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02. März 2015

Pegida Frankfurt-Rhein-Main: Friedlich, aber lautstark

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Proteste gegen "Pegida" am 2. März: Klare Worte, klare Gesten: Gegendemonstranten hinter der Absperrung.  Foto: Andreas Arnold

Zum fünften Mal demontrierten Islamkritiker und ihre Gegner an der Hauptwache. Die Gegendemonstranten blockieren den angekündigten "Spaziergang" der Pegida-Anhänger - erst die Polizeieskorte ermöglicht ihnen ein Fortkommen. Die Polizei vermeldet vier Festnahmen.

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Rund 80 Pegida-Anhänger haben sich gestern an der Hauptwache getroffen, um gegen die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren. Wieder stellten sich ihnen hunderte Gegner in den Weg. Die meisten zeigten ihre Ablehnung gegenüber den Islamkritikern friedlich, aber lautstark.

Bereits ab 17 Uhr bezogen die Gegendemonstranten um die Katharinenkirche Position. Trotz des Regens und der Kälte harrten sie vor den Absperrgittern der Polizei aus und warteten auf den „Spaziergang“, zu dem Pegida Frankfurt-Rhein-Main aufgerufen hatte. Die offizielle Anmelderin war wieder Heidemarie Mund, die gegen 18.30 Uhr von den nach Polizeiangaben rund 550 Gegendemonstranten mit lauten Pfiffen und Buhrufen empfangen wurde.

Unter anderem hatten die Anti-Nazi-Koordination (ANK), „Die Partei“ mit ihrer „Montags-Safari“, die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes und die Linke Mahnwachen angemeldet. Auch viele türkische Organisationen waren vor Ort.

Mit Gittern trennte die Frankfurter Polizei die Pegida-Demonstranten und ihre Gegner wie an den Montagen zuvor voneinander. Die Stimmung zwischen Pegida-Anhängern, Gegnern und der Polizei war auch gestern wieder angespannt.

Ein Ei und viele Seifenblasen

Bereits vergangene Woche hatte es zwischen Gegendemonstranten und Polizisten Krawalle gegeben. Die Beamten hatten am späteren Abend Pfefferspray eingesetzt. Das kritisierten einige Veranstalter. „Die Polizei hat diese Waffe offensiv genutzt“, sagte etwa Hans-Christoph Stoodt, Initiator der ANK. Vonseiten der Polizei hieß es dazu im Vorfeld, dass man nicht nur zugucken könne, sondern die Demos schützen und verhindern müsse, dass Gegner aufeinandertreffen.

Es waren zwar weniger Gegendemonstranten als in den Wochen zuvor gekommen - doch sie schienen umso entschlossener zu sein.  Foto: Andreas Arnold

In dieser Woche blieb es weitgehend ruhig. Gegen 18.35 Uhr zerplatzt ein Ei, das aus der Richtung der Pegida-Gegner kam, neben den Polizisten, die daraufhin ihre Helme anzogen und dazu auffordern, das Werfen von Gegenständen zu unterlassen. Ab dann flogen nur noch Seifenblasen durch die Luft. Nach eigenen Angaben benutze die Polizei weder Pfefferspray noch Schlagstöcke. Es kam zu vier Festnahmen.

Mund: „Ihr seid lauter geworden“

Obwohl diese Woche weniger Gegendemonstranten da waren, tat das ihrer Entschlossenheit keinen Abbruch. „Ihr seid lauter geworden“, erkannte auch Heidemarie Mund während ihrer Kundgebungen. Sie hatte sich in eine Israel-Flagge gehüllt und sprach in bekannter Manier zu ihren Anhängern. Vergangene Woche hatten die Islamgegner es zum ersten Mal geschafft zu marschieren, wenn auch nur wenige Meter. Sie feierten es auf ihrer Facebook-Seite trotzdem als „Etappen-Sieg“ gefeiert.

Diese Woche blockierten die Gegendemonstranten den angekündigten „Spaziergang“ wieder. Pegida räumte gegen 20.30 Uhr von der Polizei eskortiert das Feld. Dafür wurden einige Eingänge der Hauptwache geschlossen. Es sei dabei allerdings zu „keinen Ausschreitungen“ gekommen so eine Polizei-Sprecherin.

Die Gegendemonstranten und Pegida wollen in der kommenden Woche wiederkommen. ANK-Initiator Hans-Christoph Stoodt hofft zwar auf eine baldige „Zerlegung des Pegida-Lagers“. Doch so lange diese kämen, komme auch er. „Der antiislamische Hass wirkt wie ein Brandsatz. Das möchte ich in Frankfurt nicht“, so Stoodt. Auch „Die Partei“ künftig an wieder da zu sein. Auch Heidemarie Mund wird wohl wieder da sein. „Wir kommen wieder“, rief sie den Pfiffen der Gegendemonstranten entgegen.

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