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20. Mai 2015

Rat der Religionen: Verhärtete Fronten

 Von 
Das jüdische Gemeindezentrum in der Westendstraße.  Foto: Christoph Boeckheler

Die Jüdische Gemeinde bleibt dem Rat der Religionen weiter fern. Sie hatte das Gremium im vergangenen Sommer nach scharfer Kritik von zwei Ratsmitgliedern an Israel verlassen. Die Stadt will im Konflikt vermitteln.

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Im Streit zwischen dem Frankfurter Rat der Religionen und der Jüdischen Gemeinde wird eine Lösung immer unwahrscheinlicher. Leo Latasch, Sozialdezernent der Gemeinde, sagte der Frankfurter Rundschau am Dienstag, er sehe auch nach einem erneuten Briefwechsel keine Grundlage für eine weitere Mitarbeit in dem Gremium, dem Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften angehören.

Anfang Juni werde sich der Vorstand der Jüdischen Gemeinde treffen und das Thema noch einmal besprechen, so Latasch. Dass die Entscheidung der Gemeinde, den Rat der Religionen zu verlassen, zurückgenommen werde, glaube er aber nicht.

Der Konflikt schwelt seit dem vergangenen Sommer. In der wegen des Krieges zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas aufgeheizten Stimmung hatten zwei Mitglieder des Rates, Selçuk Dogruer vom Moscheeverband Ditib und Ünal Kaymakci von der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH), scharfe Kritik an Israel geübt. Nach antisemitischen Äußerungen auf Pro-Palästina-Demos auch in Frankfurt hatte die IRH etwa erklärt, die Debatte um Judenhass dürfe nicht genutzt werden, um von den „Kriegsverbrechen der israelischen Regierung“ abzulenken. Kaymakci hatte zudem auf Facebook einen Text geteilt, in dem Israel „Staatsterrorismus“ vorgeworfen wurde.

Im August hatte die Jüdische Gemeinde daraufhin den Rat der Religionen verlassen. Mit Selçuk Dogruer, der dem Gremium nicht mehr angehört, konnte der Streit mittlerweile in Gesprächen beigelegt werden – nicht aber mit Kaymakci, der Anfang Mai in den Ratsvorstand gewählt wurde.

Leo Latasch sagte der FR, das Hauptproblem sei, dass der Rat nur ungenügend zwischen Politik und Religion differenziere. Der Rat der Religionen sei „kein politisches Forum“, dennoch weigere sich vor allem Kaymakci, brisante politische Äußerungen, etwa zum Nahostkonflikt, zu unterlassen.

Erneute Kritik

Ünal Kaymakci sagte der FR, er und die IRH hätten sich im vergangenen Sommer gegen jeden Antisemitismus ausgesprochen, auch als Zeichen „in die islamischen Kreise hinein“. Er habe nie die jüdische Religion angegriffen, es sei ihm um „Kritik gegenüber dem Staat Israel“ gegangen.

Auch heute sehe er das Vorgehen der israelischen Armee als „Terror gegenüber der palästinensischen Bevölkerung in Gaza“ an, sagte Kaymakci. Solche „missliebige Positionen“ dürften nicht durch Druck im Rat der Religionen zum Schweigen gebracht werden. Auch wenn die Differenzen mit der Jüdischen Gemeinde zum Nahostkonflikt in Zukunft bestehen blieben, bedeute das aus seiner Sicht nicht, „dass wir nicht in anderen Fragen Partner sein können“.

Khushwant Singh, der Vorsitzende des Rates der Religionen, sagte, er hoffe weiter, dass die Jüdische Gemeinde dem Rat wieder beitrete – wenigstens mit einem Beobachterstatus. „Es gibt niemals eine Alternative zum Dialog“, sagte Singh und betonte: „In einem Konflikt müssen sich immer beide Seiten bewegen.“

Stadtkämmerer und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) hofft ebenfalls weiter auf eine Lösung. Er und die Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) seien auch bereit, in dem Streit zu vermitteln, sagte Becker der FR.

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