Aktuell: Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

28. Januar 2015

Pegida in Frankfurt: NPD mischt sich unter Pegida

 Von 
Anhänger der islamkritischen Pegida-Bewegung in Frankfurt bei ihrer ersten Demonstration.  Foto: dpa

Die rechtsextreme NPD sucht bei Pegida in Frankfurt neue Freunde. Bei der Demonstration am vergangenen Montag mischen sich NPD-Leute unter die Pegida-Anhänger. Doch nicht allen in der NPD ist die Nähe zu Pegida recht.

Drucken per Mail

Heidi Mund ist eine freundliche Frau. Die Pädagogin und überzeugte Christin hat für jeden ein Lächeln übrig, selbst in Stresssituationen. Auch wenn sie manchmal recht wütende Reden hält und sich dann bei Worten wie „Deutschland“ oder „Volk“ ihre Stimme überschlägt, spendet sie am Ende immer noch Gottes Segen – ausdrücklich auch ihren politischen Gegnern. Die Gruppe „Pegida Frankfurt Rhein-Main“, die sie mitgegründet hat, versteht Mund als letzte Bastion christlicher Werte in einer Stadt, in der sonst Islamisten und „linksversiffte Politiker“, wie Mund es einmal in einer Rede ausdrückte, das Sagen hätten. Den Islam hält Mund neben der Antifa sowieso für die größte Gefahr für die demokratische Ordnung.

Trotz dieser eindeutigen Feindbilder behauptet die Frankfurterin, politisch nicht rechts zu stehen. „Ich war nie rechts, ich bin nicht rechts, und ich werde nie rechts sein“, sagte sie vergangenen Montag auf der Hauptwache, als ihr Ehemann, der Stadtverordnete Mathias Mund (Freie Wähler), und etwa 80 Weitere dem Aufruf zur ersten Frankfurter Pegida-Kundgebung gefolgt waren. Stattdessen stehe Pegida auf der einzig richtigen Seite, rief Mund: „Wir sind die Guten!“

Es gibt Gründe, an dieser Selbsteinschätzung zu zweifeln. Ein Mann, den Mund als Redner geladen hatte und der nach eigenen Angaben aus Israel kommt, gab etwa zu, den Islam insgesamt abzulehnen. „Ja, ich bin islamophob“, schrie er auf Englisch. „Denn Phobie heißt Angst, und ich habe Angst vor Mord, ich habe Angst vor Vergewaltigung, ich will, dass Deutschland sicher ist!“

Unter den Menschen vor der Katharinenkirche waren einige, die dieser generellen Gleichsetzung von Islam und Mord sicher aus ganzem Herzen zugestimmt haben. Denn es waren nicht nur ältere Herren zu Pegida gekommen, sondern auch eine ansehnliche Zahl einschlägig bekannter Rechtsradikaler.

NPD sucht neue Freunde

Der Prominenteste unter ihnen: Stefan Jagsch, hessischer NPD-Vorsitzender. Jagsch war schon Anfang des Jahres zu einem Treffen der Gruppe „Fragida“ um das ehemalige AfD-Mitglied Hans-Peter Brill gekommen. Der NPD-Mann hofft offenbar, bei Pegida neue Mitstreiter für seinen schlecht aufgestellten Landesverband zu finden. Dass er und zwei seiner Kameraden an der Katharinenkirche waren, sorgt intern aber auch für Kritik: Der NPD-Stadtverordnete Jörg Krebs teilte etwa im Internet mit, die proisraelische Ausrichtung der Frankfurter Pegida sollte jedem „authentisch national Denkenden“ schon reichen, um Jagschs Teilnahme scharf zu kritisieren.

Die Frankfurter Pegida-Organisatorin Heidi Mund will jeden Montag auf die Straße gehen.  Foto: dpa

Neben Jagsch hatte sich auch Kai K. unter die Pegida-Teilnehmer gemischt, ein wichtiger Aktivist der „Nationalen Sozialisten Rhein Main“ und des „Freien Netzes Hessen“, ein Zusammenschluss überzeugter Neonazis aus der hessischen Kameradschaftsszene. Zwei weitere Neonazis waren ebenfalls gekommen, zudem mindestens zwei junge Männer, die der rechtsradikalen „German Defence League“ (GDL) zuzurechnen sind, einer rassistischen Organisation, die sich an der britischen Hooligan-Truppe „English Defence League“ orientiert. Eine kleinere Gruppe rechter Hooligans hatte es wegen der vielen Gegendemonstranten nicht einmal zur Kundgebung geschafft.

Mehr dazu

Pegida will nächsten Montag wieder demonstrieren. Alles sieht danach aus, als würde auch diese Kundgebung wieder ein Stelldichein extrem rechter Kader werden.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten und Reportagen aus dem Herzen des Rhein-Main-Gebiets - alles über Frankfurt und seine Stadtteile.


Auch unterwegs auf dem Laufenden:
„FR News“ –
die App für Ihr Smartphone.

Für iPhone und Android-Handys.
Jetzt downloaden!

Twitter
Südliche Stadtteile
Östliche Stadtteile
Nördliche Stadtteile
Westliche Stadtteile
Bahn-Verkehr

Die Lage im Bahnverkehr live:

- Frankfurt a.M. (Hbf) aktuelle Abfahrt und Ankunft,
- An- und Abfahrt für alle Stationen,
- Reiseverbindungen als Live-Auskunft (Prognosen).

Anzeige

Premium-Fotostrecke
Frankfurt von oben

Mit dem Hubschrauber unterwegs über der Mainmetropole: Fliegen Sie mit!
Zur Premium-Fotostrecke Frankfurt von oben.

Eintracht: Berichte | Spielplan | Team | FR-Videos

ANZEIGE
- Partner