Wenn sich die neu gewählten Mitglieder des „7ers“, des Ortsbeirates für den Frankfurter Westen zwischen Bockenheim und Sossenheim, im Mai das erste Mal wieder zusammensetzen, soll sie zwei langwierige und diffizile Themen nicht mehr kümmern: Die Haltestelle Fischstein soll dann fertig umgebaut und das Hausener Freibad vollständig saniert sein.
Die Gelegenheiten, politisches Geschick zu zeigen, werden aber nicht lange auf sich warten lassen, zu viel steht an im Ortsbezirk 7: So hofft jeder, die Menschen, die Stadt, die Bahn, dass der Umbau des Bahnhofs Rödelheim weiterhin rund laufen und sich nicht zu lange in die Länge ziehen wird. Zurzeit ist Gleis 3 nach wie vor gesperrt, ein Pendelbus bringt Gehbehinderte und Leute mit Kinderwagen von der Ost- zur Westseite.
Ein Dauerbrenner in Rödelheim bleibt die nicht abnehmende Zahl von Spielhallen, die vielen Bürgern, Initiativen und Parteien bereits seit einiger Zeit Sorge bereitet. Die CDU kündigt an, die Ansiedlung in der ganzen Region wieder begrenzen und Beratungsangebote für Spielsüchtige voranbringen zu wollen. Die Grünen fordern außerdem, den Einzelhandel mehr zu stärken, damit die leer stehenden Räume nicht zu Glücksspielzwecken genutzt werden. Und auch die SPD will aus diesem Grund die örtlichen Einkaufsstraßen mit Hilfe von Bürgerinitiativen wieder anschaulicher gestalten.
Fragen zum Tunnel unter der Schule
Um die Bürger in Praunheim zu entlasten, forderten die großen Parteien zuletzt eine zügiges Umsetzen der geplanten Ortsumfahrung, deren Bau aus ihrer Sicht endlich beginnen könnte. Momentan stelle sich nur noch die Frage, ob die Europäische Schule nahe der Nordweststadt umzieht und der Tunnelbau durch Aushub vorangetrieben werden kann und nicht unter Tage stattfinden muss.
Die Grünen und die Linken äußern allerdings generelle Zweifel, verweisen darauf, dass nicht sicher sei, woher der Verkehrslärm eigentlich kommt. Sie beziehen sich auf eine Verkehrszählung und eine Stellungnahme des Magistrats von Anfang 2009: Die Mehrheit der Verkehrsbewegungen in Praunheim stammen demnach aus den umliegenden Stadtteilen, nur zu einem Fünftel sei der Lärm außerhalb entstanden.
„Es nützt den Bürgern daher nichts, eine Ortsumfahrung zu versprechen, die am Ende keine Entlastung bringt,“ bemängelt Thomas Demel von den Grünen, der auf mindestens drei Sitze für seine Partei hofft. Auch die Linken sind gegen die Pläne der Volksparteien, wollen zunächst Alternativen prüfen. Es bahnt sich an, dass das Stichwort „Ortsumfahrung“ auch in der nächsten Wahlperiode für einigen Zwist unter den Politikern sorgen wird.
Sicherlich wird auch öfter das Stichwort „Heinrich-Lübke-Siedlung“ fallen: Deren Häuser werden momentan Schritt für Schritt saniert, die Siedlung zu einem energieeffizienten und nachhaltigen Modellquartier umgestaltet. „Schön wäre es, wenn sich die Anwohner in der Gegend mehr organisieren und austauschen würden“, überlegt Hans-Jürgen Sasse (SPD). Er hofft, dass das im letzten Jahr gestartete Quartiersmanagement dies fördert.
Immer spürbarer wird außerdem der chronische Mangel an Kindergartenplätzen im Gebiet, vor allem in Rödelheim. Da sind sich alle Parteien des „Siebeners“ ausnahmsweise mal einig: Es sollen mehr Möglichkeiten geschaffen werden, um den Alltag mit Kind und Arbeit für Eltern zu erleichtern.

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