollen die Mädchen und Frauen ihren Partnern oder Vätern zeigen, was sie können“, so Graff. Doch die meisten seien froh, in Frauen- oder Mädchengruppen zu trainieren. Beim Tag der offenen Tür sind auch Männer willkommen.

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