Metropolregionen wie Frankfurt/Rhein-Main stehen angesichts des demografischen Wandels, wachsender Mobilität und hohen Ansprüchen bei der Güter- und Lebensmittelversorgung vor großen Herausforderungen. Dabei zeichnen sich laut Wolfgang Müller-Pietralla, Leiter Zukunftsforschung und Trendtransfer bei VW, drei Trends ab: Die CO2-neutrale Mobilität, der Übergang hin zu einer Mobilität, die nicht mehr auf fossile Brennstoffe wie Öl angewiesen ist, die Einführung von Verkehrsleit- und Informationssystemen und die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen, an deren Ende ein Fahrzeug steht, das nicht mehr vom Insassen gesteuert wird. Müller-Pietralla hat diese Trends am Freitag im Verlauf der Konferenz „Logistik & Mobilität“ erläutert, die von der Wochenzeitung Die Zeit, dem House of Logistics and Mobility in Frankfurt, Fraport und Convent organisiert worden ist.
Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch sieht ebenfalls einen Trend hin zur kohlendioxidfreien Mobilität, aber auch zur Lärmreduzierung. Ferner werde es darum gehen, die Verkehrsträger Schiene, Straße und Luft künftig stärker zu integrieren. Nach Einschätzung von Frans Muller, Vorstandsmitglied beim Handelskonzern Metro, werden die Anforderungen an die Frische der Waren und die Verfügbarkeit von Obst, Gemüse und Fisch weiter steigen. „Das hat Konsequenzen für die Lieferkette, die wir anders organisieren müssen.“
Muller wies am Freitag darauf hin, dass Metro mit einem neuen Konzept auf diese Anforderungen reagiert: In Groß-Gerau baut der Handelskonzern eine 4200 Quadratmeter große Halle. Über diese Metro Fischplattform sollen Anlieferung und Verteilung des frischen Fisches neu organisiert werden. Die frische Ware, die aus den USA, Norwegen und Asien angeliefert wird, soll dann über Groß-Gerau direkt an die 2000 Metro-Standorte in Europa verteilt werden. Metro geht derzeit von einem Volumen von 13.000 Tonnen Fisch im Jahr aus. Durch das neue Konzept will der Handelskonzern die Lieferzeiten um ein bis zwei Tage verkürzen. Muller begründete die Entscheidung, die Plattform in der Region aufzubauen, mit der Qualität des Logistikstandortes Rhein-Main und dem Flughafen.
Zu bequem geworden
Beim Thema Smart City und Regional- und Nahverkehr haben sich Steffen Saebisch, Staatssekretär im hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, und IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter für eine City-Maut ausgesprochen. Jetter nannte Stockholm als Beispiel, wo Bürger entschieden hätten, die Maut einzuführen. Inzwischen sei der Ausstoß von CO2 in der Stadt im zweistelligen Prozentbereich reduziert worden und die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs im gleichen Maße gestiegen. Höhere Auslastung und kürzere Taktzeiten hätten auch den „Convenience-Faktor“ (Nutzen und Komfort) des ÖPNV erhöht.
Saebisch sagte, um „nutzungsabhängige Gebühren werden wir nicht drumherum kommen“. Dazu zählt der Staatssekretär unter anderem eine City-Maut, „diesen Punkt müssen wir angehen“. Die Notwendigkeit begründete Saebisch etwa mit dem Sanierungsstau auf der A45, der rund 800 Millionen Euro betrage. 19 Brücken müssten in den nächsten Jahren komplett saniert werden. Falls dies nicht geschehe, müssten die Brücken geschlossen werden. Stadtplaner Albert Speer drängte im Blick auf Smart Cities auf ein höheres Tempo. „Wir sind zu bequem und zu langsam geworden“, sagte Speer.

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