kalaydo.de Anzeigen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

03. Mai 2012

Occupy und Blockupy: Zankapfel Occupy-Camp

 Von Claus-Jürgen Göpfert und Hanning Voigts
Von der Stadt bekommt die Occupy-Bewegung zunehmend Druck zu spüren, von Passanten kommt immer noch Zuspruch. Hier haben sich zwei spanische Touristinnen hinter eine Fotowand gestellt.  Foto: Arne Dedert/dpa

Die Freien Wähler fordern die sofortige Räumung des Occupy-Camps in Frankfurt, CDU und Grüne lehnen sie ab. Im Stadtparlament will die schwarz-grüne Koalition einen entsprechenden Antrag der FW ablehnen. Doch glücklich ist sie über das Zeltlager nicht.

Drucken per Mail

Der Kampf um das Occupy-Camp an der Europäischen Zentralbank (EZB) erreichte am Donnerstag das Frankfurter Stadtparlament. Mit großer Mehrheit lehnten die Stadtverordneten am späten Abend die sofortige Auflösung des Zeltlagers ab. Sie war von den Freien Wählern beantragt worden – CDU, Grüne, SPD und Linke hielten dagegen.

CDU-Sprecher Walter Seubert sagte freilich zugleich: „Der Magistrat hat zu keiner Zeit eine Dauerlösung versprochen.“ Die Polizei rate aber gegenwärtig dazu, „das Occupy-Camp befristet unangetastet zu lassen.“ Das zielt auf die geplanten Proteste von mehr als 80 Gruppen der „Blockupy“-Bewegung vom 16. bis 19. Mai in Frankfurt. Man will den Blockupy-Teilnehmern offenbar keinen Vorwand für gewalttätige Aktionen in der Stadt liefern.

Grünen-Fraktionschef Manuel Stock sieht eine Räumung durch die Kommune nur als „letzte Konsequenz“ (siehe Interview). Er appellierte an die Aktivisten, die Auflagen der Stadt einzuhalten.

Der Grüne wandte sich gegen den Aufenthalt von Obdachlosen sowie Sinti- und Roma-Familien im Zeltlager. „Für Obdachlose gibt es andere Orte, gibt es Unterkünfte“, sagte er. Occupy Frankfurt erklärte dagegen gestern, man stelle sich „vor diese rumänischen Menschen, unter welchen auch zwei schwangere junge Frauen zu finden sind.“

Blockupy erwartet 20.000 Teilnehmer

Mit großer Mehrheit von CDU, Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern und Piraten beschloss das Stadtparlament zu später Stunde eine Resolution unter dem Titel: „Gewalt hat in der politischen Auseinandersetzung keinen Platz“. Die Linke lehnte den Text ab. In ihm wird auf die Ausschreitungen bei den „Aktionstagen“ am 31. März in Frankfurt Bezug genommen, durch die „das im Grundgesetz verankerte Recht auf friedliche Versammlung mit Füßen getreten“ worden sei. Im Römer berieten die Fachleute von Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) mit der Polizei darüber, mit welchen Auflagen der Blockupy-Protest versehen werden soll. Zu den ursprünglichen Anmeldern, der Partei Die Linke, kamen am Donnerstag zwei weitere hinzu.

Mittlerweile wird mit mehr als 20000 Blockupy-Teilnehmern gerechnet – eine Größenordnung, die es in Frankfurt sehr lange nicht mehr gab. Die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Rinn sagte am späten Abend im Stadtparlament: „Es kann einem angst und bange werden, wenn man sieht, wer dazu aufruft.“ Die Aufrufe einzelner Gruppen im Internet läsen sich „wie eine Kriegserklärung.“ Davor müsse man die Stadt schützen.

SPD-Sprecherin Ursula Busch sagte, es gelte „eine gute Balance zwischen dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit und dem Schutz gegen Gewalt zu finden.“

Organisatoren beharren auf Bankenviertel

Auf Seiten der Veranstalter der Blockupy-Proteste gibt man sich unterdessen kämpferisch. Man werde sich in seinem Recht auf Demonstrationsfreiheit keinesfalls einschränken lassen, sagte Christoph Kleine vom Netzwerk Interventionistische Linke. „Wenn man unseren Protest aus dem Bankenviertel heraushalten will, werden wir juristisch dagegen vorgehen“, sagte er.

Die Bedenken der Stadt in Bezug auf die angemeldeten Plätze seien größtenteils vorgeschoben, so Kleine. Er appelliere an die Stadt, sich endlich „den Realitäten zu stellen“. An den Protesten in zwei Wochen würden sich Tausende von Menschen beteiligen, die man nicht aus der Innenstadt verbannen könne. Die Organisatoren stünden zu Verhandlungen bereit. „Die Stadt muss jetzt einen konstruktiven Schritt nach vorne machen“, sagte Kleine.

Schon nach dem ersten Gespräch mit der Stadt in der vergangenen Woche hatte das Blockupy-Bündnis mangelnde Kooperationsbereitschaft bei der Stadt beklagt. Man müsse jetzt zügig eine Einigung erzielen, da die Proteste ohnehin nicht zu verhindern seien, hatte das Bündnis erklärt.

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Online-Kataloge
In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

Anzeige
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Unglaubliche Geschichten aus dem Frankfurter Alltag - notiert von Frau Rauscher.

Felix Helbig ist tot

Mit nur 32 Jahren starb unser Freund und Kollege Felix Helbig am 13. Februar 2013. Auf dieser Seite erinnern wir uns an ihn und veröffentlichen nochmal seine schönsten und bedeutendsten Texte.

Spezial

Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.


Spezial: Vorwürfe gegen Polizei Frankfurt
Zur Sache

Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.

Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.

Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.

Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.

Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.

Spezials
Social Media
In Twitter informieren wir als FRlokal über Frankfurt und Rhein-Main. Folgen Sie uns!
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Mountainbike-Touren im Video
Spezial

Frankfurt unter Peter Feldmann - ein Oberbürgermeister sucht seinen eigenen Stil. Das Spezial.


Spezial: Peter Feldmanns Politik
Instrument lernen in Frankfurt
Trompete steht bei kindern hoch im Kurs.

Musik ist etwas Wunderbares - besonders wenn man selbst ein Instrument erlernt. Doch welche Schule in Frankfurt ist für wen die richtige?

Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.