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28. März 2012

Prozess gegen U60311-Türsteher: Schläge und Tritte bis zum Tod

 Von Georg Leppert
Obwohl der Club den deutschen Techno mitprägte, machte er wegen Drogenrazzien und Schlägereien oft Schlagzeilen. Am Ostermontag, den 25. April 2011, kam es zur Eskalation. Ein 31-jähriger Besucher verlor in einem Kampf mit mehreren Türstehern sein Leben. Die drei Türsteher befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.  Foto: dapd

Vier Türsteher des Frankfurter Clubs U60311 prügeln im Frühjahr 2011 einen Gast zu Tode und müssen sich nun vor Gericht wegen Totschlags verantworten. Die Angeklagten werden von einem Starverteidiger vertreten - und schweigen. Vorerst.

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Wenn die Frankfurter Justiz mit einer Verhandlung in den Saal 165 C zieht, muss es um etwas sehr Ernstes gehen. Der Raum bietet höchste Sicherheitsvorkehrungen. Zuschauer und Prozessbeteiligte sind durch eine Scheibe voneinander getrennt, Reporter müssen auf einer Tribüne Platz nehmen und sich gegenüber den Wachleuten ausweisen.

Am Mittwochvormittag geht es in der Tat um etwas sehr Ernstes in Saal 165 C: um den Tod des Briten Lee John H. im April vergangenen Jahres. Angeklagt sind vier Türsteher im Alter zwischen 20 und 36 Jahren, die in der Diskothek „U 60311“ gearbeitet haben. Drei von ihnen sollen den 31-Jährigen am Morgen des Ostermontags derart brutal verprügelt haben, dass er zwei Tage später in der Uniklinik starb. Die am Mittwoch verlesene Anklage vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts lautet auf Totschlag.

Am 25. April kommt es laut Staatsanwaltschaft gegen 6.15 Uhr zu einem Streit zwischen einem Gast und einem Türsteher der Kellerdisko. Der Sicherheitsmann will den Partygänger von der Theke wegziehen, der wehrt sich, schließlich strauchelt der Türsteher und prallt gegen Lee John H., der zum Feiern ins „U 60311“ gekommen ist und mit der Auseinandersetzungen bis dahin nichts zu tun hatte.

Trotzdem richten sich fortan alle Aggressionen gegen den Briten. Der Türsteher prügelt laut Anklage auf ihn ein, zwei seiner Kollegen, die bislang am Eingang standen, kommen hinzu. Auch sie schlagen und treten Lee John H., bis er bewusstlos ist. Dann tragen zwei der Angeklagten das Opfer die Treppe hoch und legen den Mann vor dem Eingang ab.

Wenig später finden Passanten den regungslosen Briten. Im Notarztwagen muss er reanimiert werden. In der Uniklinik folgen in den kommenden Stunden sechs Notoperationen. Zahlreiche Organe des Opfers sind schwer geschädigt. Am Vormittag des 27. April stirbt er.

Die Polizei fahndet mit großem Aufwand nach den Tätern. Aufnahmen einer Videokamera werden im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht, zahlreiche Hinweise gehen ein. Schließlich richten sich die Ermittlungen gegen die vier Männer, die nun vor Gericht stehen.

Starverteidiger für Angeklagte

Neben den vier Angeklagten sitzt am Mittwoch die erste Riege der Frankfurter Strafverteidiger. Zu den Anwälten zählen Joachim Bremer, Ulrich Endres, Hans-Jürgen Borowski und Thomas Scherzberg. Den Angeklagten gegenüber hat die Familie von Lee John H. Platz genommen. Mutter, Schwester und Bruder treten als Nebenkläger auf.

Am ersten Prozesstag äußern sich die Angeklagten noch nicht. Unklar bleibt die Rolle des Jüngsten unter ihnen. Der 20-Jährige soll laut Anklage nicht auf Lee John H. eingeschlagen haben. Womöglich hielt er aber weitere Gäste davon ab, schlichtend einzugreifen. Außerdem soll er dabei geholfen haben, den Briten vor dem Eingang abzulegen. Sein Anwalt beantragt, das Verfahren gegen ihn abzutrennen. Schließlich gilt der 20-Jährige juristisch als Heranwachsender, was für ein Verfahren vor einer Jugendstrafkammer spricht.

Über den Antrag wird das Gericht am nächsten Verhandlungstag, dem 13. April, entscheiden. Das Urteil wird frühestens im Juni fallen, mehr als 20 Zeugen sind geladen.

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