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23. März 2015

Pegida-Ableger: Hunderte gegen "Freie Bürger"

 Von  und 
Nach dem Bruch mit Pegida am 15. März haben die "Freien Bürger für Deutschland" ihre Mahnwache auf dem Roßmarkt abgehalten.  Foto: Christoph Boeckheler

Heidi Mund hat wieder zur Mahnwache gerufen. "Freie Bürger für Deutschland" nennt sich ihr neuer Verein, weil Pegida-Initiator Lutz Bachmann ihr das Mandat entzogen hatte. Michael Stürzenberger war auch wieder dabei. Hier unser Live-Ticker zum Nachlesen.

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Frankfurt –  

Nach dem Bruch mit Pegida am 15. März haben die "Freien Bürger für Deutschland" ihre Mahnwache auf dem Roßmarkt in der Frankfurter Innenstadt abgehalten. Gastredner war wie schon am 9. März Michael Stürzenberger, der als Bundesvorsitzender der rechten "Die Freiheit" und als regelmäßiger Autor der Rechtsaußen-Webseite PI in Erscheinung getreten ist. Stürzenberger hatte in der Vergangenheit dafür plädiert, Muslime, die ihrem Glauben nicht abschwören, zur Ausreise zu zwingen. Mehrfach kooperierte er bereits mit der NPD und freien Kameradschaften.

Wieder geht das Pfeifkonzert kurz nach 18 Uhr los. Die gute neue Tradition von Demonstration und Gegendemonstration am Montagabend hat sich nur ein paar Meter weiter Richtung Süden verlagert. Um die Einzelhändler rund um die Hauptwache zu entlasten, hat das Ordnungsamt Heidi Mund dazu bewogen, ihre islamkritische Demonstration auf den Roßmarkt zu verlegen. Pegida-Initiator Lutz Bachmann hatte Mund aber das Mandat für die Ausrichtung einer Kundgebung unter diesem Namen untersagt. Also hatte Mund ihre Demo als „Freie Bürger für Deutschland“ angemeldet.

Der Live-Ticker ist beendet.

20.30 Uhr: Der Abmarsch der „Freien Bürger“ erfolgt nach Polizeiangaben ohne Probleme. Mit einer Spontandemo ziehen etwa 350 Gegendemonstranten über die Zeil Richtung Konstablerwache. Laut der Frankfurter Polizei gab es Eierwürfe auf die Mund-Kundgebung und später wegen der Demo Verkehrsbehinderungen.

20.00 Uhr: Die meisten Leute verlassen den Roßmarkt. Die Kundgebung wurde noch nicht offiziell beendet. Von den "Freien Bürgern" ist nichts mehr zu sehen. Es sind aber immer noch Gegendemonstranten vor Ort. Immer noch ist unklar, ob die "Freien Bürger" laufen. Der Redner der Gegendemonstranten erzählt: "Die Polizei hat gerade ein Stück Stoff verhaftet, um es staatsanwaltschaftlich zu prüfen". Die Polizei solle nach Hause gehen. Polizisten diskutieren gerade, ob man jetzt was gegen die Demonstranten habe oder nicht. Einer sagt: "Ich hab doch gar nix gegen euch." Ein anderer: "Wenigstens einer". Gerade scheint es an der Kaiserstraße zu eskalieren.

19.55 Uhr: Die Stimmung ist aufgeheizt, Heidi Mund droht: "Wir kommen wieder". Die Reaktion: "Wir auch." Es ist alles sehr unübersichtlich. Es ist stockdunkel, man sieht nichts. Vom Lautsprecherwagen ertönt die "Internationale", die Trommeln werden nicht weniger. Die Polizei hat die Veranstaltung noch nicht für beendet erklärt. Unklar ist, ob die "Freien Bürger" eine Demo starten.

19.50 Uhr: Mund spricht zu Pfarrer Hans Christoph Stoodt der Katharinenkirche: "Herr Stoodt, hören Sie zu: 'Du sollst ... Deinen nächsten lieben wie Dich selbst". Sie ruft das, als wollte sie einen Teufel austreiben. Jetzt die Deutschland-Hymne. Dann: "Einen kleinen Applaus". Hat Heidi Mund geübt? Nein, hat sie nicht.

