Es ist vollbracht. Ein seitenlanges Vertragswerk zwischen Goethe-Universität, Stadt und Land ist vor Notaren verlesen und unterzeichnet worden, das die Expansion der Senckenberg Gesellschaft besiegelt und auf den Weg bringt. Das ist ein großer Schritt für die Senckenberger – und bringt auch den Frankfurtern etwas, nicht zuletzt ein Planetarium.
Teil der Verhandlungen war nach Angaben von Bruno Deiss, wissenschaftlicher Direktor und Präsidiumsmitglied des Physikalischen Vereins, dass die Senckenberg Naturforschende Gesellschaft (SNG) das Gebäude übernimmt und dafür ein Planetarium gebaut wird, das Verein und Gesellschaft gemeinsam betreiben. Die Volkssternwarte bleibe erhalten, „falls die Beeinträchtigungen durch Neubauten das zulassen“, schränkt Deiss ein. Die Sternwarte zeigt quasi einen Blick life in den Himmel, das Planetarium ist so eine Art Sternen-Kino. Zum 1. Januar 2012 übernimmt die SNG das Gebäude, der Physikalische Verein behält aber Bleiberecht. „Unser Programm bieten wir dort wie gewohnt an, auch während der anstehenden Umbauphase.“
Wo genau das Planetarium errichtet werde, sei noch unklar. Es erscheine ihm aber sinnvoll, es in den geplanten Senckenberg-Neubau zu integrieren. Die Gesellschaft plant zwischen Senckenberganlage und Gräfstraße, zwischen Mertonstraße und Robert-Mayer-Straße bis 2017 einen neuen Komplex zu schaffen; wo heute zur Gräfstraße hin die Hörsäle der Uni liegen, soll ein neues Gebäude errichtet werden, was auch einen zweiten Zugang zum Museum eröffnen könnte. Nach Angaben des Hauses übernimmt Senckenberg nach dem Gebäude des Physikalischen Vereins 2012 das Hauptgebäude der Uni zum 1. Januar 2013. Die Senckenbergische Stiftung wird Eigentümerin der Grundstücke, erlässt der Senckenbergischen Gesellschaft aber den Erbpachtzins. Konkreteres ließ sich noch nicht erfahren. Schauen wir also wieder in die Sterne.
„Das Planetarium soll 150 Sitzplätze haben und zählt damit zu den großen Planetarien, wenn auch nicht zur Monster-Kategorie“, sagt Deiss und dass es den „Astronomie-Standort Frankfurt natürlich aufwertet“. Neben einem Sternenprojektor von Zeiss sei auch eine Laserprojektionsanlage für das Planetarium geplant. „Die Anlage kann man für Sternen-Theater aber auch für eine Reise ins Innere von Zellen nutzen.“ Was die Kooperation mit der SNG schön stimmig macht. Etwa neun Millionen Euro könnte das Planetarium kosten, schätzt Deiss. „Da wir aber erst im letzten Bauabschnitt dran sind, wann immer der ist, kann das alles noch dauern.“
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