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29. Juni 2014

Schule: Müde in den Unterricht

 Von  und 
Vielleicht hilft beten, damit die Deutschen gewinnen und die Schulen am Dienstag die erste Stunde ausfallen lassen.  Foto: Andreas Arnold

Obwohl Jogis Jungs heute spät spielen, müssen die meisten Kinder am Dienstag früh raus. Und ausgeschlafen werden die Schüler definitiv nicht sein, wenn sie das Spiel gegen Algerien schauen.

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Deutschland steht im Achtelfinale. Was Fußballfans freut, bringt so manche Eltern in eine Zwickmühle. Erstmals seit Beginn der Weltmeisterschaft laufen Jogis Jungs am Montag erst um 22 Uhr auf. Und am nächsten Tag ist Schule.
Was tun? Die kleinen Deutschland-Fans wie gewohnt um acht oder neun – vermutlich unter großem Protest – ins Bett stecken? Oder in Kauf nehmen, dass die Kinder am nächsten Tag übermüdet zur Schule schlurfen? Denn ausgeschlafen werden die Schüler definitiv nicht sein, wenn sie das Spiel gegen Algerien schauen: Regulär endet das Match um 23.45 Uhr. Bei Verlängerung und Elfmeterschießen... So oder so, es wird spät.

Nach späten Deutschlandspielen länger schlafen

Das weiß auch das Hessische Kultusministerium. Es hatte vor Beginn der WM den Schulen freigestellt, ob sie nach nächtlichen Fußballübertragungen den Unterricht später beginnen wollen. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass das nötig sein wird“, teilt ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage mit. Genug Spiele würden schließlich um 18 Uhr beginnen. Zudem sei gerade für Schulen auf dem Land ein späterer Beginn ein großer organisatorischer Aufwand bei den Schulbussen. Aber: „Die Schulleiter haben einen Ermessensspielraum.“

Und den nutzt dann der ein oder andere vielleicht doch, um seine Schüler nach späten Deutschlandspielen länger schlafen zu lassen. Für die Leiterin der Valentin-Senger-Grundschule in Bornheim kommt das aber nicht in Frage. „Wir müssten dann den gesamten Unterricht nach hinten schieben, das geht nicht“, sagt Sandra Bauhofer. „Wir sind eine Ganztagsschule und können die Kinder ja nicht bis 19 Uhr unterrichten.“ Auch Stadtelternbeirätin Alix Puhl geht davon aus, dass ein späterer Start in den Unterricht zumindest an Grundschulen überhaupt nicht möglich ist. „Da haben die Eltern einen Anspruch auf Betreuung“, sagt sie. „Das kann dort gar nicht funktionieren.“

Doch ein Herz für kleine Deutschland-Fans hat Grundschulleiterin Bauhofer dennoch. „Klassenarbeiten werden am nächsten Tag nicht geschrieben“, verspricht sie. Und sollte am Morgen nach dem Spiel ein Kind verschlafen, „dann werde ich dem sicher nicht nachgehen“. Das gilt aber nur für Deutschlandspiele. Freunde der italienischen oder spanischen Nationalmannschaft... Ach richtig, die haben das Problem ja nicht mehr.

Aber es gibt ja auch die Anhänger der kolumbianischen Elf. Oder der griechischen. Alleine deswegen wollen einige Schulleiter schon keine Ausnahme für Deutschlandspiele machen. „Wir haben Schüler verschiedener Nationalitäten“, sagt ein Schulleiter. „Auf die müssten wir ja auch Rücksicht nehmen.“

Aus dem Bett quälen

Im Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ist noch alles offen. „Am Montag wird eine Entscheidung gefällt“, sagt Vize-Schulleiter Bernhard Kranitz. Und im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hat noch keiner Bedarf angemeldet. Sollte dem so sein, dann müssten die Schüler auch mit den Konsequenzen leben, sagt Schulleiter Frank Becker: „Sie kommen nicht um 16 Uhr nach Hause, sondern um 17 Uhr.“ So sei das nun mal in einem Ganztagsschulbetrieb.
Deshalb müssen sich die meisten am Morgen nach späten Deutschlandspielen wohl früh aus dem Bett quälen. Einige machen das ohnehin seit WM-Beginn so. Nach mehr als zwei Wochen Weltmeisterschaft mit späten Anstoßzeiten „sind einige Kinder schon sehr müde“, hat Bauhofer beobachtet. „Manche Eltern lassen ihre Kinder jedes Spiel gucken – das muss ja auch nicht sein.“

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Das sieht auch die Präventionsbeauftragte der Techniker Krankenkasse so. Aber wenn am Dienstag das Deutschlandspiel Tagesgespräch ist, müsse der Nachwuchs mitreden können, lässt Daniela Bürger in einer Mitteilung wissen. „Kinder fühlen sich sonst schnell ausgegrenzt.“ Sie rät, am Montag ein Auge zuzudrücken: „Das kann man den Kleinen durchaus mal erlauben, wenn die Eltern den Kindern deutlich machen, dass es sich um eine Ausnahme handelt.“

Allerdings: Direkt nach Abpfiff ins Bett sei für große wie kleine Fans wenig sinnvoll. Dafür sind sie zu aufgekratzt: „Eltern sollten den Kleinen noch die Chance geben, ihre Emotionen abzubauen, indem sie mit den Kindern kurz über das Gesehene reden.“

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