Das klingt zugegebenermaßen nicht schlecht: Zu zwei Dritteln eine positive Bilanz, „wir haben den Laden aufgebaut und bauen nun die Kontakte aus“. Es gibt zwei Punkte, „wo wir sagen, da haben wir uns vertan“. Martin Boré blickt am Freitag zurück auf ein knappes Jahr Radfahr-Büro Frankfurt, das seit Mitte vergangenen Jahres mit insgesamt vier Experten im Gebäude des alten Ordnungsamtes an der Mainzer Landstraße untergebracht ist.
Neben Boré als Leiter des Büros zählen Hans-Georg Breitenfelder, Thomas Friede und Eike Schulz zum Team, das den Radverkehr in Frankfurt unterstützen und fördern soll. Baustellenstandards zu definieren, festzulegen, wie „eine Baustelle idealerweise gerade auch für den Radverkehr aussehen sollte“, das sei noch nicht gelungen, sagt Boré. Zudem sieht sich das Büro bei Planungs- und Baustandards gerade erst am Anfang: Wie müssen Absenkungen aussehen, dass sie für den Radverkehr optimal sind (nämlich rechtwinkelig zur Fahrtrichtung und nicht schräg), wie müssen Kreuzungen organisiert sein, dass die Gefahren für Radler vermindert werden (nämlich so, dass kein rechtsabbiegendes Auto eine Fahrradspur kreuzt, die geradeaus führt). Daran, sagt Boré, muss das Büro noch arbeiten.
Nicht zu Lasten der Fußgänger
Dennoch überwiegt nach Einschätzung des Teams weitgehend das Positive im ersten Jahr der Arbeit. Nach zwei Jahren Vorlauf, nach teils langen internen Debatten in den Dezernaten über Planstellen, hat das Radfahr-Büro vor allem die Kommunkation mit den Bürgern aufgebaut. Über die Website des Radfahr-Büros kommen Interessierte an ein Kontaktformular, mit dem sie ihre Wünsche adressieren können – oder gelangen über einen Link zum Radroutenplaner der ivm GmbH mit der Meldeplattform für Mängel auf den Radwegen. Über das Kontaktformular, über die Meldeplattform sieht sich Boré jetzt näher dran als zuvor im Stadtplanungsamt, wo er zum Schluss in der Städtebauabteilung der einzige Verkehrsplaner unter Architekten gewesen ist. Er habe, sagt Boré, dort sehr viel gelernt. Dazu zählt vor allem die Einsicht, dass man niemals zu Lasten von Fußgänger planen und bauen dürfe.
Für die Baustellen ist im Team Hans-Georg Breitenfelder zuständig. Die Regelwerke hinken der Entwicklung hinterher, sagt der gebürtige Frankfurter. Bis heute sei nicht geklärt, wie Baustellen zu organisieren seien, die für Radler das Fahren gegen die Einbahnstraße ermöglichten. Thomas Friede hat das Radverkehrskonzept in Oberursel mit vorangetrieben, ist gelernter Verkehrsplaner und der Kommunikator im Team. Eike Schulz hat Straßenbautechnik studiert, in Leipzig gearbeitet und gehört seit Juli 2009 zum Team. (schu)

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.
Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Facebook | Twitter überregional | Google+