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26. Januar 2013

Opec-Prozess Klein: Ex-Terrorist Klein belastet Suder

 Von 
Ex-Terrorist Hans-Joachim Klein. Foto: dpa

Im Prozess gegen die beiden ehemaligen Mitglieder der "Revolutionären Zellen", Sonja Suder und Christian Gauger, hat der Ex-Terrorist Hans-Joachim Klein endlich vor dem Landgericht ausgepackt. Er belastet Sonja Suder.

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In dem Prozess gegen die mutmaßlichen ehemaligen Mitglieder der Revolutionären Zellen Sonja Suder und Christian Gauger hat am Freitag der Zeuge Hans-Joachim Klein die 80 Jahre alte Suder belastet.

Klein sagte aus, dass er sich im Vorfeld des Überfalls auf die Opec-Konferenz 1975 in Wien zur Planung zweimal mit Suder und der Terroristin Gabriele Kröcher-Tiedemann im Frankfurter Stadtwald getroffen habe, um die Geiselnahme zu planen. Und nicht nur die Geiselnahme: Klein sagte auch aus, dass von Anfang an geplant war, zumindest zwei der Konferenzteilnehmer zu erschießen, nämlich den iranischen und den saudischen Ölminister – diese waren allerdings nicht unter den drei Todesopfern, die der Überfall damals kostete.

Waffen nach Frankfurt gebracht

Klein sagte zudem aus, dass Suder höchstpersönlich am Vortag des Überfalls, am 20. Dezember 1975, Waffen von Frankfurt nach Wien gebracht habe – direkt in die konspirative Wohnung in der Wiener Innenstadt, die er zu dieser Zeit gemeinsam mit Kröcher-Tiedemann und dem Anführer der Aktion – Ilich Ramirez Sanchez, besser bekannt als Carlos, der Schakal – bewohnt habe. Diese Waffen seien aber beim Überfall gar nicht zum Einsatz gekommen, weil bessere geliefert worden waren. Von Libyen, sagt Klein, der als Drahtzieher hinter dem Überfall nach wie vor den damaligen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi vermutet, der „die Kontrolle über die Opec“ habe erlangen wollen.

Sonja Suder und Christian Gauger im Landgericht.
Sonja Suder und Christian Gauger im Landgericht.
Foto: dpa

Klein berichtete, wie man am Morgen des Tattages mit der Trambahn zum Ort der Konferenz gefahren sei – die kleinen Schusswaffen in der Kleidung, die großen in Sporttaschen verborgen. Der Polizist am Eingang habe ihnen freundlich „Guten Morgen“ gewünscht und sie ungehindert passieren lassen. Als „Carlos“ im Gebäude dann mit einer Maschinenpistole in die Decke geschossen habe, hätten die Leute gewusst, „dass es jetzt ein Problem gibt“.

Klein gilt als Verräter

Die Anklage gegen Suder baut zu großen Teilen auf die Aussage von Klein auf, nach eigenen Worten „der Einzige, der für die Opec-Sache bezahlt hat“. Klein kassierte damals einen lebensgefährlichen Bauchschuss, unter dessen Folgen er heute noch leide.

1998 war Klein, der in Frankreich untergetaucht war, verhaftet worden. 2000 wurde ihm in Frankfurt der Prozess gemacht. Er wurde wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt, aber bereits Ende 2003 begnadigt. Klein hatte als Kronzeuge gegen seine ehemaligen Mitstreiter ausgesagt – seitdem gilt er bei der militanten Linken als Verräter. Auch am Freitag gab es wieder „Denunzianten raus“-Rufe aus dem Zuschauersaal.

Klein hatte sich nach eigener Aussage vom Terror abgewandt, als sein ehemaliger Freund Wilfried Böse 1976 bei der Entführung eines französischen Flugzeugs jüdische Passagiere zwecks Erschießung „selektierte“.

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