Eigentlich ist das Fahrzeug nicht mehr als ein Umzugslaster. Doch die rechtsextreme NPD nennt den Wagen, mit dem sie derzeit durch die Republik fährt, großspurig „Flaggschiff“. Am heutigen Freitag kommt es nachmittags zum Römer. Mit dabei ist der NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel. Am Vormittag macht die Partei in Wiesbaden Station. An beiden Orten haben sich Gegendemonstranten angekündigt.
Auf dem Römerberg wird der Lastwagen gegen 15 Uhr erwartet. Sonderlich viele Aktivisten werden nicht kommen, das Ordnungsamt geht von maximal 25 Teilnehmern aus. An den bisherigen Stationen – etwa in Münster – fanden sich zum Teil nur zwölf NPD-Anhänger ein, wie Herbert Müller vom Antifaschistischen Rechercheteam berichtet.
Stinkefinger für die NPD: Mehrere hundert Demonstranten trillern, schreien und schimpfen gegen Rechts.
Foto: dpaWeitaus mehr Demonstranten dürften zur Gegenkundgebung des Römerbergbündnisses auf dem Paulsplatz kommen, die um 14.30 Uhr beginnt. Wobei es nicht einfach sei, für die Protestaktion zu mobilisieren, sagt der Frankfurter DGB-Vorsitzende Harald Fiedler, einer der Sprecher des Bündnisses aus Gewerkschaften, Kirchen und Parteien. Das liege nicht an der fehlenden Bereitschaft der Frankfurter, die Rechtsextreme mit Pfiffen und Musik zu übertönen. Das Bündnis habe einfach kaum Zeit gehabt, zu der Demo aufzurufen. Erst Anfang der Woche hatten Fiedler und seine Mitstreiter überhaupt von der NPD-Kundgebung erfahren. Die Partei hatte um ihre Tour im Vorfeld wenig Aufhebens gemacht.
Vor dem Wiesbadener Bahnhof
Bereits am Vormittag ist Fiedler mit dem Bündnis für Demokratie in Wiesbaden. Dort hat sich die NPD für 11 Uhr am Hauptbahnhof angesagt. Von den Gegnern der Rechtsextremen, die sich in der Reisinger Anlage sammeln, sind sie nur durch den vierspurigen Kaiser-Friedrich-Ring getrennt – und womöglich durch eine Hundertschaft behelmter Polizisten. Denn die Beamten bereiten sich in Wiesbaden wie in Frankfurt auf einen größeren Einsatz vor. Zwar ist laut dem Frankfurter Polizeisprecher Rüdiger Reges nicht geplant, den ganzen Römerberg zu sperren wie etwa bei den Wahlkampfkundgebungen von NPD und Republikanern im Januar 2009. „Doch wir werden natürlich präsent sein und die Situation genau beobachten“, sagt Reges. Zumal auch die Antifa auf ihrer Internetseite Proteste ankündigt.
Sowohl bei den Rechtsextremen als auch bei den Gegendemonstranten dürfte auch schon viel vom 1. Mai 2013 die Rede sein. Für diesen Tag plant die NPD einen Aufmarsch in Frankfurt. Der Protest des Römerbergbündnisses hat bereits begonnen. Der Zusammenschluss meldet für alle großen Plätze in der Stadt Kundgebungen an – damit die Rechten dort nicht auftreten können.
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