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06. November 2015

QR-Codes für Gedenkstätten: Nazi-Gräuel nie vergessen

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Infos über Gedenkorte können per QR-Code auf das Smartphone geladen werden.  Foto: privat

In Frankfurt erinnern über 100 Gedenkorte an Gräueltaten aus der Nazizeit. Nun sind 19 von ihnen mit QR-Codes ausgerüstet. So lassen sich weitere Infos zum jeweiligen Ort auf das Smartphone holen.

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Mit Ochsenkarren brachten nationalsozialistische Studenten die Bücher missliebiger Autoren am 10. Mai 1933 auf den Römerberg, überschütteten sie mit Benzin und zündeten den Scheiterhaufen an. Meisterwerke der deutschen Literatur – von Klaus und Heinrich Mann, Alfred Döblin, Stefan Zweig – verbrannten unter dem Jubel von 15 000 Menschen. Die Gedenkplatte auf dem Römerberg erinnert daran, mit den mahnenden Worten von Heinrich Heine: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Wie recht er hatte.

An die Nazi-Verbrechen von 1933 bis 1945 erinnert die Stadt an 100 Gedenkorten, wie der Paulskirche, den Adlerwerken, dem Hauptfriedhof. Am 22. November werde die neue Gedenkstätte an der Europäischen Zentralbank (EZB) eröffnet, kündigte Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) an. Von dort aus hatten die Nazis viele Frankfurter Juden in Vernichtungslager deportiert.

19 der 100 Gedenkorte hat die Stadt nun in einem Pilotprojekt mit Täfelchen ausgerüstet, auf denen QR-Codes aufgebracht sind. Im Vorbeigehen, abfotografiert mit dem Smartphone, öffnet sich eine Welt von Informationen, die weit über das hinausgeht, was auf Hinweisschildern zu lesen ist. Die Scan-Codes leiten über zur aktuellen Webseite www.frankfurt1933-1945.de.

Zugänge zur Erinnerung schaffen

Wissenschaftler des Jüdischen Museums und des Instituts für Stadtgeschichte haben die Beiträge verfasst und mit Bild- und Tonmaterial ergänzt, erläuterte Evelyn Brockhoff, Leiterin des Instituts für Stadtgeschichte. Wird das angenommen? Ja, sagte Brockhoff: von 700 000 Nutzern in zehn Jahren. Für die nachfolgende Generation, bei der das Smartphone selbstverständlicher sei als „Hemd und Hose“, müsse die Stadt „Zugänge zur Erinnerung“ schaffen“, sagte Semmelroth.

Dies sei dringend erforderlich, da Umfragen gezeigt hätten, dass 20 Prozent der Deutschen antisemitische Einstellungen hätten, „die man jüngst auch in diesem Hause“ – und Semmelroth deutet auf das Rathaus Römer, nennt aber keine Fraktion beim Namen – „schon hören konnte“. „Dem Versuch, gegen Menschen zu hetzen, auch in Parlamenten, muss man ganz entschieden entgegentreten.“

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