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14. Februar 2016

Sachsenhausen: Wenn der Renner kaputt ist

 Von Dennis Pohl
Arakelian im Kokono.  Foto: Boeckheler

Ara Arakelian bringt in seiner Boutique Kinderwagen professionell auf Vordermann – als einziger in Deutschland, wie er betont. Und der Erfolg gibt im Recht.

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Man findet Ara Arakelian im Keller. Der groß gewachsene Mann beugt sich gerade über das Innenleben eines Sportsitzes. Im Nachbarraum stapeln sich Räder, eine Waschmaschine schleudert empfindliche Bezüge. „Die Renner brauchen eben viel Zuneigung“, sagt Arakelian zur Begrüßung.

Um Sportwagen geht es hier im Brückenviertel allerdings nicht. Arakelian bringt Kinderwagen professionell auf Vordermann – als einziger in Deutschland, wie er betont. Doch wie kommt man auf so eine Idee?

„Ich habe Kinder“, sagt Arakelian und lacht. Vor rund fünf Jahren habe er den Buggy seines ersten Sohnes sauber machen wollen. Teil für Teil baute er ihn auseinander, schrubbte das Innenleben, wusch die Textilien. Das klappte richtig gut“, sagt er. „Bis ich ihn wieder zusammenbauen musste.“

Es folgten mehrere Tage Frust und aufwändige Online-Recherche, die den zweifachen Vater zum Experten machten – und um eine Idee reicher. „Ich habe mir damals einen Fachmann gewünscht, der mir hätte helfen können“, sagt er. „Warum sollte ich das nicht werden?“ Gesagt, getan. Arakelian las sich weiter ins Thema ein und eröffnete kurzerhand eine Werkstatt für Kinderwagen auf der Mainzer Landstraße. Zweifel an seiner Idee habe er keine gehabt: „Das Problem kennt jeder“, sagt er. Neue Kinderwagen seien teuer, gebrauchte oft hygienisch und technisch in schlechtem Zustand. Bei ihm könne man einen alten Kinderwagen abgeben und bekäme einen fast neuwertigen zurück, erklärt er sein Konzept – „für einen Bruchteil des Neupreises.“

Der Erfolg gab ihm recht: Schnell sprach sich die Idee herum, es entwickelte sich so etwas wie eine Stammkundschaft rund um seine kleine Werkstatt im Hinterhof. Diese führte ihn schließlich auch zum eigenen Laden: Ciydem Badreddine, selbst langjährige Kundin, fragte ihn, ob er sein Konzept nicht erweitern wolle. Mehr Artikel, besserer Service, ein schöneres Ladenlokal stellte sie sich vor. „Alles rund ums Kind“, scherzt Arakelian. Wieder überlegte er nicht lange und eröffnete vor zwei Wochen zusammen mit Badreddine das Kokono in der Dreikönigstraße.

Seither habe sich vieles verändert: „Wir können hier mehr anbieten“, sagt Arakelian. Die Wartung gehe schneller, man könne Ersatzwagen anbieten und auch in anderen Bereichen helfen. Stichwort helfen: „Wir arbeiten neuerdings auch mit sozialen Einrichtungen zusammen“, sagt er sichtbar stolz. Gerade bereite er Kinderwagen für Flüchtlingsunterkünfte auf. „Das ist für mich selbstverständlich.“ Daraus sei schließlich die Idee zum Laden entstanden: „Dass jemand Hilfe braucht.“

Kokono, Dreikönigstraße 15, Telefon 663 747 77, www.kokono.de

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