Es war alles andere als eine gute Woche für Frank Dietrich. Eigentlich müsste sich der Betreiber des Musikclubs „das Bett“ im Gallus schon fast ein bisschen wie der biblische Hiob vorkommen. Erst fällt am Mittwoch aufgrund einer defekten Sprinkleranlage das ausverkaufte Konzert der norwegischen Band „Katzenjammer“ wortwörtlich ins Wasser, dann folgte die Ankündigung des Ordnungsdezernenten, dass Verbot von Tanzveranstaltungen am anstehenden Osterwochenende durchsetzen zu wollen. „Es ist eh schon schwierig für Clubs in Frankfurt“, sagt Dietrich. Wenn dann noch zwei Schläge ins Kontor direkt aufeinander folgen, wird es hart. „Für den Klub wäre das nicht zu bewältigen.“
Der Schaden, den der abgesagte Auftritt angerichtet hat, kann Dietrich noch nicht genau beziffern. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass er irgendwo jenseits von 40.000 Euro liegen wird. „Ich hoffe, dass die Versicherung zahlt“, sagt Dietrich. Zu dem dicken Minus könnten sich weitere 20.000 Euro gesellen, sollte „das Bett“ die für Gründonnerstag bis Karsamstag geplanten Veranstaltungen absagen müssen. „Wenn ich das ausfallen lasse, muss ich den Laden ganz zumachen.“
So dramatisch wie im „das Bett“ stellt sich die Situation nicht für alle Clubs in Frankfurt dar. Dennoch stehen sie alle vor dem gleichen Dilemma. Auf der einen Seite drohen ihnen Umsatzeinbußen und Konventionalstrafen, wenn sie die für das lange Wochenende geplanten Veranstaltungen absagen. Auf der anderen Seite steht Ordnungsdezernent Volker Stein, der ihnen bei Nichteinhaltung des Hessischen Sonn- und Feiertagsgesetzes mit Bußgeld droht, das „an die wirtschaftlich „Substanz“ gehen soll.
Den Weg zwischen Skylla und Charybdis muss jeder Klub alleine finden. Das „Bett“ jedenfalls will seine Veranstaltungen stattfinden lassen, weil es sich nicht um „Tanzveranstaltungen“ handelt. Und immerhin zeigen sich die Mädels von Katzenjammer solidarisch. Sie werden ihr Konzert nachholen, am 23. Mai in der Stadthalle Langen.

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