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Protest gegen Urheberrechtsabkommen ACTA: 2000 demonstrieren in Frankfurt

Mit Plakaten und Sprechgesängen protestieren Menschen in Frankfurt gegen ACTA - auch manchen Plakaten steht sogar "ACTA kills". Die rund 2000 Protestierenden ziehe vom Kaisersack in Richtung Rossmarkt.

Die Internetgemeinde ist zornig - denn hinter dem Urheberrechtsabkommen ACTA - das offiziell gegen Piraterie helfen soll - vermuten sie einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und Zensur. Die Zensur im Internet ist mit ein Grund für die Aktionen von Hacker-Gruppen wie Anonymous oder LulzSec.
Die Internetgemeinde ist zornig - denn hinter dem Urheberrechtsabkommen ACTA - das offiziell gegen Piraterie helfen soll - vermuten sie einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und Zensur. Die Zensur im Internet ist mit ein Grund für die Aktionen von Hacker-Gruppen wie Anonymous oder LulzSec.
Foto: FR
Frankfurt –  

Der 19-jährige Alex erklärt das ACTA-Abkommen so: „Das ist als würden Sie in einen Kochkurs gehen, danach für einen Freund ein Gericht kochen, das sie dort gelernt haben und wenn derjenige Sie dann nach dem Rezept fragt, dürfen Sie es ihm nicht geben.“ Gegen das Anti Counterfeiting Trade Agreement, kurz ACTA, protestierten am Samstagnachmittag rund 2000 Menschen in Frankfurt. Mit Plakaten und Sprechgesängen zogen die Protestierenden vom Kaisersack in Richtung Rossmarkt.

Das Handelsabkommen soll Urheberrechte weltweit schützen, indem es etwa Internetanbieter verpflichtet, die Aktivitäten ihrer Nutzer im Netz zu überwachen. Am Freitag hatte das Auswärtige Amt in Deutschland die Weisung zur Unterzeichung zunächst wieder zurückgezogen. Online-Plattformen wie Wikipedia, Facebook und Youtube würden in großem Maße durch das Abkommen eingeschränkt. Die amerikanische Wikipedia-Seite demonstrierte kürzlich ihre Ablehnung des Gesetzes, indem beim Aufruf der Seite einen Tag lang lediglich der Schriftzug „Imagine a World Without Free Knowledge“ und ein kurzer Erklärungstext auf schwarzem Hintergrund erschienen.

ACTA und das Urheberrecht

Der auf Initiative der USA und Japans ausgehandelte ACTA-Vertrag regelt unter anderem die „Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums im digitalen Umfeld“. Kritiker sehen darin dagegen eine Einschränkung von Freiheitsrechten im Internet. Deutschland will ACTA vorerst nicht unterzeichnen. Die zuständige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) habe Bedenken angemeldet, hatte am Freitag ein Sprecher des Auswärtigen Amts gesagt.

„Wenn etwa jemand ein Video von einer Party auf sein Facebook-Profil stellt und im Hintergrund irgendwelche urheberrechtlich geschützte Musik zu hören ist, wäre das dann schon illegal“, regt sich der 21-jährige Demonstrant Ray auf. „Außerdem dürften alle Skype-Gespräche abgehört werden!“

Der Großteil der Frankfurter Demonstranten ist unter 30, mit dem Internet aufgewachsen und empfindet eine Überwachung in diesem Bereich als massiven Eingriff in seinen persönlichen Freiraum.

Protest gegen die Zensur im Netz

Bildergalerie ( 51 Bilder )

"ACTA kills"

Manche gehen sogar noch weiter und zeigen eine weitere Facette dessen auf, was sich ändern würde, sollte die EU das Abkommen ratifizieren: „ACTA kills“ steht auf einem Plakat. Der Träger möchte damit darauf hinweisen, dass auch günstige Generika, die in Entwicklungsländern oft Alternative zum teuren Originalmedikament sind, durch das neue Gesetz illegal würden. „Es würde einfach ein Riesen-Hick-Hack geben, wer jetzt zuerst die Idee hatte, eine bestimmte Pille auf den Markt zu bringen“, erklärt der Student Matthias.

Er hofft wie der Rest des Protestzugs, dass auch jene EU-Mitgliedsstaaten, die die Unterzeichnung bisher noch nicht abgelehnt haben, erkennen, welche Gefahren mit dem Abkommen einhergehen würden. Wo er sich über die neusten Entwicklungen informiert? „Auf Youtube und Facebook.“

Autor:  Julia Frese
Datum:  11 | 2 | 2012
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