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14. Januar 2016

Sicherheit in Frankfurt: Angst im Dunkeln

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Hauptbahnhof und Bahnhofsviertel werden in der Bürgerumfrage von Frankfurtern am häufigsten als „Unsicherheitsräume“ genannt.  Foto: Andreas Arnold

Eine große Mehrheit der Frankfurter fühlt sich sicher - aber nur, solange es draußen hell ist. Das zeigen die Ergebnisse der Frankfurter Bürgerumfrage regelmäßig. An welchen Plätzen in der Stadt sie ein besonders mulmiges Gefühl haben, benennen die Befragten ebenfalls.

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Wenn es dunkel wird in Frankfurt, steigt die Angst. Nicht erst seit die Debatte um sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht schwelt – das nächtliche Unsicherheitsgefühl lässt sich auch regelmäßig aus der Frankfurter Bürgerumfrage ablesen. Und dieses Gefühl ist, nachdem es seit 1997 kontinuierlich sank, in der vergangenen Befragung 2014 erstmals wieder gestiegen.

In der jährlichen Bürgerbefragung ist das Thema „Öffentliche Sicherheit“ mit den Jahren zwar unwichtiger geworden und steht nun hinter den Themen „Verkehrssituation“ und „Wohnungsmarkt“ auf Platz drei der drängendsten Stadtprobleme. Die Zufriedenheit mit dem Schutz vor Kriminalität ist klar gestiegen – von gerade mal 9 Prozent der Befragten im Jahr 1993 (64 Prozent unzufrieden) auf 33 Prozent im Jahr 2014 (28 Prozent unzufrieden). Die zusätzlich alle zwei Jahre, zuletzt im Dezember 2014, durchgeführte Befragung zum Sicherheitsgefühl, die auf den Antworten von 1587 Frankfurtern zwischen 18 und 75 Jahren beruht, präzisiert diese Werte.

So fühlt sich zwar die große Mehrheit der Bürger tagsüber sicher – sowohl in der Innenstadt (93 Prozent), als auch in der Wohngegend (94 Prozent) und das seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau. Abends sinkt dieses Sicherheitsgefühl aber deutlich – und 2014 ist der Anteil derer, die sich abends in der Innenstadt unsicher fühlten, erstmals wieder gestiegen. Auf die Frage „Wenn Sie abends in der Innenstadt unterwegs sind, wie sicher fühlen Sie sich dann?“, antworteten 58 Prozent der Befragten, dass sie sich sicher oder sehr sicher fühlten (vier Prozent weniger als 2012). Der Wert derjenigen, die sich abends in der Innenstadt unsicher fühlten stieg um fünf auf 41 Prozent.

Unterschiede zwischen Geschlechtern

Und es zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. So fühlen sich abends in der Innenstadt 66 Prozent der Männer (2012: 71), aber nur 48 Prozent der Frauen (2012: 54) sicher. Und umgekehrt fürchten sich mehr Frauen (51 Prozent) als Männer (33 Prozent) in der dunklen City. Zudem ist bei den 18- bis 24-Jährigen die Unsicherheit deutlich gestiegen von 35 auf 44 Prozent. Und die konkrete Furcht davor, Opfer eines Verbrechens zu werden, hat bei jungen Frauen besonders stark zugenommen: auf 29 Prozent der 18- bis 24-Jährigen (plus 8 Prozent) und 25 Prozent der 25- bis 34-jährigen Frankfurterinnen (plus 7 Prozent).

Konkrete „Unsicherheitsräume“ in der Stadt benennen die Befragten auch, aber mit abnehmender Häufigkeit. Die stadtweit am intensivsten überwachten Bereiche Hauptbahnhof und Bahnhofsgegend werden mit 13 und 17 Prozent am häufigsten genannt, während nur jeweils drei Prozent der Befragten an der Konstablerwache oder der Zeil ein mulmiges Gefühl haben und nur ein Prozent die Hauptwache fürchtet.

Öffentliche Verkehrsmittel (2 Prozent) und S-/U-Bahn-Stationen (5 Prozent) werden ebenfalls nur noch selten als unsichere Gegenden betrachtet. Das deckt sich mit den Erhebungen der Verkehrsbetriebe. So zeigten Daten aus dem ÖPNV-Kundenbarometer ein seit Jahren steigendes Sicherheitsempfinden der Fahrgäste in Bussen, U- und Straßenbahnen, sagt Traffiq-Sprecher Klaus Linek. 2015 hätten die Befragten dem Sicherheitsgefühl in Fahrzeugen die Schulnote 2,54 (nachts: 2,97) und an Haltestellen die Note 2,67 (nachts: 3,28) gegeben. ´

Dazu beigetragen habe sicherlich, dass alle unterirdischen Stationen, alle Busse und fast alle U- und Straßenbahnen mittlerweile mit Videokameras ausgestattet seien und sowohl Fahrzeuge, als auch Haltestellen heute „heller und transparenter gestaltet“ würden als früher. Zudem gebe es in fast allen Stationen Notrufsäulen, Busfahrgäste könnten außerhalb des Innenstadtbereichs nach 20 Uhr auch zwischen den Haltestellen aussteigen und in den Bahnen seien nach 21 Uhr immer mindestens zwei Sicherheitsleute präsent, so Linek und VGF-Sprecher Bernd Conrads.

Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) verzeichnet in seiner jährlichen Fahrgastbefragung, die auch das subjektive Sicherheitsempfinden erhebt, kontinuierlich bessere Werte, sagt RMV-Sprecher Sven Hirschler. 2014 hätten die S-Bahn-Passagiere ihr Sicherheitsgefühl mit 1,7 benotet. Um es weiter zu verbessern, habe der RMV im vergangenen Jahr „ein eigenes Serviceteam gegründet, welches auch für Sicherheitsfragen ansprechbar ist“, so Hirschler. Zudem seien nun schon von 20 Uhr an in allen Bahnen Zugbegleiter unterwegs, die Zahl der Kontrollstunden sei verdoppelt worden und Fahrgäste können sich rund um die Uhr an die Servicenummer 069/24 24 80 24 wenden.

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