19.45 Uhr: Heidi Mund singt "wir sind das Volk", die Gegner rufen: "halt die Fresse." Mund: "In Frankfurt hat der Linksradikalismus seine Wurzeln, in Frankfurt wird er sein Ende finden". Pfiffe und Gelächter sind die Reaktionen. Mund spricht von Blockupy und dem "roten Mob", der Lärm wird immer heftiger. "Die Linken und Teil der grünen Gewerkschaften sind untrennbar mit der Gewalt verbunden", sagt Heidi Mund. "Ein Angriff auf die Polizei ist ein Angriff auf uns."

19.40 Uhr: Während Heidi Mund weiter aus der FAZ vorliest, wird vor dem martialischen Auftreten der Polizei gewarnt.

19.30 Uhr: Heidi Mund spricht jetzt wieder. Über ihr Lieblingsthema: Polizisten. Man sieht nichts, es gibt hier auf dem Roßmarkt keinerlei Beleuchtung. Sie liest einen Text aus der FAZ vor, wo ein Polizist über seinen Job und das damit verbundene Risiko spricht. "Auch bei der Polizei gibt es Leute die einen Hund haben, eine Frau". Parallel warnt ein Sprecher der Gegendemonstranten vor der Polizei. "Passt auf euch auf". 

19.20 Uhr: "Unsere Heidi, mutige Deutsche, das ist ein Symbol für den Widerstand in Deutschland. Und die Beate ist auch da. Danke Beate", schreit er und schimpft auf den Kampf gegen Rechts der "Millionen Fördergelder fresse" und Steineschmeißer hervorbringe. "Wir werden niemals aufgeben."

19.15 Uhr: Bereits am 9. März hat Stürzenberger von seiner Angst um die kindliche Heterosexualität gesprochen. Die Platte spielt er rauf und runter garniert mit dem "Moslem", der das Kopftuch für die Frauen will und ein "potenzieller Terrorist" ist. Die Polizei macht die Durchsage, dass keine Gegenstände geworfen werden dürfen. Gesehen haben wir noch keine geworfenen Gegenstände.

Viele Gegendemonstranten sind gekommen.  Foto: Katja Thorwarth

19.10 Uhr: Stürzenberger spricht von der Sprache "der Dummen" und von sich als Demokrat. Seine Gegner seien "Idioten, dumm und gleichgeschaltet. Wir werden die Bürger aufklären." Jetzt kommt er zum Thema Sexualität, Kindern werde ihre Sexualität genommen. Es ginge nur noch darum, "dass alle Kinder schwul werden und das Land überschwemmt mit Asylanten". Er fragt: "Wollen wir das in Deutschland?"

19.05 Uhr: Sie hört gar nicht mehr auf. Sie hat einen Traum, in einem "freien bürgerlichen Deutschland" zu leben, und kündigt Michael Stürzenberger an: "Wo sind die Verteidiger der Demokratie?" Man versteht vor lauter Pfiffen nur Bruchstücke. Er spricht von Erziehung, ein Kind habe wohl gesagt, Heidi sei doof. Die Jugend und die Kinder würden planmäßig indoktriniert. "Das Ergebnis sieht man da drüben bei diesen hasserfüllten Anti-Deutschen".  Er spricht von "Bluthunden unseres Landes, die uns nicht wohlgesonnen seien". Er meint wohl Muslime. Und zieht den Vergleich zum Nationalsozialismus. Wie beim letzten mal behauptet er, sein Verein wäre mit der "Weißen Rose" vergleichbar. 

19.00 Uhr: Eine Frau ist völlig hysterisch und schreit etwas von Heidi und "linksversifft" ins Mikrofon. Sollte sich da nicht mal ein Sanitäter der Frau annehmen? Sie brüllt von Hass. Und Deutschland. "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda" rufen die Gegner. "Wir haben die Wahrheit" krächzt sie mit scheinbar letzter Kraft aus. "Ihr habt die Lügen".

