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28. Januar 2015

Pegida in Frankfurt: Keine Jagd auf Menschen

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Ein starkes Polizei-Aufgebot versucht, einen Durchgang für Pegida-Anhänger zu ihrem Versammlungsplatz freizuhalten.  Foto: dpa

Gegen Menschen wie die Pegida Organisatorin Heidi Mund zu demonstrieren, ist vermutlich edel, hilfreich und gut. Solange man dabei nicht wie ein Lynchmob wütet. Die Gegendemonstration an der Katharinenkirche war deshalb vor allem eines: beschämend. Ein Kommentar

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Es gibt durchaus Gründe, auf diese Stadt stolz zu sein. Es ist ein starkes Zeichen, wenn sich eine Handvoll Sektierer zur Abendlandrettung an der Katharinenkirche trifft – und gleichzeitig weit mehr als 12.000 Menschen auf dem Römerberg zeigen, dass das Gespenst, das derzeit von Dresden aus in Deutschland umgeht, in Frankfurt allenfalls als Kasperlefigur ankommt. Dass die breite Mehrheit der Frankfurter den Pegida-Rechtsaußen auf dem Römerberg die Rote Karte gezeigt hat, das war wichtig und richtig.

Die Gegendemonstration an der Katharinenkirche war vor allem eines: beschämend. Es mag ja noch angehen, dass man einen Aufmarsch von Menschen, die man aus guten Gründen in der extrem rechten Ecke verortet, durch massenhafte Präsenz verhindert. Keinesfalls hinnehmbar ist es, wenn diese Menschen von einem Mob, der ihnen zahlenmäßig vielfach überlegen ist, beim Versuch, den Versammlungsort zu erreichen, attackiert werden – wie dies am Montagabend geschehen ist. Auch wenn viele Gegendemonstranten vor Ort Manieren zeigten: Die handgreiflichen Pöbler waren keinesfalls in der verschwindenden Minderzahl. Dass dort niemand zusammengeschlagen wurde, lag einzig an der massiven Polizeipräsenz. Unnötig zu erwähnen, dass die Polizisten, die an diesem Abend äußerst zurückhaltend auftraten, sich den ganzen Abend seitens mancher Demonstranten Provokationen gefallen lassen mussten, die in jeder Dorfdisko zum sofortigen Nasenbeinbruch führen würden.

Außer dem Schmeißen von Böllern, dem Niederbrüllen des politischen Gegners, der offenen psychischen und latent physischen Gewaltbereitschaft bleibt nicht viel im Gedächtnis von diesem Abend an der Katharinenkirche. Der Organisatorin Heidi Mund, deren Gemütszustand der Begriff „geistliche Umnachtung“ wohl am besten beschreibt, tut man mit der Brüllerei sogar einen Riesengefallen: Manche könnten gar glauben, die Frau habe etwas zu sagen. Dass die selbst ernannten Antifaschisten kurz zuvor die Briefkästen rund um Munds private Nachbarschaft mit Flugblättern gespickt hatten, in denen mit Bild und Adresse vor der „Rassistin in der Nachbarschaft“ gewarnt wird, die nach Ansicht der Antifa „in Frankfurt keinen Platz“ habe, ist ein kaum verhohlener Aufruf zur Menschenjagd. Und zeigt vor allem eines: Die „Antifaschisten“ haben von ihrem angeblichen Feindbild eine Menge gelernt, was die Methodik angeht.

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Damit keine Missverständnisse aufkommen: Gegen Menschen wie Mund zu demonstrieren und wider sie zu streiten, das ist vermutlich edel, hilfreich und gut. Solange man dabei nicht wie ein Lynchmob wütet.

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