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07. März 2012

Ostend im Wandel: Im Schatten der Türme

 Von Laura Wagner
Die Hunder-Meter-Marke ist geknackt. Doch bis zur endgültigen Höhe von 185 Metern ist es noch ein Stück.  Foto: Michael Schick

Der Neubau der Europäischen Zentralbank wächst in die Höhe. Die Hundert-Meter-Marke ist geknackt. Derweil bereitet sich das umliegende Viertel auf den absehbaren Strukturwandel vor. Der bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich.

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Immer höher schraubt sich der Doppelturm des Neubaus der Europäischen Zentralbank (EZB), ist längst zu einem Erkennungszeichen des Ostends geworden. Die Hundert-Meter-Marke ist geknackt. „Man kann richtig zusehen, wie die EZB von Woche zu Woche wächst“, sagt Beatrix B. „Das ist schon eindrucksvoll.“ Seit 13 Jahren wohnt sie mit ihrer Familie an der Hanauer Landstraße, vom Fenster aus kann sie der EZB beim Wachsen zusehen.

„Es ist alles im Zeitplan“, sagt EZB-Pressesprecherin Andrea Jürges, die „mehr als zufrieden“ mit dem Baufortschritt ist. Seit 2010 mit dem Hauptbau begonnen wurde, werde fleißig weiter gearbeitet. Noch in diesem Jahr soll Richtfest gefeiert werden. „So früh es geht, aber definitiv nicht vor dem Sommer“. Denn bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Bis zu 185 Meter hoch soll der Doppelturm einmal sein. Auch wenn er schon weit in den Himmel ragt, ein paar Meter fehlen noch.

Fassade und Rohbau bis Ende 2013

„Derzeit steht alles im Zeichen der Fortsetzung“, sagt Jürges. Die Fassade am Westkopf der ehemaligen Großmarkthalle und der Eingangsbereich werden saniert, ebenso der Großraum im Inneren der Halle. Am Ostkopf wird mittlerweile die Fassade montiert: Glas, Klinker und Metall – daraus besteht sie. Ende 2013 sollen Fassade und Rohbau fertiggestellt sein. Das bedeutet aber keineswegs das Ende der Arbeiten.

„Wir sind dann noch lange nicht fertig“, sagt Jürges. Der größte Brocken kommt dann erst noch: Die technische Gebäudeausstattung. In einigen Wochen geht es los. Doch bis kilometerweise Rohre, Lüftungskanäle und Leitungen verlegt sind, dauert es. „Auch wenn die EZB umgezogen ist, werden sicher noch kleinere Arbeiten nötig sein“, sagt Jürges.

Die Bauarbeiten, so Beatrix B., sind nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. „Am Wochenende steht die Baustelle nicht still“, sagt die ehemalige Kinderbeauftragte des Ostends. Für sie sei das kein so großes Problem. Doch für die Leute, die näher dran wohnen, sei der Lärm „eine ganz schöne Belastung“. Auch Veränderungen im Stadtteil hat der Neubau zur Folge. „In der Uhlandschule sind deutlich mehr Kinder aus der Mittelschicht als noch vor ein paar Jahren.“ Doch nicht nur steigende Mieten und einen schleichenden Austausch der Bewohner habe man der EZB zu „verdanken“. „Es ist eine Chance für das Viertel“, sagt B. Das rücke nun mehr in den Blick der Politiker, es werde mehr getan. „Den neuen Hafenpark hätte es sonst sicher nicht gegeben.“

Erscheinungsbild der Großmarkthalle bleibt erhalten

Ein Wermutstropfen ist für B. der Abriss der Seitenbauten der ehemaligen Großmarkthalle. Bis 2004 wurden in der nach Plänen des ehemaligen Stadtbaudirektors Martin Elsässer gebauten Halle Obst und Gemüse verkauft. „Die Halle bleibt in ihrem grundlegenden Erscheinungsbild erhalten“, sagt Jürges.

Froh ist B. trotzdem, dass saniert wird. „So hat das Gebäude wenigstens eine neue Nutzung, die Stadt hätte es so kaum halten können.“ Den Bau wird sie weiterhin beobachten. Sie ist „sehr gespannt, wie die EZB am Ende aussehen wird“.

Lesen Sie weiter: Wie sich der EZB-Bau auf das Ostend auswirkt.

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