Ein Plakat von PI-News.  Foto: Katja Thorwarth

18.55 Uhr: Die rechte Online-Plattform PI-News ist mit einem eigenen Transparent vor Ort. Gerade kreischt eine Frau ins Mikro. Man versteht nichts. Das liegt nur bedingt an den Gegendemonstranten.

18.50 Uhr: Jetzt spricht Christine. Sie redet vom Euro und den vielen Polizisten, die ihr Rederecht schützen. Die Patrioten schwenken neben Deutschland-Fahnen auch die der German Defence. Israel-Fahnen wie zuletzt sind nicht dabei.

18.45 Uhr: Heidi Mund sagt, sie wolle der Polizei Ruhe gönnen, sie und ihre Anhänger seien friedlich. Das Motto des heutigen Abends lautet: gegen linke Gewalt. Mund betont: "Es genügt eine Person, die dieses Land verändert." Sie redet sich in Rage, kann sich schon jetzt nicht mehr beruhigen. "Wir sind viele, es reicht einer, Deutschland wird nicht fallen. Wir werden unsere Polizisten nicht mehr angreifen." Aber sie sei nicht hier wegen den Linksextremen. Die lachen und schreien: "Haut ab!"

Am Roßmarkt wartet die Polizei.  Foto: Katja Thorwarth

18.40 Uhr: Heidi Mund wünscht Frankfurt und Deutschland einen guten Abend. Sie stellt zunächst fest, dass heute Abend "alles ein bisschen anders" ist. Sie ist umringt von etwa 30 Patrioten. Man versteht sie in der ersten Reihe wegen des Lärms (Pfiffe und Sprechchöre) nur bruchstückhaft.

18.35 Uhr: Der Redner der Gegendemonstranten spricht über die Umbenennung von Pegida zu den "Freien Bürgern" als einer Entlarvung der wahren Ziele: "Deutsche für Deutsche, das wahre Gesicht, von wegen Europa". Jetzt weist der Redner noch auf den rassistischen Hintergrund des bayerischen Gastes Stürzenberger hin.

Vor der Katharinenkirche ist nichts los.  Foto: Katja Thorwarth

18.30 Uhr: Die Polizei weist auf das Versammlungsrecht und ihre Pflicht hin, jede Versammlung zu schützen. Beide Seiten sollten für einen friedlichen Ablauf sorgen. Parallel rufen die Leute "Nazis raus". Die "Freien Bürger" kontern mit Pop.

18.25 Uhr: Bisher sammeln sich zirka 25 Patrioten um den Lautsprecherwagen. Der Soft-Pop wird von Trommeln und Pfeifen übertönt. Es scheint, als seien nicht weniger Gegendemonstranten vor Ort als zu Pegida-Zeiten. Der Verein um Heidi Mund hat wohl etwas abgebaut.

18.15 Uhr: Langsam wird es lauter und voller. Die Zahl der Gegendemonstranten dürfte auf um die 500 angestiegen sein. "Frankfurt Nazi-frei" wird gerufen. Von Seiten der "Freien Bürger" ertönt aus den Lautsprechern zärtlicher Pop. Es ist noch nicht Heidi Mund, die singt.

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17.55 Uhr: Die Leute machen es sich auf den Stufen vom Gutenberg-Denkmal bequem. Langsam füllt sich der Platz. Vertreter der Satire-Partei "Die PARTEI" sind vor Ort. Auch von den Jusos und der Linken sind Mitglieder gekommen.

17.45 Uhr: Der Rathenauplatz es komplett zu mit Polizeibussen. Die "Freien Bürger" sind vor der Commerzbank auf dem Roßmarkt platziert. Hier ist eine Fläche weiträumig abgesperrt. Bisher sind geschätzt 200 Gegendemonstranten vor Ort. Vor dem weißen Ex-Pegida-Bus sind bereits die Lautsprecher aufgestellt und das übliche Spalier gut ausgerüsteter Polizeibeamter.

17.30 Uhr: Es ist Montagnachmittag und vor der Katharinenkirche herrscht gähnende Leere. Pegida an der Hauptwache gibt es nicht mehr. Hinter dem Café Hauptwache stehen die ersten Mannschaftsbusse der Polizei. Für die Ersatzveranstaltung auf dem Roßmarkt scheint das Aufgebot deutlich geringer.

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