kalaydo.de Anzeigen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

28. November 2012

Shisha-Bar Sachsenhausen: Der letzte Schrei

 Von 
Das pralle Leben: In Alt-Sachsenhausen ist die Nacht nicht nur zum Schlafen da. 

Mit Förderprogrammen will die Stadt eine neue Bewohnerstruktur in Alt-Sachsenhausen schaffen. Doch die lauten Nächte lassen den Neu-Sachsenhäusern keinen Schlaf. Sie wenden sich erneut per Petition an den Landtag.

Drucken per Mail

Shisha-Bars sind jetzt der letzte Schrei. Auch für manche Bewohner des Alt-Sachsenhäuser Kneipenviertels: „Ich habe geschrien wie eine Furie“, berichtet jedenfalls eine Frau aus der Paradiesgasse, die seit diesem Jahr im Viertel lebt und sich plötzlich an der Ausgehroute der Wasserpfeifengemeinde wiederfindet.

Seit vielen Jahren versucht die Stadt, das Quartier durch eine neue Bewohnerstruktur zu stabilisieren. Ein teures Förderprogramm folgt dem nächsten. Doch die beiden Shisha Bars in der Großen Rittergasse, an Wochenenden geöffnet bis früh um fünf, lassen diese Zuzügler nicht ruhen: „Von zwei Seiten schwappt der Lärm hier rein“, schildert die Frau ihre Nächte.

Petition an den Landtag

Und nicht nur das. Frühmorgens am vergangenen Sonntag gab es wieder eine Schlägerei auf dem Platz vor dem gerade historisch getreu sanierten Kuhhirtenturm. „Verängstigte Passanten suchten hinter geparkten Autos Schutz“, notierte ihr Lebensgefährte am folgenden Vormittag. „Erst durch Einschreiten der Polizei“ beruhigte sich die Lage.

Darauf hat der Neu-Sachsenhäuser unter „betr.: Sperrstundenverordnung“ eine zweite Petition an den Hessischen Landtag geschickt. Genauer gesagt hat er seine erste Eingabe ergänzt, die bereits Ende September rausging.

Inzwischen kommen nämlich „Sachbeschädigungen an unserem Haus“ dazu. Mal sei das Garagentor eingetreten worden, dann die Klingelanlage. Andere Häuser gerieten ebenfalls in „diesen Bandenkrieg“, wie seine Freundin es nennt. Am gestrigen Dienstag, das nahmen die Leute beim Blick nach draußen wahr, musste am Sozialrathaus in der Paradiesgasse wieder repariert werden, diesmal die Leitungen zum Blitzableiter.

Sperrstunde ab 1 Uhr

In der Petition bringt die Hausgemeinschaft das Anliegen vor, „dass man zur alten Sperrstunde ab 1 Uhr zurückkehrt“. Gegenwärtig müssen nämlich die Lokale ringsum nicht länger als eine einzige Nachtstunde, von 5 bis 6 Uhr, (zum Putzen) schließen. Die veränderte Kneipenlandschaft mache aber, wird dem Landtag unterbreitet, auch veränderte Gesetze nötig: „Die Zahl der Shisha-Lokale hat zugenommen, was dazu führt, dass die Lokalbesucher sich so lange wie möglich draußen aufhalten und lärmen.“

Drinnen nämlich steht der Rauch im Raum, beschreibt es Michael Jenisch, Sprecher der Ordnungsbehörde. Die hat die Aufsicht über das Raumklima in den Kneipen: „Die Leute kriegen da drin keine Luft mehr.“ So sind die Eingaben der Sachsenhäuser „an die hiesige Stadtpolizei, Fachbereich Immissionsschutz zur Kontrolle weitergeleitet worden“, teilte man im August mit. „Eine gescheite Abluftanlage“ sei nötig, ergänzt Michael Jenisch. Schon vor Wochen erklärte die Fachreferentin Cornelia Kops der FR, „die Problematik der Shisha-Bars“ sei bekannt und man sei mit Brandschutz und Bauaufsicht auch „dabei, eine Strategie zu entwickeln, damit die Auflagen kriegen“.

An den Städtetag wenden

Gegen Schlägereien und Sachbeschädigungen können städtische Behörden den Bürgern aber gar nicht helfen; „da ist die Landespolizei zuständig“, betont jetzt Michael Jenisch – also das nächste Polizeirevier. Und was die Sperrstunde angeht, „müssen wir mit dem gesetzlichen Rahmen leben“, sagt der Ordnungsamtssprecher. Änderungen bedürften „einer politischen Entscheidung“. Also sei zu raten, sich wegen „einer Betriebszeitverkürzung“ der Lokale an den Städtetag zu wenden.

Immerhin hat die Hausgemeinschaft im Kneipenviertel einen Brief vom Ordnungsdezernenten Markus Frank bekommen. Der teilte Ende Oktober mit, dass er die „generelle Einschränkung der Öffnungszeiten von Außengastronomie (. . . ) für notwendig“ halte.

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Radfahren in Frankfurt
Radserie Stadtrad

Radfahren in Frankfurt: Wir machen die Bestandsaufnahme. Wo sind die Gefahrenstellen? Was muss besser werden? Auch Ihre Erfahrungen sind gefragt. Dazu gibt's Tipps für die Fahrradreparatur.

Zur Serie: Stadtrad - Radfahren in Frankfurt

Twitter
Fotostrecke
Costa Concordia

Frankfurt und Offenbach leuchten - im Rahmen der Luminale gab es 182 beeindruckende Lichtkunst-Projekte zu sehen. Ein Anziehungspunkt in Frankfurt war die neue Osthafenbrücke (Bild). Wir zeigen die schönsten Motive in einer Fotostrecke.

Online-Kataloge
Anzeige
Sprengung des AfE-Turms

Der AfE-Turm am Frankfurter Campus Bockenheim ist Geschichte. Fotos, Videos und Berichte über den großen Knall - und ein Blick auf das, was danach kommt.

Sprengung des AfE-Turms

Videos: Der AfE-Turm fällt - in Zeitlupe

Fotostrecke: Der Trümmerhaufen als Ausflugsziel

Fotostrecke: So fiel der AfE-Turm

Fotostrecke: Das bleibt vom Uni-Turm übrig

Fotostrecke: Ein letzter Rundgang im AfE-Turm

Rückblick: Spektakuläre Sprengungen in Frankfurt

Ausblick: Kulturcampus Bockenheim

Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Die Zeitung
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Unglaubliche Geschichten aus dem Frankfurter Alltag - notiert von Frau Rauscher.

Spezials
Social Media
In Twitter informieren wir als FRlokal über Frankfurt und Rhein-Main. Folgen Sie uns!
ANZEIGE
- Partner