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26. Januar 2013

Quartiersgarage Nordend Baumfällungen: Trauma nach Kahlschlag

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Die Bürgerinitiative protestierte im Ortsbeirat gegen die Fällung der Bäume. Foto: Sascha Rheker

Die Wut ist immer noch groß: Im Ortsbeirat des Nordend beklagen Bürger die für die Quartiersgarage gefällten Bäume. Sie fordern als Ersatz neue große Bäume und eine Umplanung der Turnhalle und Kindertagesstätte auf der Quartiersgarage. Dabei wollen sie eingebunden werden.

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Die Säge frisst sich durch den Stamm der Pappel. „Aufhören!“, rufen die Menschen am Rand des Geschehens. Dann fällt der Baum auf den Hof der Glauburgschule. Jemand brüllt: „Ihr Schweine!“ Es folgen Tränen. So geschehen am 9. Januar, als der letzte der 16 Bäume für die Quartiersgarage Glauburgschule starb.

Diese Szene zeigten Vertreter der Bürgerinitiative in einem kurzen Film bei der Sitzung des Ortsbeirats 3 am vergangenen Donnerstagabend. Vor den Tischen der Politiker stellten die Aktivisten drei Plakate mit Bildern von der Fällung und der Aufschrift „Kahlschlag“ auf, davor jeweils eine Grabkerze und einen Zweig.

Schock und Trauer

Was folgte, war eine nicht weniger emotionale Debatte von Bürgern und Politikern über das umstrittene Projekt. „Wir trauern immer noch um unsere geliebten Bäume und unsere verlorene Lebensqualität“, sagte Sabine Bergmann von der BI. Für die Bürger seien die Fällungen „ganz fürchterlich“, sie seien „traumatisiert“. Auch Diane Henn von der BI sprach von einem Schock: „Die Bilder verfolgen uns täglich und werden niemals aus unseren Köpfen gehen.“

Die Liste der Vorwürfe ist lang. Es habe bei der Fällung der Pappel keine Schutzmaßnahmen für die am Zaun stehenden Bürger gegeben, keine ausreichende artenschutzrechtliche Prüfung der Bäume und vor allem: „Die Fällungen hätten nicht passieren müssen“, so Henn. Diese Einschätzung äußerte auch der Architekt Helmut Kleine-Kraneburg, der die geplante Bebauung für einen „Fremdkörper“ in der gründerzeitlichen Bebauung hält. Es handle sich um „billigste Gebäude“, so der Architekt. Kollege Wolfgang Böhm gab ihm Recht: „Ich halte die Planung städtebaulich für falsch.“

Umplanung gefordert

Die BI forderte als Ersatz neue große Bäume, die mit den alten vergleichbar sind, sowie eine Umplanung der Turnhalle und Kindertagesstätte auf der Quartiersgarage. Dabei sollten die Bürger eingebunden werden. Der Ortsbeirat stellte darauf einen Antrag, in dem er den Magistrat aufforderte, eine Planungswerkstatt für die Gestaltung der Hochbauten und des Umfeldes einzurichten. Beteiligt sein sollen die Bürger, die BI, die zuständigen Ämter, die Frankfurter Aufbau AG und der Ortsbeirat. Das Gremium wünscht sich einen Ansprechpartner, an den Bürger und Ortsbeirat Fragen und Anregungen zur Baustelle richten können.

Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) lobte das Engagement der Initiative: „Es ist gut, dass Bürger sich einmischen.“ Sie schlug vor, möglichst bald die Planungswerkstatt einzurichten. Dort fänden die Vorschläge der Architekten einen Raum. Michael Mirsch (Grüne) sagte, die Planer seien das Projekt „extrem pragmatisch angegangen“ und verwies auf die vergeblichen Bemühungen des Ortsbeirats um ein Moratorium.

Übertriebene Darstellung

Es gab auch kritische Gegenstimmen: Veronika Fabricius (CDU) räumte zwar ein, dass es nie schön sei, wenn Bäume gefällt werden, nannte aber die von der BI geäußerte Traumatisierung „übertrieben“. Daraufhin beschwerte sich BI-Mitglied Horst Erlenkötter, dass seine Initiative diffamiert und nicht ernst genommen werde. Er sehe ein Teil seiner persönlichen Identität verletzt. Den Grünen sagte er, dass er ihnen die „Schandtat“ vergebe, der Fällung zugestimmt zu haben.

Auf den Einwand von Gerhard Brandt (FDP), die Diskussion um die Quartiersgarage sei jahrelang an den Bürgern vorbeigegangen, ohne dass es Kritik von ihrer Seite gegeben habe, folgte Empörung. Manfred Zieran (ÖkoLinX) sagte, er könne den Vorwurf, man komme zu spät, nicht mehr hören. Architekt Kleine-Kraneburg räumte hingegen ein: „Wir hätten uns vor vier Jahren einklinken und etwas erreichen können. Ich nehme es auf mich.“

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