Erfahren, was es so Neues gibt, viel mehr hat sich Regina Löw eigentlich nicht vorgenommen. „Man will ja auf dem Laufenden bleiben“, sagt sie, „vor allem im Bereich Computer.“ Ihre Schäferhündin hat zu ihren Füßen Platz genommen, und wartet darauf, dass es endlich weitergeht. Nebenan hat sich eine Handvoll Menschen um einen Tisch versammelt, auf dem sich Vergrößerungsgläser und Spezialbrillen türmen. An manch einem Revers prangt ein gelber Knopf mit drei schwarzen Punkten.
„Unendlich viel“ habe sich verändert seit damals, als sie elf war, und bei ihr eine unaufhaltsame Degeneration der Netzhaut diagnostiziert wurde, sagt Löw. Sie spricht nicht von ihrer Gesundheit, sondern vom technischen Fortschritt. „Es gibt heute viel mehr Hilfsmittel“, sagt sie. Und einige davon möchte sie sich am Tag der offenen Tür der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte erklären lassen. Aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet sind Betroffene angereist. Die Sehhilfen sind besonders gefragt, aber auch für den Gebrauch durch Blinde modifizierte Alltagsgegenstände. „Die Leute sollen reinschnuppern und sich informieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Esch.
Rund 250 Blinde und Sehbehinderte betreut die 1837 ins Leben gerufene Stiftung jährlich. Neben den von ihr verwalteten, blindengerechten Wohnungen gehören vor allem die Berufsqualifikation und die Beratung zu den Schwerpunkten der Arbeit. „Im Grunde“, sagt Esch, „haben wir alle Kompetenzen im Haus.“ In diesem Jahr aber hat sich die Stiftung einen besonderen Schwerpunkt gesetzt: Beratung und Begleitung für blinde und sehbehinderte Senioren.
Leicht sei es nie für Menschen, die im Alter ganz oder teilweise erblinden, betont Löw. „Das platzt in eine Lebensphase, wo es schwerfällt, sich noch darauf einzustellen.“ Das Hauptaugenmerk der Stiftung liege daher auf der Beratung. „Das ist ja nicht nur eine technische Frage, sondern in erster Linie eine psychische Belastung“, sagt Löw.
Dennoch sei es heute zumindest leichter mit dem Verlust der Sehkraft zurechtzukommen, vor allem dank des Fortschritts in der Computertechnologie, die inzwischen die Wiedergabe von Bildschirmtexten in Braille-Schrift oder Audio ermögliche. „Wenn der Computer für uns Sehende eine Erleichterung ist“, sagt Esch, „dann für Sehbehinderte noch hundertmal mehr.“
Regina Löw ist ähnlicher Ansicht. Am Tag der offenen Tür wird auch sie sich über neue Computerhilfsmittel erkundigen. „Blinde und Computer galten ja lange als nicht ganz kompatibel.“ Die Zeiten ändern sich.
Kontakt zur Stiftung für Blinde und Sehbehinderte können Betroffene per Telefon: 069/ 955 1240 aufnehmen.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.
Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Facebook | Twitter überregional | Google+