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12. Mai 2014

Oper Frankfurt: Rätselraten um Fehlalarm

 Von 
Überalterte Klima-, Heizungs- und Kältetechnik, undichte Wasserleitungen und Dächer: Bereits im März 2013 hatte Intendant Fülle die FR zur Besichtigung der Doppelanlage geladen und Alarm geschlagen.  Foto: Christoph Boeckheler

Nach der jähen Unterbrechung der Premiere von „Don Giovanni“ in der Oper Frankfurt am Sonntagabend läuft die Ursachenforschung. Mitarbeiter der Bühnen wiesen gegenüber der FR auf die anhaltend schwierige technische Situation in der Theater-Doppelanlage hin.

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Auch am nächsten Tag hält das Rätselraten an. „Unsere Untersuchung läuft noch – wir versuchen noch herauszufinden, woran es lag“, sagt Holger Engelhardt, der Sprecher der Oper Frankfurt, am Montagnachmittag. Am Abend zuvor war die Premiere von „Don Giovanni“ unsanft unterbrochen worden – ein Alarm wegen einer technischen Störung zwang um 20.50 Uhr zur Evakuierung des mit 1700 Besuchern ausverkauften Hauses. Doch es wurde keine Fehlfunktion gefunden.

So etwas, heißt es am Tag danach, hat es noch nie gegeben bei den Städtischen Bühnen. Im zweiten Akt hatte Donna Anna (Brenda Rae) gerade zu ihrer großen Schluss-Arie angesetzt, als im Dunkeln plötzlich ein Fiepton erklang. Ihm folgte eine mechanische Stimme in steter Wiederholung: „Bitte verlassen Sie wegen einer technischen Störung umgehend das Haus, bitte verlassen Sie....“

Schrecksekunden. Nicht nur im Publikum. Auch die Künstler auf der Bühne und das Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle singen und musizieren noch einige Takte weiter, bis sich die Erkenntnis durchsetzt: Das ist Ernst. Innerhalb weniger Minuten, aber ohne Panik, leert sich das Haus, in Windeseile wird sogar noch die Garderobe ausgegeben.

Draußen auf dem Willy-Brandt-Platz sammelt sich eine wild diskutierende, wild spekulierende Menschenmenge. Eine Bombendrohung? Ein Brand? Schauspiel-Intendant Oliver Reese eilt zum Krisentreffen mit seinen Kollegen, Opern-Intendant Bernd Loebe und dem Geschäftsführenden Intendanten Bernd Fülle.

Feuerwehrleute durchsuchen fieberhaft das Opernhaus, geben rasch Entwarnung: Kein Brandherd. Die Intendanten nehmen die große Verantwortung auf sich und entscheiden: Die Vorstellung wird fortgesetzt. Einige Zuschauer kehren allerdings nicht mehr zurück.

Doch die Sängerinnen und Sänger und das Orchester nehmen die Herausforderung an und meistern sie bravourös: Sie setzen bei dem Takt wieder an, bei dem sie unterbrochen worden waren. Intendant Loebe hatte zuvor noch vor dem roten Vorhang gestanden und mit souveräner Ironie („Sie sind aber ganz schön schnell verschwunden“) die Lage entspannt.

Am Ende großer Beifall des Publikums für alle Akteure auf und vor der Bühne. Die Frage aber bleibt zu klären: Warum wurde Alarm ausgelöst?

Mitarbeiter der Bühnen hatten noch am Abend gegenüber der FR auf die anhaltend schwierige technische Situation in der Theater-Doppelanlage hingewiesen. Im März 2013 hatte Intendant Fülle die FR bereits zur Besichtigung geladen und Alarm geschlagen: Überalterte Klima-, Heizungs- und Kältetechnik, undichte Wasserleitungen, die 110 Jahre alt sind, undichte Dächer. Acht Rohrbrüche alleine in den Theaterferien 2012. Die Sanierungskosten insgesamt wurden damals auf 129 Millionen Euro veranschlagt.

Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) bestritt am Montag einen Zusammenhang des Zwischenfalls vom Sonntag mit dem Zustand des Hauses: „Fehlalarme gibt es immer einmal.“ Nach den Worten Semmelroths sind im städtischen Haushalt 2014 insgesamt 2,5 Millionen Euro eingestellt – als erste Teilsumme für eine gründliche Untersuchung des Sanierungsbedarfs der Städtischen Bühnen.

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Insgesamt wolle die Stadt sechs Millionen Euro für die Studie ausgeben, die im Jahre 2016 vorliegen soll.

Erst dann werde man seriös sagen können, was eine Sanierung der Theater-Doppelanlage koste. Semmelroth bezweifelt die vom Hochbauamt ermittelte Summe von 129 Millionen Euro.

Am Montagmorgen treffen sich Techniker der Städtischen Bühnen mit Spezialisten der Firma, von der die Alarmanlage im Haus installiert worden war. Es soll geklärt werden, so Opern-Sprecher Engelhardt, ob möglicherweise ein Kurzschluss den Alarm ausgelöst hat.
Ein Ergebnis der Prüfung liegt bislang nicht vor.

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