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23. September 2014

Rennbahn Frankfurt DFB: Renn-Klub droht mit Klage

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Die Galopper sind bereit, drei von vier Bahnen aufzugeben – aber die Tradition von 150 Jahren wollen sie fortführen.  Foto: dpa

Der Frankfurter Renn-Klub will sich nicht von der Niederräder Galopprennbahn vertreiben lassen und droht mit einer Klage. Die Stadt habe die Öffentlichkeit „belogen“.

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Das Gras des Turfs duftet wunderbar in der Herbstsonne. Von Nahem ist das Ploppen der Golfbälle auf der Neun-Loch-Anlage zu hören. Doch drinnen im Café der Niederräder Galopprennbahn wird der Ton scharf: Der Vorstand des Renn-Klubs 2010 zieht gegen die Stadt Frankfurt vom Leder. „Wir werden uns nicht von der Rennbahn vertreiben lassen – wir werden notfalls den Klageweg bis zum Ende ausfechten“, kündigt Schatzmeister Carl-Philip Solms an. Bis zu einer Zwangsräumung würden „drei bis fünf Jahre“ vergehen.

Er wirft der Kommune vor, „die Öffentlichkeit mit Zahlen belogen und getäuscht“ zu haben. So sei der Platzbedarf für den Rennbetrieb mit 15 Hektar viel zu hoch beziffert worden – tatsächlich brauche man nur vier Hektar. Die Galopper sind bereit, drei von vier Bahnen aufzugeben. Sie wollen auf Dauer sechs bis zehn Rennen pro Jahr organisieren und damit „eine Tradition von 150 Jahren“ fortführen, so Klub-Präsident Manfred Louven.

Während er auf eine „friedliche Koexistenz“ mit der geplanten Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf dem Niederräder Gelände hofft, geben sich Solms und Vize-Präsidentin Christiane Weil-Daßbach härter. Die Vize-Präsidentin sieht die künftige DFB-Akademie als „abgeschottetes Fort Knox“ mit Sichtblenden drumherum – während die Rennbahn ein öffentliches Areal für alle sei. Weil-Daßbach bezweifelt, dass der von der Stadt geplante öffentliche Sportpark neben der Fußball-Akademie jemals entstehen werde: „Der DFB lässt doch keinen Bürgerpark mit Grillgelegenheit in seiner Nachbarschaft zu.“

Im übrigen fehle es der Stadt an Geld, den Sportpark zu bauen, erhoffte Sponsoren würden ausbleiben. Die DFB-Pläne bedeuteten, dass Investitionen von mehr als drei Millionen Euro innerhalb der vergangenen vier Jahre in die Rennbahn vernichtet würden – auch die gerade erst renovierte Haupttribüne. „Wir hoffen, dass der Fußball nicht der Totengräber der Rennbahn wird“, so Louven.

Der Renn-Klub schlägt vor, die Einrichtungen des DFB im Oberforsthausbogen der Rennbahn anzusiedeln: „Die Fläche dort reicht völlig aus“, so Solms. Die Galopper verfügen über die Rückendeckung des bundesweiten Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen. Dessen Vorstandsmitglied Jan A. Vogel kündigt in einem Brief „jegliche Unterstützung in der Frage des Erhalts des Standorts Frankfurt“ an.

DFB sei stark von der Stadt subventioniert worden

Laut Renn-Klub-Präsident Louven könnte das bedeuten, dass das Direktorium die Kosten eines langwierigen Rechtsstreits mit der Stadt tragen würde. Vogel schreibt weiter, die Schließung der Anlage führe dazu, dass es keine „bedeutende Galopprennbahn“ mehr in Hessen gebe: „Für den deutschen Galopprennsport undenkbar“. Der Renn-Klub rechnet vor, dass der DFB von der Stadt stark subventioniert werde. Für 15 Hektar Fläche samt einer Option von weiteren fünf Hektar müsse der DFB nur 6,8 Millionen Euro Erbpacht zahlen. Die chinesische Huarong-Gruppe, die an der Rennbahn ein großes Hotel baut, habe für nur 0,8 Hektar Fläche 7,8 Millionen Euro an die Stadt überweisen müssen.

Gegen den Ex-Chef des Rennbahn-Betreibers Hippodrom, Manfred Hellwig, haben Mitglieder des früheren Rennvereins Klage wegen Untreue in einem besonders schweren Fall eingereicht. Hellwig hatte seine Anteile an der Hippodrom GmbH an die Stadt übertragen. Tatsächlich sei Hellwig, so die Kläger, zum Verkauf der Anteile gar nicht berechtigt gewesen, er habe „nur eine Generalvollmacht“ ausgeübt. Hellwig gilt in der Galopp-Szene als „Verräter“ und war bei der jüngsten Versammlung des Renn-Klubs übel beschimpft worden.

Mark Gellert, Sprecher von Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne), sagte, die Stadt setze in den Verhandlungen mit dem Renn-Klub noch immer auf eine „gütliche Einigung“. Als Erstes müsse der Geschäftsbesorgungsvertrag gelöst werden, der zwischen Hippodrom und Renn-Klub bestehe, er reicht bis 2024. Am 16. Oktober soll das Stadtparlament beschließen, dass die Anteile der Hippodrom GmbH an die Kommune fallen.

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