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10. Januar 2016

Quidditch-WM in Frankfurt: Auf der Jagd nach dem Schnatz

 Von 
Nina Heise beim Warmmachen, dahinter Torringe.  Foto: Monika Müller

Nina Heise versucht, die exotische Sportart Quidditch in Deutschland anzuschieben. Die WM findet im Juli in Frankfurt statt. Im FR-Interview erklärt Heise natürlich auch, was Quidditch überhaupt ist.

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Nina Heise kam mit Quidditch erstmals während ihres Studiums in Southhampton in Kontakt. Seit Oktober 2015 ist die 23-Jährige Präsidentin des Deutschen Quidditch-Bundes und hat auch die erfolgreiche WM-Bewerbung mit auf den Weg gebracht.

Frau Heise, kaum jemand kennt hierzulande Quidditch. Können Sie uns die Sportart kurz erklären?
Quidditch ist ein Vollkontaktsport. Es ist eine Mischung aus Handball, Völkerball und Rugby. Jedes erzielte Tor bringt zehn Punkte; wenn der Schnatz gefangen wird, bringt das 30 Punkte. Dann ist das Spiel auch beendet.

Der Schnatz?
Der Schnatz ist eine Socke, die ein neutraler Spieler hinten am Hosenbund trägt. Der Spieler wird nach einer gewissen Spielzeit auf das Feld geschickt und darf dann von jeweils einem Spieler jeder Mannschaft attackiert werden, um den Schnatz zu ergattern.

Die Vorlage zu dem Spiel stammt von Joanne K. Rowling aus den Harry-Potter-Büchern. Sind denn alle Quidditch-Fans Harry-Potter-Leser?
Nein, überhaupt nicht. Eine Umfrage bei uns hat ergeben, dass nur etwa die Hälfte der Spieler auch Harry-Potter-Leser sind. Viele haben auch einfach von Freunden über Quidditch gehört.

In der Harry-Potter-Welt können die Spieler auf Besen fliegen; wie sieht das bei Ihnen aus?
Wir müssen während des Spiels so eine Art Besen zwischen den Beinen tragen, quasi als Strafe dafür, dass wir nicht fliegen können.

Klingt lustig.
Zugegeben, es sieht schon ein bisschen lächerlich aus, man muss sich überwinden können. Viele machen sich auch lustig über uns, das ist oft frustrierend.

Inwiefern?
Wir trainieren ja regelmäßig im Günthersburgpark. Da gibt es von Passanten oder Radfahrern immer wieder Kommentare von wegen, dass wir ja gar nicht fliegen können und was das dann für einen Sinn machen würde. Das ist das eine. Aber wenn Eltern oder Bekannte dann den Sport nicht ernst nehmen, ist das besonders ärgerlich. Wir betreiben einen Sport, kein Rollenspiel.

Wer betreibt denn diesen Sport, woher kommen die Sportler?
Das ist ganz unterschiedlich. Natürlich gibt es da Sportskanonen aus anderen Sportarten, die sich profilieren wollen. Aber Quidditch wird auch von vielen gespielt, die vorher gar keinen Sport betrieben haben. Das ist auch eine Erfolgsgeschichte.

Frankfurt wird im Juli die Quidditch-WM austragen. Was erhoffen Sie sich davon?
Wir hoffen, dass es hilft, die Sportart populär zu machen.

Bislang kennt kaum jemand in Deutschland Quidditch; wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich zu bewerben?
Wir dachten, wir probieren es einfach mal. 2014 war die WM in Kanada. Also standen die Chancen gut, dass die WM diesmal nach Europa vergeben wird. Frankfurt ist da ideal. Die Teilnehmer müssen die Anreisekosten ja selbst tragen, und Frankfurt ist nun mal gut zu erreichen. In Kanada vor zwei Jahren haben nur sieben Nationen teilgenommen, jetzt werden es wohl 25 sein.

Warum haben Sie sich für das Rebstockgelände als Austragungsort entschieden?
Wir haben dort schon im vergangenen Sommer ein kleines Turnier ausgerichtet und festgestellt, dass das Rebstockgelände sehr gute Bedingungen bietet. Wir können dort vier Quidditch-Felder anlegen, die Rasenplätze sind sehr gut, es gibt gute sanitäre Anlagen, und durch die Nähe zur Messe gibt es auch ausreichend Hotels für die Teilnehmer. Die Stadt Frankfurt unterstützt uns auch.

Sie selbst sind Präsidentin des Deutschen Qudditch-Bundes. Was gibt es da zu tun?
Das ist vor allem viel Organisatorisches. Wir legen in Skype-Konferenzen europäische Transferregeln oder Schiedsrichterzertifizierungen fest und stellen den Sport in verschiedenen Gremien vor. Im Moment investiere ich relativ viel Zeit, im Winter ist mehr zu tun als im Sommer.

Warum?
Grundsätzlich ist Quidditch ein Ganzjahressport. Die letzte deutsche Meisterschaft etwa haben wir bei Schnee ausgetragen. Angst vor Matsch sollte man also nicht haben. Aber während der Semesterferien im Sommer sind viele im Urlaub, da wird nicht gespielt.

Die WM hingegen wird im Juli gespielt. Dürfen wir auf einen Weltmeister Deutschland hoffen?
Das glaube ich jetzt nicht unbedingt. Die USA sind in der Sportart führend, und bei der vergangenen Europameisterschaft in Italien haben wir im Viertelfinale recht deutlich gegen den späteren Europameister Frankreich verloren. Aber die Weltmeisterschaft im eigenen Land kann da sicher eine gewisse Aufbauhilfe leisten.

Interview: Oliver Teutsch

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