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18. Oktober 2011

Occupy Frankfurt: Unterstützung für Protest-Camp

 Von Felix Helbig, Verena Hölzl und Georg Leppert
So eine heiße Dusche kann ganz schön gut tun.  Foto: Andreas Arnold

Es ist Tag 4 für die Besetzer vom Willy-Brandt-Platz. Zwischenzeitlich öffnet das Schauspiel seine Pforte und eine Bank aus der Nachbarschaft bietet warme Duschen an. In der Innenstadt gab es einen Flashmob.

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Frankfurt –  

Tag vier im Protest-Camp an der Europäischen Zentralbank ist ein guter Tag für die Bewohner. Ein Tag, an dem sie jede Menge Hilfsbereitschaft erfahren – teils von unerwarteter Seite.
Da ist zunächst einmal das Angebot der GLS-Bank. Die schlägt am Dienstagmorgen vor, die Aktivisten könnten doch in die Räume des Geldinstituts kommen, wenn sie eine Dusche nehmen wollten. Und so passiert es: Am späten Nachmittag stehen die Menschen, die gegen Banken demonstrieren, im Badezimmer einer Bank und duschen. Endlich mal wieder.

Dann gibt es gute Nachrichten von den Städtischen Bühnen. Nach einem Treffen der Verantwortlichen teilt Pressesprecher Nils Wendtland mit: Die Aktivisten können fortan die Kantine des Schauspiels nutzen – jeden Tag, bis 23 Uhr abends. Vor allem an regnerischen Tagen eine Alternative zum Zeltplatz auf der Wiese an der Bank. „Wir treffen damit keine politische Aussage“, betont Wendtland. Wohl aber wolle man „das bürgerschaftliche Engagement der Bewegung“ unterstützen.

Schauspiel-Kantine statt Matsch-Wiese

Der ursprüngliche Wunsch der Demonstranten, den Internetanschluss des Schauspiels zu nutzen, erfüllt sich jedoch nicht. „Das Problem ist, dass wir gar kein W-LAN haben“, sagt Wendtland. Das gibt es inzwischen aber ohnehin im Camp. Die Aktivisten wissen sich zu helfen, längst haben sie auch ein kleines, kritisches Medienzentrum eingerichtet.

Am frühen Nachmittag verlassen sie dann erstmals seit Samstag wieder in der Gruppe das Zeltdorf, für einen etwa dreißigköpfigen Flashmob vor der Deutschen Bank. Das Ziel der spontanen Demonstration ist es, die Lebensmittelspekulation anzuprangern. Aus dem „Flashmob“, an dem nur Camp-Bewohner teilnehmen, wird schließlich ein spontaner und gut gelaunter Mini-Demonstrationszug durch die Goethestraße bis hin zum Roßmarkt. Auch dort führen die jungen Leute eine kurze Performance auf, bei der sie Hungernde darstellen, die sich nach einem großen Vogelkäfig in ihrer Mitte verzehren. Die Resonanz ist allerdings eher verhalten. „Kein Problem“, meint einer der Teilnehmer, „so etwas soll es bald regelmäßig geben.“

Hoch hergehen dürfte es auf jeden Fall am kommenden Samstag. Die Camp-Bewohner rufen für 11 Uhr zu einem Protestmarsch zu den Türmen von Deutsche Bank und Commerzbank auf. Wie viele Teilnehmer kommen werden, vermag derzeit noch niemand zu schätzen – weder die Aktivisten noch das Ordnungsamt. Dass die Resonanz wie am vergangenen Wochenende groß sein wird, ist aber gut möglich.

Konkurrenz auf der Straße

Zeitgleich jedoch will auch die „Partei der Vernunft“ demonstrieren. Mit deren Mitgliedern möchten die wenigsten Camp-Bewohner etwas zu tun haben. „Das ist eine rechtspopulistische Gruppierung, die die Idee hat, Probleme nur auf nationaler Ebene zu lösen“, sagt Pfarrer Hans-Christoph Stoodt, Sprecher der Anti-Nazi-Koordination. Die Anhänger der Partei, die im Internet mit dem Slogan „Mut.Wahrheit.Freiheit.“ wirbt, treffen sich um 11 Uhr vor der Europäischen Zentralbank und wollen dann zur Paulskirche gehen. Ein Aufeinandertreffen beider Gruppen wird sich dabei kaum vermeiden lassen.

Gesichert ist unterdessen die Verlängerung des Protestcamps der „Occupy“-Bewegung. Das Ordnungsamt hat der als Demonstration angemeldeten Aktion gestattet, zumindest bis 29. Oktober am Ort zu bleiben. Eine weitere Verlängerung müsste dann erneut beantragt werden. Die Aktivisten streben genau das an. Der Winter werde sie nicht davon abhalten, weiter für ein gerechteres Wirtschaftssystem, für mehr direkte Demokratie und Chancengleichheit einzutreten, hieß es am Dienstag im Camp.

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