Ihre Texte sind bestenfalls geschmacklos zu nennen. „Lasst uns unsere Fahne hissen, dem Gegner vor die Füße pissen“, singt die Bremer Hooligan-Band „Kategorie C“. Oder (vor der WM 2006): „Deutschland, dein Trikot ist schwarz und weiß, doch leider auch die Farbe deiner Spieler.“ Am Samstag will die Gruppe in Frankfurt oder Umgebung spielen. Antifa-Gruppen sind entsetzt.
„Die Gruppe hat zumindest eine enge Anbindungen an extrem rechte Kreise“, sagt Michael Weiß vom Antifaschistischen Pressearchiv in Berlin. Weiß ist vorsichtig, er will keinen juristischen Ärger. Fest stünde aber, dass sich die Gruppe ihre Konzerte von Neonazis organisieren lasse, dass zu den Auftritten „extrem rechte Besucher kommen“ und der Sänger der Band 1991 an einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Bremen beteiligt gewesen sei.
Wo „Kategorie C“ am Samstag auftritt, ist ein großes Geheimnis. Auf der Internetseite der Band heißt es: „Am Sonnabend um 10 Uhr schalten wir die Infotelefone frei für das Konzert.“ Ein Verfahren, das bei Veranstaltungen mit „Kategorie C“ durchaus üblich ist. Auch für die weiteren Konzerttermine in Schleswig-Holstein, im „Westruhrpott“ und in Bayern finden sich keine genauen Auftrittsorte. Die bis zu 500 Fans, die in der Regel zu den Veranstaltungen kommen, können sich die Adresse kurzfristig per SMS mitteilen lassen. Offenbar will „Kategorie C“ vermeiden, dass es rund um die Konzerthallen zu Protesten von politisch linken Gruppen kommt.
Probleme in Offenbach
In Frankfurt hat die 1997 gegründete Band aber noch ein ganz anderes Problem. In der hiesigen Hooligan-Szene ist sie alles andere als wohl gelitten. Zum einen sind Bremer und Frankfurter Hooligans traditionell nicht gut aufeinander zu sprechen. Zum anderen, so erzählt man sich in der Szene, sollen Bremer Schläger die Frankfurter aufgefordert haben, zu Spielen der deutschen Nationalmannschaft künftig ohne Mitstreiter mit Migrationshintergrund anzureisen. Diese Ansage fanden die Frankfurter Randalierer, die sich als multikulturelle Gruppe verstehen, alles andere als witzig.
Die Polizei könnte sich daher vorstellen, dass „Kategorie C“ nicht in der Stadt, sondern im Umland auftritt, so Behördensprecher Manfred Füllhardt. Doch auch dort könnte es Ärger geben, wie Michael Weiß erklärt. Ein geplanter Auftritt in Offenbach wurde vergangenes Jahr vom Veranstalter abgesagt. Frankfurter Hooligans hatten damals den Ort des Konzerts herausgefunden – und damit gedroht, die Musikhalle kurz und klein zu schlagen.

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